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Mondkalender

Mondkalender · Brauchtum

Die Rauhnächte 2026/27.

Zwölf Nächte „zwischen den Jahren“: vom 25. Dezember 2026 bis zum Dreikönigstag am 6. Januar 2027. Hier stehen die Termine, der Mondstand und die überlieferten Bräuche jeder einzelnen Nacht.

Was die Rauhnächte sind

Die Rauhnächte sind die zwölf Nächte zwischen dem Christtag und dem Dreikönigstag. In ihnen ruhte nach altem Brauch die Arbeit, Haus und Stall wurden ausgeräuchert, und aus Wetter, Träumen und Losbräuchen deutete man das kommende Jahr. Im Alpenraum, in Bayern und in Teilen Mitteldeutschlands sind viele dieser Bräuche bis heute lebendig.

Gezählt wird nicht überall gleich. Auf dieser Seite beginnt die erste Rauhnacht am Abend des 25. Dezember und die zwölfte endet am Morgen des Dreikönigstags. Regional begann die Zeit schon mit der Thomasnacht vom 21. auf den 22. Dezember oder mit der Christnacht; manche Gegenden kennen dreizehn Nächte. Als „große“ Rauhnächte galten je nach Landstrich die Thomasnacht, die Christnacht, die Silvesternacht und die Nacht vor Dreikönig.

Jede Nacht steht nach dem Volksglauben für einen Monat des neuen Jahres. Wie das Räuchern in diesen Nächten ablief und welche Kräuter und Harze dazugehörten, erzählt der Beitrag Räuchern in den Rauhnächten; Methoden und Sicherheitshinweise stehen auf der Seite Räuchern mit Kräutern und Harzen.

Die zwölf Nächte im Überblick

Die zwölf Rauhnächte 2026/27 mit Datum, Monat und Mondstand
Nacht Datum Steht für Mond am Abend
1. Rauhnacht 25./26.12. Januar 🌘 Abnehmender Mond im Zeichen Krebs
2. Rauhnacht 26./27.12. Februar 🌘 Abnehmender Mond im Zeichen Löwe
3. Rauhnacht 27./28.12. März 🌘 Abnehmender Mond im Zeichen Löwe
4. Rauhnacht 28./29.12. April 🌘 Abnehmender Mond im Zeichen Jungfrau
5. Rauhnacht 29./30.12. Mai 🌘 Abnehmender Mond im Zeichen Jungfrau
6. Rauhnacht 30./31.12. Juni 🌗 Letztes Viertel im Zeichen Waage
7. Rauhnacht 31.12./1.1. Juli 🌘 Abnehmender Mond im Zeichen Waage
8. Rauhnacht 1./2.1. August 🌘 Abnehmender Mond im Zeichen Skorpion
9. Rauhnacht 2./3.1. September 🌘 Abnehmender Mond im Zeichen Skorpion
10. Rauhnacht 3./4.1. Oktober 🌘 Abnehmender Mond im Zeichen Skorpion
11. Rauhnacht 4./5.1. November 🌘 Abnehmender Mond im Zeichen Schütze
12. Rauhnacht 5./6.1. Dezember 🌘 Abnehmender Mond im Zeichen Schütze

Die Nächte einzeln

1. Rauhnacht · 25. Dezember auf 26. Dezember · steht für Januar

Stephanstag und der Beginn des Wetterorakels

Freitag auf Samstag · 🌘Abnehmender Mond im Zeichen Krebs

Mit der Nacht nach dem Christtag beginnt die Zählung. Der 26. Dezember gehört dem heiligen Stephanus, dem Patron der Pferde: In Bayern und Österreich wurden Pferde an diesem Tag gesegnet, mancherorts zogen Reiter beim Stephaniritt um die Kirche. Nach altem Volksglauben deutet das Wetter dieser ersten Nacht und des folgenden Tages das Wetter im Januar.

2. Rauhnacht · 26. Dezember auf 27. Dezember · steht für Februar

Johanniswein am Tag des Evangelisten

Samstag auf Sonntag · 🌘Abnehmender Mond im Zeichen Löwe

Am 27. Dezember, dem Tag des Apostels Johannes, wird in katholischen Gegenden bis heute Wein gesegnet. Die „Johannisminne“ geht auf eine Legende zurück: Johannes soll einen vergifteten Becher gesegnet und unbeschadet getrunken haben. Den gesegneten Wein trank man gemeinsam und hob einen Rest für Kranke, Reisende und schwere Tage auf.

