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Ätherische Öle

Ätherisches Öl · Annonengewächse (Annonaceae)

Ylang-Ylang-Öl.

Cananga odorata

Intensiv blumig-süß, tropisch-exotisch mit jasminartigen und leicht bananenartigen Nuancen – betörend, sinnlich und opulent.

Von Ralf Kluth · Zuletzt redaktionell geprüft:

Entspannung Haarpflege Naturkosmetik Massage & Bad Aromatradition
Pflanzenfamilie
Annonengewächse (Annonaceae)
Gewinnung
Wasserdampfdestillation der frischen Blüten (fraktionierte Destillation)
Duftprofil
Herznote
Vor der Anwendung: Hinweise zu Sicherheit & Gegenanzeigen lesen
Ylang-Ylang-Öl (Cananga odorata) — Illustration im Herbarium-Stil

Sicherheit auf einen Blick

Kinder

erst ab 12

Schwangerschaft

nicht geeignet

Haustiere

fernhalten

Phototoxisch

nein

Deklarationspflichtige Allergene

Linalool Geraniol Farnesol Benzylbenzoat Benzylsalicylat Isoeugenol

Kreuzallergie-Familie: Annonengewächse

* in korrekter Verdünnung — siehe Verdünnungstabelle

Verdünnungsrichtlinien

Verdünnungsrichtlinien
Anwendung Konzentration
Gesichtspflege 1–2 Tropfen auf 10 ml Trägeröl 0,5–1 %
Körpermassage 2–6 Tropfen auf 10 ml Trägeröl 1–3 %
Vollbad 6–10 Tropfen auf Emulgator (Honig, Sahne) 3–5 %
Babys ab 3 Monaten max. 1 Tropfen auf 20 ml Trägeröl 0,1–0,25 %
Kinder 2–6 Jahre 1 Tropfen auf 10 ml Trägeröl 0,25–0,5 %
Auf dieser Seite16Abschnitte
  1. 01 Häufige Fragen
  2. 02 Geschichte & Tradition
  3. 03 Überlieferte Wirkung auf den Körper
  4. 04 Überlieferte Wirkung auf Seele & Gemüt
  5. 05 Basiswissen
  6. 06 Stammpflanze
  7. 07 Gewinnung
  8. 08 Duftbeschreibung
  9. 09 Inhaltsstoffe
  10. 10 Anwendung
  11. 11 Mischungen & Synergie
  12. 12 Sicherheit
  13. 13 Allergien & Kreuzallergien
  14. 14 Qualität & Einkauf
  15. 15 Querverweise
  16. 16 Quellen & Literatur

Häufige Fragen

Wofür wird Ylang-Ylang-Öl traditionell verwendet?
Auf den Philippinen und in Indonesien gehört Ylang-Ylang seit jeher zu Haarpflege und Festbrauchtum: Frauen schmückten ihr Haar mit den frischen Blüten und zogen deren Duft in Kokosöl aus, auf das Bett frisch Vermählter wurden die Blüten gestreut. Im Hausgebrauch wird das Öl heute vor allem in Duftlampe, Bad, Massageöl und Haarkuren verwendet – stets sparsam dosiert.
Was bedeuten die Qualitätsstufen Extra, I, II, III und Complete?
Ylang-Ylang-Öl wird als einziges ätherisches Öl fraktioniert destilliert: Während der 15 bis 20 Stunden dauernden Wasserdampfdestillation werden nacheinander mehrere Fraktionen abgenommen. Extra und I gelten als die feinsten Qualitäten für die Parfümerie, II und Complete als die üblichen Qualitäten der Aromapraxis. III ist die schwerste und günstigste Fraktion, die vor allem in Seifen wandert.
Wie wendet man Ylang-Ylang-Öl richtig an?
Stets stark verdünnt anwenden: für Erwachsene höchstens 1 Prozent in einem Trägeröl wie Jojobaöl oder Mandelöl, im Diffuser genügen 2 bis 3 Tropfen. Der intensive Duft kann in höherer Dosierung Kopfschmerzen auslösen. Niemals unverdünnt auf die Haut auftragen.
Ist Ylang-Ylang-Öl für Kinder geeignet?
Nein. Bei Kindern unter 12 Jahren wird Ylang-Ylang-Öl nicht angewendet – weder auf der Haut noch als Bad oder Raumduft am Kind: Der Duft ist sehr intensiv, und das Öl enthält mehrere starke Kontaktallergene.
Worauf muss ich bei Ylang-Ylang-Öl achten?
Ylang-Ylang-Öl gehört zu den ätherischen Ölen mit dem höchsten Sensibilisierungspotenzial. Vor der ersten Anwendung einen Verträglichkeitstest in der Armbeuge durchführen und 48 Stunden abwarten. In der Schwangerschaft und bei niedrigem Blutdruck nicht verwenden.

