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Mondkalender

Mondkalender · Brauchtum

Der Jahreskreis.

Acht Feste gliedern das Jahr: die Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen und dazwischen vier alte Jahreszeitenfeste. Hier stehen ihre nächsten Termine, ihre tatsächliche Herkunft und das Brauchtum, das sich bei uns um sie rankt.

Was der Jahreskreis ist

Der Jahreskreis verbindet zwei Arten von Festen. Die Sonnenfeste folgen dem Lauf der Sonne: Wintersonnenwende, Frühlings-Tagundnachtgleiche, Sommersonnenwende und Herbst-Tagundnachtgleiche. Ihre Termine verschieben sich von Jahr zu Jahr um einige Stunden und werden hier jedes Jahr neu berechnet. Die Jahreszeitenfeste liegen jeweils dazwischen und haben feste Daten: Imbolc, Beltane, Lughnasadh und Samhain.

Ein alter, einheitlicher Festkalender ist der Jahreskreis nicht. Die vier Jahreszeitenfeste sind im frühmittelalterlichen Irland belegt, Jul ist germanisch, andere Namen sind jünger. Zu einem Kreis aus acht Festen wurden sie erst im 20. Jahrhundert zusammengefügt. Viele Bräuche, die sich um diese Zeitpunkte ranken, sind dagegen tatsächlich alt – sie leben bei uns in kirchlichen und bäuerlichen Festen fort, von Lichtmess über Johanni bis zur Kräuterweihe.

Die acht Feste und ihre nächsten Termine

Die acht Jahreskreisfeste mit nächstem Termin
Fest Nächster Termin Bei uns
Samhain Jahreszeitenfest Abend des 31. Oktober bis 1. November 2026 Allerheiligen, Allerseelen
Jul Sonnenfest Montag, 21. Dezember 2026, 21:50 Uhr Weihnachten, Rauhnächte
Imbolc Jahreszeitenfest 1. Februar 2027, Lichtmess am 2. Februar Mariä Lichtmess
Ostara Sonnenfest Samstag, 20. März 2027, 21:24 Uhr Ostern
Beltane Jahreszeitenfest Walpurgisnacht 30. April, Beltane 1. Mai 2027 Walpurgisnacht, Tanz in den Mai
Litha Sonnenfest Montag, 21. Juni 2027, 16:10 Uhr Johanni (24. Juni)
Lughnasadh Jahreszeitenfest 1. August 2027 Erntebeginn, Kräuterweihe (15. August)
Mabon Sonnenfest Donnerstag, 23. September 2027, 08:01 Uhr Michaeli, Erntedank

Jahreszeitenfest · Abend des 31. Oktober bis 1. November 2026

Samhain – Allerheiligen und Allerseelen

Herkunft

Samain war im frühmittelalterlichen Irland eines der vier großen Jahresfeste. Es markierte den Beginn der dunklen Jahreshälfte, die Zeit, in der das Vieh von den Weiden kam und nach dem Volksglauben die Grenze zu den Toten durchlässig wurde. Die Kirche feiert seit dem 9. Jahrhundert am 1. November Allerheiligen, seit dem 10. Jahrhundert am 2. November Allerseelen. Halloween ist der Vorabend von Allerheiligen („All Hallows’ Eve“) und kam über irische Auswanderer nach Nordamerika und von dort zurück nach Europa.

Brauchtum

Hierzulande gehört die Zeit dem Totengedenken: Die Gräber werden geschmückt, Seelenlichter brennen, und in Bayern und Österreich backt man zu Allerseelen geflochtene Seelenzöpfe, die Paten ihren Patenkindern schenkten. Auf den Höfen wurden die letzten Wurzeln geerntet und die Vorräte für den Winter eingelagert.

