Mondphasen im Januar 2027
Das Jahr 2027 beginnt mit abnehmendem Mond: Am Neujahrstag, Freitag, 1. Januar, steht er im Skorpion, und bis zum 3. Januar folgen Blatttage. Nach Paungger und Poppe gilt die abnehmende Phase als Zeit des Ausräumens und Reinigens – sie passt zu den letzten Tagen der Rauhnächte, in denen traditionell geräuchert und Bilanz gezogen wurde. Am 4. und 5. Januar wandert der Mond durch den Schützen (Fruchttage), am Dreikönigstag, 6. Januar, erreicht er den Steinbock. Mit diesem Wurzeltag enden die Rauhnächte 2026/27.
Der Neumond am 7. Januar im Steinbock folgt unmittelbar auf das Ende der Rauhnächte. In der Mondtradition gilt der Neumond als Schwelle zum Neubeginn, und dem Erdzeichen Steinbock werden Ausdauer und Ordnung zugeschrieben – ein Bild, das sich für die Planung des Gartenjahres anbietet. Die Steinbock-Tage vom 6. bis 8. Januar sind Wurzeltage.
Danach nimmt der Mond zu. Über den Wassermann (Blütetage am 9. und 10. Januar) und die Fische (Blatttage vom 11. bis 13. Januar) gelangt er in den Widder. Dort steht das Erste Viertel am 15. Januar, ein Fruchttag. Es folgen der Stier mit zwei Wurzeltagen (16. und 17. Januar), die Zwillinge mit Blütetagen (18. und 19. Januar) und der Krebs mit Blatttagen (20. und 21. Januar). Der zunehmende Mond gilt in der Überlieferung als Zeit des Aufbauens; Tees, Balsame und Ansätze wurden gern in diese Wochen gelegt.
Seinen Höhepunkt erreicht der Monat mit dem Vollmond am Freitag, 22. Januar, im Löwen. Das Feuerzeichen macht diesen Tag zu einem Fruchttag. Im Volksmund trägt der Vollmond des Januars den Namen Wolfsmond.
Danach beginnt die abnehmende Phase. Vom 24. bis 26. Januar steht der Mond in der Jungfrau – drei Wurzeltage, die sich nach der Mondgärtnerei für Wurzelarbeiten und das Ordnen der Vorräte anbieten. Nach zwei Blütetagen in der Waage (27. und 28. Januar) folgt das Letzte Viertel am 29. Januar im Skorpion, ein Blatttag. Der Monat endet am 31. Januar mit einem Fruchttag im Schützen.
Kräuter & Heilpflanzen
Im Januar ruht der Kräutergarten unter Frost und Schnee, geerntet wird kaum. Die Arbeit verlagert sich in Speisekammer und Vorratsschrank, und auch dafür kennt die Mondtradition ihre Tage.
Baldrian (Valeriana officinalis): Gegraben wird die Wurzel im Herbst, im Januar geht es um den Vorrat. In der Mondtradition gelten abnehmende Wurzeltage als passende Zeit, getrocknete Wurzeln zu zerkleinern und in dunkle Gläser umzufüllen. Im Januar 2027 fällt ein solcher Tag ausgerechnet auf Dreikönig (6. Januar, Steinbock), drei weitere folgen vom 24. bis 26. Januar in der Jungfrau. Der durchdringende Geruch, für den Katzen den Baldrian so schätzen, verrät beim Umfüllen sofort, ob die Wurzel noch Aroma hat.
Thymian (Thymus vulgaris): Die ersten Tage des Jahres sind Blatttage bei abnehmendem Mond (1. bis 3. Januar, Skorpion). In vielen Häusern wurden um Neujahr die Kräutergläser gesichtet, umgefüllt und neu beschriftet; was muffig roch oder seine Farbe verloren hatte, wanderte auf den Kompost. Thymian gehört zu den lagerfähigsten Küchenkräutern und bleibt dunkel und trocken aufbewahrt gut zwei Jahre aromatisch.
Ingwer (Zingiber officinale): Botanisch ist die Knolle ein Wurzelstock, in der Mondgärtnerei zählt sie zu den Wurzelpflanzen. Mondkalender legen das Verarbeiten frischen Ingwers deshalb auf abnehmende Wurzeltage, im Januar 2027 auf den 24. bis 26. Januar. In dünne Scheiben geschnitten und getrocknet oder in Honig eingelegt, hält er sich über den Winter.
