Mondphasen im Mai 2027
Der Mai 2027 beginnt bei abnehmendem Mond: Beltane am 1. Mai fällt auf einen Blatttag in den Fischen. Der Neumond am 6. Mai steht im Erdzeichen Stier und trifft genau auf Christi Himmelfahrt; nach Maria Thun ist es ein Wurzeltag.
Danach nimmt der Mond zu. Er wandert durch die Zwillinge (8. und 9. Mai, Blütetage, darunter der Muttertag) und den Krebs (10. und 11. Mai, Blatttage) und erreicht am 13. Mai das Erste Viertel im Löwen, einen Fruchttag. Die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai liegen damit ganz in der zunehmenden Phase. Zu Pfingsten (16. und 17. Mai) steht der Mond im Luftzeichen Waage – zwei Blütetage.
Der Vollmond am 20. Mai steht im Wasserzeichen Skorpion, auf einem Blatttag; anders als im Vorjahr ist es der einzige Vollmond im Mai. Danach nimmt der Mond ab und zieht durch Schütze, Steinbock und Wassermann. Das Letzte Viertel am 28. Mai steht in den Fischen; mit einem Fruchttag im Widder endet der Monat am 31. Mai.
Kräuter & Heilpflanzen
Im Mai beginnt für viele Sammlerinnen und Sammler das eigentliche Kräuterjahr:
Kamille (Matricaria chamomilla): Um die Monatsmitte öffnen sich die ersten Blütenköpfchen; am hohlen Blütenboden lässt sich die Echte Kamille von ihren Doppelgängern unterscheiden. Die Sammelregel des Mondkalenders ordnet frische Blüten den Blütetagen bei zunehmendem Mond zu – 2027 der 16. und 17. Mai. Gepflückt wurde traditionell am späten Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet war.
Salbei (Salvia officinalis): Der Gattungsname geht auf lateinisch „salvus“ zurück, gesund und unversehrt. Geerntet werden die Blätter kurz vor der Blüte, wenn sie am kräftigsten duften; der Mondkalender sieht dafür Blatttage bei zunehmendem Mond vor, im Mai 2027 den 18. und 19. Mai im Skorpion.
Holunder (Sambucus nigra): Je nach Lage öffnen sich die cremeweißen Dolden ab Ende Mai, in milden Gegenden schon um Pfingsten. In Frage kommen die Blütetage am 16. und 17. Mai bei zunehmendem oder am 26. und 27. Mai bei abnehmendem Mond. Ein Teil der Dolden bleibt traditionell für die Beeren am Strauch. Im Volksglauben wohnte im Holunder Frau Holle, und manch einer zog vor dem Strauch den Hut.
Melisse (Melissa officinalis): Die zitronig duftenden Blätter werden nach dem Mondkalender bei zunehmendem Mond im Krebs geschnitten, 2027 am 10. und 11. Mai. Karmeliter in Paris destillierten aus ihr im 17. Jahrhundert den „Karmelitergeist“; in der Klostertradition galt sie als Kraut für Herz und Gemüt.
Himbeerblätter: Die jungen Blätter wurden über Generationen für den Haustee gesammelt. Zum Trocknen gilt der abnehmende Mond an Blatttagen als günstig, im Mai 2027 der 29. und 30. Mai in den Fischen. In der Schwangerschaft Himbeerblättertee nur nach Rücksprache mit Hebamme oder Ärztin trinken.
Ätherische Öle
Die Blütenfülle des Mai reicht für die ersten Ölauszüge:
Rosenöl: Echtes Rosenöl ist ein kostbares Destillat; im Hausgebrauch entstand stattdessen der Rosenölauszug. Blütenblätter unbehandelter Rosen werden in ein Schraubglas gefüllt, mit Mandelöl bedeckt und etwa vier Wochen warm gestellt. Der Mondkalender nennt dafür einen Blütetag bei zunehmendem Mond, 2027 den 16. oder 17. Mai. Die Blüten sollten vorher gut abtrocknen, sonst schimmelt der Auszug.
Kamillenöl: Getrocknete Blüten aus dem Vorjahresvorrat werden in Olivenöl eingelegt und vier bis sechs Wochen ausgezogen. Angesetzt wird an den Blütetagen in den Zwillingen, am 8. und 9. Mai. In vielen Hausapotheken war Kamillenöl das Pflegeöl für raue Hände und trockene Haut.
Lavendelöl: Im Hausgebrauch wurde das ätherische Öl mit Jojoba- oder Mandelöl zu einem Körperöl für abendliche Massagen verdünnt, nach dem Mondkalender bei zunehmendem Mond. Ätherische Öle niemals unverdünnt auf die Haut geben. Bei Kindern sowie in Schwangerschaft und Stillzeit vorher ärztlichen Rat einholen.