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Sonnenfest · Montag, 21. Dezember 2026, 21:50 Uhr

Jul – Wintersonnenwende

Herkunft

Zur Wintersonnenwende steht die Sonne am tiefsten, danach werden die Tage wieder länger. Jul (altnordisch jól) war ein germanisches Mittwinterfest; der angelsächsische Gelehrte Beda nennt um 725 die Monate um die Wintersonnenwende Giuli. In Skandinavien heißt Weihnachten bis heute „jul“. Die Bezeichnung als keltisches Fest, die oft zu lesen ist, trifft nicht zu.

Brauchtum

Licht und immergrünes Grün prägen die dunkelste Zeit: Tannenzweige, Mistel und Stechpalme schmückten die Stuben, lange bevor der Christbaum im 19. Jahrhundert populär wurde. Auf die Wintersonnenwende folgen Weihnachten und die zwölf Rauhnächte mit ihren Räucher- und Losbräuchen.

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Jahreszeitenfest · 1. Februar 2027, Lichtmess am 2. Februar

Imbolc – Lichtmess

Herkunft

Imbolc ist ein altirisches Fest am Beginn des Frühlings, eng verbunden mit der heiligen Brigida von Kildare, deren Gedenktag auf den 1. Februar fällt. Die Kirche feiert am 2. Februar Mariä Lichtmess, die Darstellung Jesu im Tempel, mit der Weihe der Kerzen für das ganze Jahr.

Brauchtum

Lichtmess war ein bäuerlicher Stichtag: Die Weihnachtszeit endete, Knechte und Mägde wechselten die Dienststelle, und das Tageslicht reichte wieder für die Arbeit bis zum Abendessen. Aus dem Wetter an Lichtmess las man die Länge des Winters: „Ist’s zu Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein.“

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Sonnenfest · Samstag, 20. März 2027, 21:24 Uhr

Ostara – Frühlings-Tagundnachtgleiche

Herkunft

Zur Frühlings-Tagundnachtgleiche sind Tag und Nacht annähernd gleich lang. Der Name Ostara ist modern: Jacob Grimm erschloss 1835 aus der bei Beda erwähnten angelsächsischen Göttin Eostre eine germanische Frühlingsgöttin – ob es sie gab, ist umstritten. Mit dem Frühlingsbeginn hängt aber das Osterfest zusammen: Ostern fällt auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling.

Brauchtum

Zu Ostern gehören Ostereier, Osterfeuer und das Osterwasser, das vor Sonnenaufgang schweigend aus dem Bach geschöpft wurde. Am Gründonnerstag kam vielerorts eine Suppe aus den ersten grünen Kräutern auf den Tisch, am Palmsonntag wurden Palmbuschen geweiht.

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Jahreszeitenfest · Walpurgisnacht 30. April, Beltane 1. Mai 2027

Beltane – Walpurgisnacht und Maifest

Herkunft

Beltane (altirisch Beltaine) eröffnete in Irland die helle Jahreshälfte. Ein Glossar aus der Zeit um 900 berichtet, dass das Vieh zwischen zwei Feuern hindurchgetrieben wurde. Im deutschen Sprachraum heißt die Nacht zum 1. Mai Walpurgisnacht – nach der heiligen Walburga, deren Gebeine um 870 an einem 1. Mai nach Eichstätt überführt wurden.

Brauchtum

In der Walpurgisnacht sollten nach dem Volksglauben die Hexen zum Blocksberg fliegen; Lärm und Feuer hielten sie vom Hof fern. Am 1. Mai wird der Maibaum aufgestellt, vielerorts eine geschmückte Birke oder ein entrindeter Fichtenstamm, und mit Waldmeister wird die Maibowle angesetzt.

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Sonnenfest · Montag, 21. Juni 2027, 16:10 Uhr

Litha – Sommersonnenwende und Johanni

Herkunft

Zur Sommersonnenwende ist der Tag am längsten. Der Name Litha stammt aus Bedas angelsächsischen Monatsnamen und wurde erst im 20. Jahrhundert für das Fest übernommen. Die Kirche legte das Fest Johannes des Täufers auf den 24. Juni, nahe an die Sonnenwende – in vielen Gegenden verschmolzen beide zu einem Fest.

