Mondphasen im September 2027
Der September 2027 beginnt mit zunehmendem Mond. Nach den Blütetagen in der Waage am 2. und 3. September und den Blatttagen im Skorpion erreicht er das Erste Viertel am 7. September im Schützen. Die Fruchttage am 7. und 8. September fallen damit in die zunehmende Phase – der Überlieferung nach die Tage, an denen Beeren und Obst für Saft und Mus gepflückt wurden.
Der Vollmond am 16. September steht im Wasserzeichen Fische und ist 2027 der Erntemond: Kein anderer Vollmond liegt näher an der Herbst-Tagundnachtgleiche. Nach Maria Thun ist der Tag ein Blatttag. Mit dem Erntemond beginnt die abnehmende Hälfte des Monats, die nach Paungger und Poppe dem Graben von Wurzeln und dem Einlagern von Vorräten gehört – besonders an den Wurzeltagen am 19. und 20. September im Stier sowie am 28. und 29. September in der Jungfrau.
Das Letzte Viertel am 23. September in den Zwillingen fällt genau auf den Herbstanfang. Eine Woche später, am letzten Tag des Monats, folgt der Neumond am 30. September in der Waage. Das Sternbild der Waage galt schon in der Antike als Sinnbild für das Gleichgewicht von Tag und Nacht, weil die Sonne damals zur Herbst-Tagundnachtgleiche in diesem Zeichen stand.
Kräuter & Heilpflanzen
Im September verlagert sich die Sammelarbeit von den Blüten zu Wurzeln und Früchten:
Baldrian (Valeriana officinalis): Der September gilt als klassischer Monat für die Baldrianwurzel. Traditionell wird sie bei abnehmendem Mond an einem Wurzeltag gegraben, 2027 also am 19. und 20. September im Stier oder am 28. und 29. September in der Jungfrau. Der Überlieferung nach zieht die Pflanze ihre Kraft im Herbst in die Wurzel zurück. Gewaschen und zerkleinert, trocknet die Wurzel bei höchstens 40 Grad; ihren strengen Geruch, der Katzen anlockt, entwickelt sie erst beim Trocknen.
Echinacea (Echinacea purpurea): Auch die Wurzeln des Roten Sonnenhuts kommen im Herbst aus der Erde, üblicherweise von Pflanzen, die mindestens drei Jahre alt sind. Nach der Mondregel fällt die Wahl auf den abnehmenden Mond in einem Erdzeichen, etwa die Stiertage am 19. und 20. September. Bei den Prärievölkern Nordamerikas gehörten Sonnenhut-Arten zu den meistgebrauchten Pflanzen der Hausheilkunde; die Wurzel wird bis heute frisch zu Tinktur angesetzt oder getrocknet. Wer auf Korbblütler allergisch reagiert, verzichtet auf Sonnenhut.
Weißdorn (Crataegus): Die roten Früchte, im Volksmund Mehlfässchen genannt, reifen ab September. Für Tee und Tinktur werden sie traditionell bei zunehmendem Mond an einem Fruchttag gepflückt – 2027 am 7. und 8. September im Schützen. Als Pflanze des Herzens gilt der Weißdorn in der Volksheilkunde vor allem seit dem 19. Jahrhundert; in vielen Häusern stand der Weißdorntee seither im Vorratsschrank.
Holunder (Sambucus nigra): Die schwarzen Beeren sind Anfang September meist voll ausgereift. Geerntet werden nach alter Regel die ganzen Dolden bei zunehmendem Mond, an den Fruchttagen im Schützen am 7. und 8. September. Der Volksglaube sah im Holunderbusch am Haus einen Schutz für Hof und Familie. Wichtig: Die Beeren niemals roh oder unreif essen – erst durch Erhitzen werden sie bekömmlich, roh können sie Übelkeit und Erbrechen auslösen.
Ätherische Öle
Mit den kühleren Abenden rücken in der Aromatradition würzige und holzige Düfte in den Vordergrund:
Nelkenöl: Der Duft der Gewürznelke gehört in vielen Familien zu Herbst und Advent – die mit Nelken gespickte Orange, als Duftkugel aufgehängt, ist ein alter Hausbrauch. Bei abnehmendem Mond wird traditionell eine Mischung für die Duftlampe angesetzt, etwa Nelke mit Orange und einem Hauch Zimt. Nelkenöl reizt Haut und Schleimhäute stark: nur in der Duftlampe oder stark verdünnt verwenden und für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Zedernöl: Der warme, holzige Duft der Atlaszeder gilt in der Aromatradition als Duft der Erdung und passt damit zur Zeit der Tagundnachtgleiche. Der Überlieferung nach wird an einem abnehmenden Wurzeltag, etwa am 28. oder 29. September in der Jungfrau, eine Herbstmischung mit Vetiver und Patchouli in Jojobaöl angesetzt. Ätherische Öle gehören nie unverdünnt auf die Haut; für Körperöle sind 1 bis 2 Prozent üblich. In der Schwangerschaft kein Zedernöl verwenden.
Weihrauchöl: Weihrauch, Myrrhe und Sandelholz ergeben eine Mischung für stille Stunden, wie sie in der Aromatradition zu Meditation und Dankritualen gehört. Nach altem Brauch wird sie in der Nacht des Erntemonds am 16. September angesetzt; die Fische, in denen der Mond dann steht, verbindet die Astrologie mit Hingabe und Innenschau. Weihrauch begleitet Gebet und Andacht seit der Antike, vom Tempel bis zur Dorfkirche.