3. Rauhnacht · 27. Dezember auf 28. Dezember · steht für März

Unschuldige Kinder und das „Pfeffern“

Sonntag auf Montag · 🌘Abnehmender Mond im Zeichen Löwe

Der 28. Dezember erinnert an den biblischen Kindermord in Bethlehem. In Franken, Thüringen und Teilen Österreichs zogen Kinder an diesem Tag mit Ruten von Haus zu Haus und schlugen die Erwachsenen sanft – das „Pfeffern“ oder „Fitzeln“. Der Rutenschlag galt als Glückswunsch für das neue Jahr und wurde mit Gebäck, Nüssen oder Münzen belohnt.

4. Rauhnacht · 28. Dezember auf 29. Dezember · steht für April

Spinnräder stehen still

Montag auf Dienstag · 🌘Abnehmender Mond im Zeichen Jungfrau

Eine der bekanntesten Regeln der Zwölf Nächte betraf die Arbeit am Spinnrad. Nach dem Volksglauben zog Frau Holle oder – im Alpenraum – die Perchta durch die Häuser und prüfte, ob die Spindeln ruhten. Wer dennoch spann, dem sollte Unglück drohen. Überhaupt galt: Nichts, was sich dreht, sollte in diesen Nächten laufen.

5. Rauhnacht · 29. Dezember auf 30. Dezember · steht für Mai

Die Wilde Jagd zieht vorüber

Dienstag auf Mittwoch · 🌘Abnehmender Mond im Zeichen Jungfrau

In den stürmischen Winternächten hörte man nach der Sage das „Wilde Heer“ durch die Lüfte jagen, angeführt von Wode, Wotan oder einer Frauengestalt wie Frau Holle. Daher stammt das Verbot, Wäsche im Freien aufzuhängen: Die Geister könnten sich darin verfangen, und ein so „gezeichnetes“ Tuch galt als Leichentuch für das kommende Jahr.

6. Rauhnacht · 30. Dezember auf 31. Dezember · steht für Juni

Räuchern in Haus und Stall

Mittwoch auf Donnerstag · 🌗Letztes Viertel im Zeichen Waage

Zu den festen Bräuchen gehörte der Räuchergang. Der Hausvater trug die Pfanne mit Glut, Weihrauch und getrockneten Kräutern aus dem Kräuterbuschen durch jede Stube und den Stall, die Familie folgte mit Weihwasser und Gebet. Besonders gründlich geschah das in den „großen“ Rauhnächten – je nach Gegend zu Thomas, in der Christnacht, an Silvester und vor Dreikönig.

7. Rauhnacht · 31. Dezember auf 1. Januar · steht für Juli

Silvester: Lärm, Blei und gute Vorsätze

Donnerstag auf Freitag · 🌘Abnehmender Mond im Zeichen Waage

In der Nacht zum Neujahrstag wurde es laut: Peitschenknallen, Schüsse und Glockengeläut sollten nach altem Glauben die Geister des alten Jahres vertreiben – ein Ursprung des heutigen Feuerwerks. Beim Bleigießen deutete man aus den erstarrten Formen das kommende Jahr. Auch diese Nacht zählte vielerorts zu den großen Rauhnächten mit einem eigenen Räuchergang.

8. Rauhnacht · 1. Januar auf 2. Januar · steht für August

Neujahr und das Anwünschen

Freitag auf Samstag · 🌘Abnehmender Mond im Zeichen Skorpion

Am Neujahrstag zogen Kinder und Burschen von Hof zu Hof und „wünschten an“: Sie sagten Glücksverse auf und erhielten dafür Brezeln, Krapfen oder Münzen. Die Neujahrsbrezel, in manchen Gegenden ein geflochtener Kranz, wurde verschenkt und gemeinsam gegessen. Wer am Neujahrsmorgen als erster Besuch über die Schwelle trat, sollte dem Haus nach altem Glauben Glück oder Unglück bringen.

9. Rauhnacht · 2. Januar auf 3. Januar · steht für September

Lose werfen: Zwiebel, Schuh und Kerzenlicht

Samstag auf Sonntag · 🌘Abnehmender Mond im Zeichen Skorpion

Die Rauhnächte hießen auch „Losnächte“, denn in ihnen befragte man das Schicksal. Beim Zwiebelkalender legte man zwölf Zwiebelschalen nebeneinander, eine für jeden Monat, und bestreute sie mit Salz – wo sich am Morgen Wasser gesammelt hatte, sollte ein nasser Monat folgen. Junge Frauen warfen einen Schuh über die Schulter: Zeigte die Spitze zur Tür, sollte im neuen Jahr eine Hochzeit anstehen.