Auch die hellgrünen Maiwipfel der Fichte gehören in diesen Monat: Nach altem Brauch werden die Triebspitzen an einem Blatttag bei zunehmendem Mond gesammelt und in Öl angesetzt, 2027 etwa am 10. oder 11. Mai. Gepflückt wird vereinzelt von verschiedenen Bäumen, in fremden Wäldern nur mit Erlaubnis.
Heilsteine
In der Steinheilkunde gilt die Vollmondnacht als Zeit, Steine ins Mondlicht zu legen, und der Neumond als Moment für Neuanfänge:
Smaragd: Der grüne Beryll ist nach der heute gebräuchlichen Geburtssteinliste der Stein des Mai; Hildegard von Bingen stellte ihn an den Anfang ihres Steinbuchs. Der Überlieferung nach wird er in der Vollmondnacht des 20. Mai auf die Fensterbank gelegt. Mit Öl oder Harz gefüllte Smaragde vertragen weder heißes Wasser noch ein Ultraschallbad.
Tigerauge: Der goldbraune Quarz verdankt seinen wandernden Lichtstreifen eingelagerten Fasern. In der Steinheilkunde gilt er als Schutzstein, der beim Skorpion-Vollmond ins Mondlicht gelegt wird.
Lapislazuli: Aus dem tiefblauen Stein rieben die Maler der Renaissance das kostbare Ultramarin. Die Steinheilkunde ordnet ihn dem Kehlchakra zu und verbindet ihn mit den Zwillingen, dem Zeichen der Sprache; der Mond durchläuft sie am 8. und 9. Mai.
Mondstein: Der Feldspat verdankt seinen Namen dem bläulich-weißen Schimmer. Er wird dem Neubeginn zugeordnet; zum Neumond am 6. Mai im Stier legte man ihn der Überlieferung nach unter das Kopfkissen.
Hausmittel
Der Mai füllt die Vorratskammer mit den ersten Sirupen und getrockneten Blüten:
Holunderblütensirup: 15 bis 20 Dolden werden mit einem Liter kochendem Wasser übergossen, dazu kommen zwei Bio-Zitronen in Scheiben und 500 g Zucker. Nach zwei Tagen wird abgeseiht, aufgekocht und heiß in Flaschen gefüllt. Gesammelt wird nach dem Mondkalender an den Pfingsttagen 16. und 17. Mai, Blütetagen bei zunehmendem Mond. Grüne Stiele werden weitgehend entfernt, da sie wie Blätter und Rinde Sambunigrin enthalten.
Kamillenblüten trocknen: Für den Wintervorrat werden die Blüten der Überlieferung nach bei abnehmendem Mond an einem Blütetag geerntet – 2027 am 26. oder 27. Mai im Wassermann. Im Schatten ausgebreitet, sind sie in wenigen Tagen trocken und halten sich in dunklen Gläsern etwa ein Jahr.
Salbeitinktur: Frische Salbeiblätter werden mit Korn bedeckt und nach zwei bis drei Wochen abgeseiht; angesetzt wird an einem Blatttag bei zunehmendem Mond, 2027 am 18. oder 19. Mai. Traditionell griff man zur verdünnten Tinktur zum Gurgeln, wenn der Hals rau war. Salbei enthält Thujon: In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern nicht verwenden.
Saisonale Besonderheiten
Walpurgisnacht und Beltane (30. April und 1. Mai) eröffnen den Monat. In der Walpurgisnacht steckte man Kräuterbüschel aus Beifuß und Baldrian an Türen und Ställe, und vielerorts wird am 1. Mai bis heute der Maibaum aufgestellt. Beltane, das keltische Fest zum Beginn der hellen Jahreshälfte, kannte Maifeuer, zwischen denen das Vieh vor dem Austrieb hindurchgetrieben wurde.
Christi Himmelfahrt (6. Mai) fällt 2027 auf den Neumond. In den Bitttagen davor zogen Flurprozessionen über die Felder und baten um Segen für die junge Saat. Mancherorts pflückte man an Himmelfahrt das Katzenpfötchen als „Himmelfahrtsblümchen“ gegen Blitzschlag – heute steht es unter Naturschutz.
Die Eisheiligen (11. bis 15. Mai) gelten als letzte Frostbringer des Frühjahrs: „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.“ Erst nach der Kalten Sophie kommen nach alter Gärtnerregel Tomaten, Zucchini und Basilikum ins Freiland.
Pfingsten (16. und 17. Mai) liegt 2027 auf zwei Blütetagen in der Waage, wenn die Pfingstrose blüht, die ihren Namen dem Fest verdankt. An Fronleichnam (27. Mai) ziehen die Prozessionen über Blumenteppiche; der Mond nimmt dann ab und steht im Wassermann, an einem Blütetag.