Fenchelöl: Beim Fenchel werden die Früchte destilliert, die kleinen Spaltfrüchte, die meist als Samen bezeichnet werden. Darum ordnet ihn die Mondtradition den Fruchttagen zu; eine wärmende Mischung wird bei zunehmendem Mond angesetzt, etwa am 7. oder 8. September. In Hausrezepten früherer Generationen wurde stark verdünntes Fenchelöl für Bauchöle verwendet. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter 12 Jahren kein Fenchelöl verwenden.
Heilsteine
Rund um den Erntemond rücken warme und erdige Steine in den Mittelpunkt:
Citrin: Der Citrin wird in der Steinheilkunde der Sonne und der Zuversicht zugeordnet. Der Überlieferung nach kommt er in der Nacht des Erntemonds, am 16. September, auf die Fensterbank ins Mondlicht. Dass Steinkundige das Mondlicht der prallen Sonne vorziehen, hat auch einen mineralogischen Grund: Gefärbte Quarze können im direkten Sonnenlicht mit der Zeit verblassen, und viele Citrine im Handel sind gebrannte Amethyste.
Hämatit: Der schwere, metallisch glänzende Hämatit ist ein Eisenoxid; beim Schleifen färbt sich das Wasser rot, daher sein Name nach dem griechischen Wort für Blut. Als Stein der Erdung wird er traditionell bei abnehmendem Mond im Stier, am 19. oder 20. September, in die Hand genommen – ein Brauch für den Übergang in die dunkle Jahreshälfte.
Fluorit: Der Fluorit mit seinen violetten, grünen und gelben Bändern wird in der Steinheilkunde mit Klarheit und Ordnung verbunden. Nach überliefertem Brauch wird er beim Neumond am 30. September in der Waage gereinigt – unter fließendem Wasser und nie in Salz, denn mit Mohshärte 4 ist er weich und spaltet leicht.
Hausmittel
Der September ist in vielen Haushalten der Monat der Vorratsgläser:
Holunderbeerensaft: Für den Saft werden die Beeren bei zunehmendem Mond an einem Fruchttag – 2027 am 7. oder 8. September – von den Dolden gestreift, aufgekocht und ausgepresst. Mit Zucker, Zimt, Nelken und Zitrone eingekocht, kam der Saft über Generationen in der Erkältungszeit heiß in die Tasse. Die Beeren dabei immer gründlich erhitzen; roh sind sie nicht zum Verzehr geeignet.
Erkältungstee-Vorrat: Traditionell wird bei zunehmendem Mond, gern an einem Blütetag wie dem 12. oder 13. September im Wassermann, ein Teevorrat für die kalte Jahreszeit gemischt: Holunderblüten, Lindenblüten, Thymian und Salbei zu gleichen Teilen. In gut schließenden Dosen und dunkel gelagert, hält sich die Mischung bis ins Frühjahr.
Weißdorntinktur: Aus frisch gepflückten Weißdornbeeren wird bei zunehmendem Mond eine Tinktur angesetzt und nach etwa sechs Wochen abgeseiht. In der Volksheilkunde galt sie als stärkendes Mittel für die dunkle Jahreszeit. Bei Herzbeschwerden gehört die Abklärung in ärztliche Hände; wer Herzmedikamente einnimmt, bespricht Weißdorn vorher mit Ärztin oder Arzt. Tinkturen enthalten Alkohol und sind nichts für Kinder.
Saisonale Besonderheiten
Am 23. September um 08:01 Uhr beginnt der astronomische Herbst. Zur Tagundnachtgleiche sind Tag und Nacht annähernd gleich lang, danach werden die Nächte Tag für Tag länger. Im modernen Jahreskreis heißt das Fest Mabon – ein Name, den Neuheiden erst im 20. Jahrhundert nach einer Gestalt der walisischen Sage wählten. Gefeiert wird es als zweites von drei Erntefesten, zwischen Lammas Anfang August und Samhain Ende Oktober, mit den Themen Dank, Ausgleich und Loslassen.
Zu den Bräuchen der Erntezeit gehören das Teilen der Ernte mit Nachbarn, Erntekränze aus Ähren, Beeren und Herbstlaub und ein Tisch mit Äpfeln, Trauben, Kürbissen und Nüssen. Vieles davon kehrt am Erntedankfest am 3. Oktober wieder, wenn Erntekrone und Erntekranz Kirche und Hof schmücken.
Der Erntemond am 16. September verdankt seinen Namen einer Eigenheit der Mondbahn: Um die Herbst-Tagundnachtgleiche geht der Mond an mehreren Abenden nacheinander nur wenig später auf als am Vortag, oft schon bald nach Sonnenuntergang. So hatten die Bauern mehrere helle Abende hintereinander, an denen sich die Ernte bis in die Dunkelheit einbringen ließ.
Zwei Lostage rahmen den Monat. Mariä Geburt am 8. September gilt als Tag des Schwalbenabzugs – „Mariä Geburt fliegen die Schwalben furt“ – und fällt noch in den Frauendreißiger, die Zeit der Kräuterlese, die bis Mitte September reicht. Michaeli am 29. September war über Jahrhunderte Zins- und Pachttermin und beendete die Weidezeit; die Bauernregel dazu lautet: „Kommt Michael heiter und schön, wird’s noch vier Wochen so weitergehn.“
Im Garten werden jetzt Feldsalat, Winterportulak und Winterspinat gesät – nach der Mondregel bei zunehmendem Mond an Blatttagen, 2027 etwa vom 4. bis 6. September im Skorpion oder am 14. und 15. September in den Fischen. Knoblauch und Winterzwiebeln kommen traditionell bei abnehmendem Mond an Wurzeltagen in die Erde. Das fallende Laub wandert als Mulch auf die Beete, und am Himmel sammeln sich die Zugvögel für den Flug nach Süden.