Geschichte & Tradition

Ylang-Ylang hat eine lange Geschichte in der südostasiatischen Kultur. Auf den Philippinen und in Indonesien dienten die Blüten seit Jahrhunderten als Haarschmuck, in Zeremonien und als natürliches Parfüm; frisch Vermählte schliefen traditionell auf einem Bett aus Ylang-Ylang-Blüten. Die philippinische Volksheilkunde nutzte Blüten und Öl äußerlich bei Schlangenbissen und fiebrigen Zuständen – Anwendungen, die als historisches Brauchtum überliefert sind, nicht als Empfehlung.

Die westliche Entdeckung erfolgte im 19. Jahrhundert, als französische Siedler auf den Philippinen und in Réunion auf den betörenden Duft aufmerksam wurden. 1860 begann die systematische Destillation in Manila. Ende des 19. Jahrhunderts verlagerte sich die Produktion auf die Komoren und Madagaskar, die bis heute dominieren.

In der Geschichte der Parfümerie schrieb Ylang-Ylang-Öl Geschichte als einer der Hauptbestandteile von Chanel No. 5 (1921), das Ernest Beaux für Coco Chanel kreierte. Dieses Parfüm revolutionierte die Branche und machte Ylang-Ylang-Öl zum begehrten Rohstoff der Luxusparfümerie.

Die Signaturenlehre ordnete Ylang-Ylang der Venus und dem Element Wasser zu – eine historische Denkweise, die Pflanzen nach Gestalt und Wesen deutete und in der sinnlichen, fließenden Art des Blütenöls ihre Zuordnung bestätigt sah.

Überlieferte Wirkung auf den Körper

Hinweis: Die folgenden Beschreibungen beruhen auf überlieferten Traditionen der Volksheilkunde und Aromapraxis. Sie ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung.

Am tiefsten verwurzelt ist Ylang-Ylang in der Haarpflege Südostasiens: Auf den Philippinen und den Molukken zogen Frauen die frischen Blüten in Kokosöl aus und kämmten die duftende Pomade ins Haar. Über den Handelshafen Makassar gelangte eine solche Mischung im 19. Jahrhundert als „Macassar-Öl” nach Europa und wurde in viktorianischen Salons so reichlich verwendet, dass man die Sessellehnen mit eigens erfundenen Schondeckchen – den „Antimacassars” – schützen musste. Bis heute gilt das Öl in der Naturkosmetik als Pflege für trockenes, sprödes Haar, dem es Glanz und Geschmeidigkeit verleihen soll.

Auch der Haut war das Öl zugedacht: In der Naturkosmetik wird Ylang-Ylang eine ausgleichende Art nachgesagt – es soll trockene wie fettige Haut ins Gleichgewicht bringen und findet sich darum in Gesichtsölen für nahezu alle Hauttypen.