Brauchtum

Johannis- und Sonnwendfeuer brennen auf Bergen und Dorfplätzen; wer darübersprang, sollte nach altem Glauben das Jahr über gesund bleiben. Um Johanni wurden besonders viele Kräuter gesammelt, allen voran das Johanniskraut, dessen Blüten beim Zerreiben roten Saft abgeben.

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Jahreszeitenfest · 1. August 2027

Lughnasadh – Lammas und Erntebeginn

Herkunft

Lughnasadh war das irische Fest zum Beginn der Getreideernte, benannt nach dem Gott Lugh. Im angelsächsischen England hieß der 1. August Lammas, von hlāfmæsse, „Brotmesse“: Aus dem ersten Korn gebackenes Brot wurde in der Kirche gesegnet.

Brauchtum

Im deutschen Sprachraum ist das große Kräuterfest dieser Wochen Mariä Himmelfahrt am 15. August. Ein Büschel aus sieben, neun oder mehr Kräutern wird gebunden, in der Kirche geweiht und das Jahr über im Haus aufbewahrt. Mit diesem Tag beginnt der Frauendreißiger, der nach der Überlieferung als Zeit größter Kräuterkraft galt.

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Sonnenfest · Donnerstag, 23. September 2027, 08:01 Uhr

Mabon – Herbst-Tagundnachtgleiche

Herkunft

Zur Herbst-Tagundnachtgleiche sind Tag und Nacht wieder annähernd gleich lang, danach überwiegt die Nacht. Der Name Mabon wurde in den 1970er-Jahren gewählt, nach einer Gestalt der walisischen Sage; ein altes Fest dieses Namens gibt es nicht.

Brauchtum

In diese Wochen fallen Michaeli am 29. September, früher Zins- und Pachttermin und Ende der Weidezeit, und das Erntedankfest am ersten Sonntag im Oktober mit Erntekrone und geschmückten Altären. Hagebutten, Holunderbeeren und die ersten Wurzeln werden geerntet.

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Häufige Fragen

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Welche Feste gehören zum Jahreskreis?
Der Jahreskreis kennt acht Feste: die vier Sonnenfeste Jul (Wintersonnenwende), Ostara (Frühlings-Tagundnachtgleiche), Litha (Sommersonnenwende) und Mabon (Herbst-Tagundnachtgleiche) sowie die vier Jahreszeitenfeste Imbolc (1. Februar), Beltane (1. Mai), Lughnasadh (1. August) und Samhain (1. November).
Ist der Jahreskreis keltisch?
Nur zum Teil. Samhain, Imbolc, Beltane und Lughnasadh sind als Feste im frühmittelalterlichen Irland belegt. Jul ist germanisch, Litha geht auf angelsächsische Monatsnamen zurück, Ostara und Mabon sind moderne Namen. Zu einem Kreis aus acht Festen wurden sie erst im 20. Jahrhundert zusammengefügt, vor allem in der neuheidnischen Bewegung in England.
Wann ist die nächste Wintersonnenwende?
Die nächste Wintersonnenwende ist am Montag, 21. Dezember 2026, 21:50 Uhr (mitteleuropäische Zeit). Von da an werden die Tage wieder länger.
Wann ist die nächste Sommersonnenwende?
Die nächste Sommersonnenwende ist am Montag, 21. Juni 2027, 16:10 Uhr (mitteleuropäische Sommerzeit). Das Johannisfest folgt am 24. Juni.
Was haben die Jahreskreisfeste mit christlichen Festen zu tun?
Viele kirchliche Feste liegen nahe an den alten Jahreszeitenfesten und haben deren Bräuche aufgenommen: Allerheiligen an Samhain, Weihnachten an der Wintersonnenwende, Lichtmess an Imbolc, Ostern im Frühling, Johanni an der Sommersonnenwende und Mariä Himmelfahrt mit der Kräuterweihe in der Erntezeit.
Mondphasen-Empfehlungen basieren auf jahrhundertealter Erfahrung und Tradition (u.a. Paungger-Poppe, anthroposophische Landwirtschaft).