Ätherische Öle
In den dunklen Januarwochen gehören Duftlampe und Einreibeöl zum Winter wie der Kachelofen. Für alle folgenden Öle gilt: Ätherische Öle niemals unverdünnt auf die Haut geben.
Weihrauchöl: In den Rauhnächten wird traditionell das Harz geräuchert, dessen schwerer Kirchenduft zu Dreikönig ein letztes Mal durch Haus und Stall zieht. Das ätherische Öl wird aus diesem Harz destilliert, duftet heller und zitroniger und trägt die Erinnerung an die Räucherzeit in die Duftlampe. Dass der Abschluss der Rauhnächte am 6. Januar in den abnehmenden Mond fällt, passt zur Mondtradition, die dieser Phase das Reinigen zuschreibt. In der Schwangerschaft und für Kinder unter 12 Jahren ist Weihrauchöl nicht geeignet.
Eukalyptusöl: Seit dem 19. Jahrhundert hat es seinen Platz in der Hausapotheke der Erkältungszeit, vor allem in Einreibemischungen und im Inhalationsdampf. Für die Haut wird es in ein Trägeröl wie Mandel- oder Jojobaöl gerührt, für Erwachsene in einer Verdünnung von 1 bis 3 Prozent. Als Blattöl ordnet man es in der Mondgärtnerei den Blatttagen zu; zunehmend sind das im Januar 2027 die Fische-Tage vom 11. bis 13. Januar. Für Kinder unter 12 Jahren ist Eukalyptusöl tabu – weder auf der Haut noch im Dampf oder in der Duftlampe in ihrer Nähe.
Latschenkiefernöl: Das harzig-frische Öl aus Nadeln und Zweigspitzen der Bergkiefer ist das klassische Einreibeöl des Alpenraums und wurde über Generationen nach dem Holzhacken und Schneeschaufeln in Schultern und Rücken einmassiert. Wer seine Mischung nach dem Mond ansetzt, wählt traditionell die zunehmenden Blatttage im Krebs (20. und 21. Januar). Für Erwachsene sind 2 bis 3 Prozent üblich. In Schwangerschaft und Stillzeit nicht anwenden, und nie bei Kindern unter 12 Jahren einreiben oder in ihrer Nähe vernebeln.
Heilsteine
In der Steinheilkunde gehören Neumond und Vollmond zu den festen Terminen des Monats: Der eine wird der Reinigung der Steine zugeordnet, der andere ihrem „Aufladen“.
Bergkristall: Der Überlieferung nach wird der Bergkristall in der Nacht des Vollmonds auf die Fensterbank gelegt, in schneereichen Gegenden auch nach draußen in den Schnee. Die Vollmondnacht des Januars fällt 2027 auf den 22. Januar. Das Mondlicht soll den Stein „aufladen“ – eine Vorstellung, die in der Steinheilkunde seit Langem weitergegeben wird.
Granat: Der dunkelrote Stein gilt als Geburtsstein des Januars und wird zugleich dem Steinbock zugeordnet. Sein Name geht wohl auf das lateinische granatum zurück, den Granatapfel, an dessen Kerne die kleinen Kristalle erinnern. Nach altem Brauch kommt er in derselben Vollmondnacht neben den Bergkristall.
Amethyst: Für die Reinigung der Steine nennt die Steinheilkunde den Neumond, im Januar 2027 also den 7. Januar im Steinbock. Traditionell wird der Amethyst dafür auf eine Amethystdruse oder in eine Schale mit Hämatit-Trommelsteinen gelegt. Sein Name stammt aus dem Griechischen: amethystos heißt „nicht berauscht“, und die Antike glaubte, der Stein bewahre vor Trunkenheit.
Hämatit: Den schweren, metallisch glänzenden Eisenstein nicht in Wasser einweichen – das Eisenoxid rostet. Traditionell wird er mit einem weichen Tuch abgerieben oder durch den Rauch von Salbei oder Weihrauch gezogen, ein Handgriff, der an die Räucherbräuche der Rauhnächte anschließt. Im Mondkalender bieten sich dafür die abnehmenden Erd-Tage in der Jungfrau an (24. bis 26. Januar).
Hausmittel
Der Januar ist in den meisten Jahren der Kern der Erkältungszeit, und in vielen Familien standen die Teedosen dann griffbereit auf dem Küchenbord.