10. Rauhnacht · 3. Januar auf 4. Januar · steht für Oktober

Träume als Vorzeichen

Sonntag auf Montag · 🌘Abnehmender Mond im Zeichen Skorpion

Was in den Rauhnächten geträumt wurde, nahm man ernst. Der Überlieferung nach kündigt jeder Traum etwas über den Monat an, für den die Nacht steht. Manche hielten ihre Träume deshalb gleich am Morgen fest – ein Brauch, der in vielen Familien bis heute weitergegeben wird.

11. Rauhnacht · 4. Januar auf 5. Januar · steht für November

Ordnung und Ruhe zwischen den Jahren

Montag auf Dienstag · 🌘Abnehmender Mond im Zeichen Schütze

„Zwischen den Jahren“ ruhte die schwere Arbeit. Das Haus sollte aufgeräumt, geliehene Dinge sollten zurückgegeben und Schulden beglichen sein, damit nichts Unerledigtes ins neue Jahr hinübergetragen wurde. Auch das Fegen und Waschen schob man vielerorts auf die Zeit nach Dreikönig.

12. Rauhnacht · 5. Januar auf 6. Januar · steht für Dezember

Perchtnacht und Dreikönig

Dienstag auf Mittwoch · 🌘Abnehmender Mond im Zeichen Schütze

Die letzte Rauhnacht vor dem Dreikönigstag ist die Perchtnacht. Im Salzburger Land und in Tirol ziehen bis heute die Perchten durch die Dörfer – die „schönen“ mit prächtigen Kopfaufbauten, die „schiachen“ mit wilden Fellmasken. Am 6. Januar wird das Dreikönigswasser geweiht, ein letztes Mal geräuchert, und die Sternsinger schreiben den Segen C+M+B an die Türen. Damit enden die Rauhnächte.

Häufige Fragen

5
Wann sind die Rauhnächte 2026/27?
Die zwölf Rauhnächte reichen vom 25. Dezember 2026 bis zum Dreikönigstag am 6. Januar 2027. Die erste Rauhnacht ist die Nacht vom 25. auf den 26. Dezember (Freitag auf Samstag), die zwölfte die Nacht vom 5. auf den 6. Januar. Regional beginnt die Zählung schon mit der Thomasnacht am 21. Dezember oder mit der Christnacht.
Warum heißen die Rauhnächte so?
Die Herkunft des Namens ist nicht sicher geklärt. Eine Deutung führt ihn auf das Räuchern zurück, mit dem in diesen Nächten Haus und Stall durchzogen wurden. Eine andere auf das mittelhochdeutsche „rûch“ für haarig – gemeint wären die pelzigen Gestalten, die nach dem Volksglauben in diesen Nächten umgingen. Daneben sind Namen wie „Zwölften“, „Losnächte“ und „Unternächte“ überliefert.
Welche Rauhnacht steht für welchen Monat?
Nach dem Volksglauben steht jede der zwölf Nächte für einen Monat des kommenden Jahres: die erste (25./26. Dezember) für den Januar, die zweite für den Februar und so fort bis zur zwölften (5./6. Januar), die für den Dezember steht. Aus dem Wetter und den Träumen der jeweiligen Nacht deutete man den zugehörigen Monat.
Was durfte man in den Rauhnächten traditionell nicht tun?
Der Volksglaube kannte mehrere Verbote: Wäsche durfte nicht im Freien hängen, Spinnräder sollten stillstehen, und schwere Arbeit ruhte „zwischen den Jahren“. Vielerorts sollte außerdem nichts verliehen werden und das Haus vor Neujahr aufgeräumt sein. Diese Regeln sind Brauchtum und keine religiösen Gebote.
Warum sind es gerade zwölf Nächte?
Eine verbreitete Erklärung verweist auf den Unterschied zwischen Mond- und Sonnenjahr: Zwölf Mondmonate ergeben rund 354 Tage, das Sonnenjahr hat 365. Die fehlenden elf Tage und zwölf Nächte galten danach als Zeit „außerhalb der Zeit“. Ob die Rauhnächte tatsächlich so entstanden sind, ist in der Volkskunde umstritten; sicher ist ihre feste Verbindung mit den Weihnachtstagen und dem Dreikönigsfest.

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