Erkältungstee: Die klassische Mischung aus Lindenblüten, Holunderblüten und Thymian zu gleichen Teilen wurde früher heiß getrunken, in kleinen Schlucken, und danach ging es zum Schwitzen unter die Federdecke. Keine Schwitzkur in der Schwangerschaft – sie belastet den Kreislauf; bei Kindern und bei hohem oder anhaltendem Fieber ärztlichen Rat einholen. Weil zwei der drei Zutaten Blüten sind, legen Mondkalender das Mischen gern auf Blütetage; zunehmend sind das im Januar 2027 die Zwillinge-Tage am 18. und 19. Januar.
Ingwertee: Frische Ingwerscheiben, mit kochendem Wasser übergossen und zehn Minuten zugedeckt gezogen, ergeben das scharfe Wintergetränk vieler Küchen. Honig und ein Spritzer Zitrone kommen erst bei Trinktemperatur hinein. Nach dem Mond gerechnet passen die zunehmenden Wurzeltage im Stier (16. und 17. Januar). Kein Honig für Säuglinge unter 12 Monaten.
Erkältungsbalsam: Bienenwachs, ein fettes Pflanzenöl und wenige Tropfen Eukalyptus- oder Latschenkiefernöl – mehr braucht der Brustbalsam der alten Hausapotheke nicht. Angesetzt wird er nach Mondkalender bei zunehmendem Mond, etwa an den Krebs-Tagen am 20. und 21. Januar; in einem dunklen Tiegel hält er sich mehrere Monate. Der Balsam mit diesen Ölen ist für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren gedacht – für Kinder unter 12 Jahren ist er ungeeignet.
Solebad: Das Salzbad nach dem Vorbild der alten Sole-Kurorte legt man nach dem Mondkalender in die abnehmende Phase, die Paungger und Poppe dem Reinigen und Ausscheiden zuordnen – im Januar 2027 etwa auf die Waage-Tage am 27. und 28. Januar. Bei Herz- oder Kreislaufproblemen, Bluthochdruck, Fieber und in der Schwangerschaft Vollbäder nur nach ärztlicher Rücksprache nehmen.
Saisonale Besonderheiten
Der Januar 2027 beginnt mitten in den Rauhnächten, die am 25. Dezember 2026 begonnen haben und am Mittwoch, 6. Januar, dem Dreikönigstag, enden. In diesen zwölf Nächten, so der Volksglaube, standen die Grenzen zwischen den Welten offen. Man räucherte Haus und Stall mit Weihrauch, Wacholder und Beifuß aus, deutete aus dem Wetter jeder Nacht das Wetter des kommenden Monats und ließ die Wäsche im Schrank: Aufgehängte Wäsche galt in dieser Zeit als unschicklich, mancherorts als böses Omen.
Am Dreikönigstag zieht nach altem Brauch ein letztes Mal der Rauch durchs Haus, und die Sternsinger schreiben den Segen „20*C+M+B+27“ an die Türen – C+M+B steht für „Christus mansionem benedicat“, Christus segne dieses Haus. Die Bauernregel zum Tag lautet: „An Dreikönig die Rauhnächt vergehn, die Tag um a Hahnenschritt weitergehn.“ Tatsächlich werden die Tage nun wieder spürbar länger, zunächst vor allem am Nachmittag.
Nach den Rauhnächten beginnt die stille Zeit des Winters. Einhard berichtet in seiner Lebensbeschreibung Karls des Großen, der Kaiser habe den Monaten deutsche Namen gegeben; der Januar hieß bei ihm Wintarmanoth, der Wintermonat. Später setzte sich vielerorts der Name Hartung durch.
In diesen Wochen wurde traditionell geplant statt gegraben: Saatgut wurde gesichtet und mit einer Keimprobe auf feuchtem Küchenpapier geprüft, Beete wurden auf dem Papier eingeteilt, Werkzeug geschärft und geölt. Chili und Paprika, die eine lange Vorkultur brauchen, werden in manchen Gärten schon im Januar auf der warmen Fensterbank ausgesät; die Mondgärtnerei legt solche Fruchtpflanzen auf zunehmende Fruchttage, im Januar 2027 also auf den 14. und 15. Januar im Widder. An frostfreien Tagen beginnt bei abnehmendem Mond der Winterschnitt an den Obstbäumen.
An den Futterstellen drängen sich unterdessen Meisen, Rotkehlchen und Amseln, und an den Haselsträuchern hängen schon die Kätzchen, die in milden Wochen als erste Frühlingsboten stäuben.