Die Aromapraxis schreibt den esterreichen Fraktionen zudem eine lösende, entkrampfende Art zu. Warme Einreibungen mit stark verdünntem Ylang-Ylang galten als Wohltat, wenn sich Bauch oder Schultern vor Anspannung verhärteten – etwa in den Tagen der Monatsblutung oder nach einem aufreibenden Tag. Wo Aufregung Herz und Atem schneller werden lässt, vertrauten Anwender traditionell auf wenige Tropfen im Diffuser und einen Moment ruhigen Atmens.

Berühmt ist schließlich der Ruf des Ylang-Ylang als Blume der Liebenden: In Indonesien streute man die Blüten auf das Bett frisch Vermählter – ein Brauch, der dem Öl bis heute den Beinamen eines Aphrodisiakums der Aromatradition einträgt.

Überlieferte Wirkung auf Seele & Gemüt

Hinweis: Die folgenden Zuschreibungen entstammen der überlieferten Volksheilkunde und Aromatradition. Sie ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung.

Wo der Lavendel kühlt, umhüllt das Ylang-Ylang – so beschreibt die Aromatradition den Unterschied zwischen ihren beiden großen Abendölen. Dem süßen, schweren Blütenduft wird nachgesagt, dass er kreisende Gedanken weich macht und aufgewühlte Gemüter besänftigt: ein Öl für Abende, an denen der Kopf nicht abschalten will. Von den Begründern der modernen Aromatherapie bis zu den Aromabüchern von heute wird ihm dieser ruhig machende Ruf über Generationen weitergereicht.

Zugleich galt der opulente Duft als Muntermacher des Gemüts, der Gefühle von Freude und Lebendigkeit wecken sollte. In höherer Dosierung beschrieben Anwender ihn gar als berauschend – einer der Gründe, warum sparsame Dosierung bei diesem Öl zur guten Praxis gehört.

Wer sich dem eigenen Körper entfremdet fühlte, dem wurde in der psychologisch orientierten Aromapraxis gern Ylang-Ylang gereicht: Der warme, umhüllende Duft soll die Verbindung zur eigenen Sinnlichkeit vertiefen und ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln – ähnlich dem Orangenöl, nur mit mehr Tiefe und Opulenz.

Basiswissen

Im Jahr 1921 stellte der Parfümeur Ernest Beaux seiner Auftraggeberin Coco Chanel eine Reihe nummerierter Duftproben auf den Tisch — sie wählte die fünfte, und mit Chanel No. 5 wurde ein Öl weltberühmt, das bis dahin vor allem die Destillateure der Komoren und der Philippinen kannten: Ylang-Ylang, gewonnen aus den goldgelben Blüten des tropischen Baums Cananga odorata. Der Name stammt aus dem Tagalog, einer Sprache der Philippinen, und wird meist als „Blume der Blumen” gedeutet — dort schmückten sich Frauen seit jeher das Haar mit den langen, bandförmigen Blüten und zogen deren Duft in Kokosöl aus.

Der üppig blumig-süße Duft, der an Jasmin und reife Banane erinnert, polarisiert: Man liebt ihn, oder man empfindet ihn als überwältigend. In der Aromatradition gilt Ylang-Ylang als das Öl der Sinnlichkeit und der weichen Abende — ihm wird nachgesagt, Anspannung zu lösen und das Gemüt zu umhüllen. Eine handwerkliche Besonderheit hat kein zweites ätherisches Öl: die fraktionierte Destillation, bei der bis zu fünf Qualitätsstufen (Extra, I, II, III und Complete) entstehen, die sich in Duft und Inhaltsstoffprofil erheblich unterscheiden.

Stammpflanze

Der Ylang-Ylang-Baum (Cananga odorata forma genuina) ist ein tropischer Laubbaum, der 15–25 Meter hoch wird und zur Familie der Annonengewächse (Annonaceae) gehört. Er ist in Südostasien (Philippinen, Indonesien, Myanmar) heimisch und wird heute in tropischen Regionen weltweit angebaut – besonders auf Madagaskar, den Komoren, Réunion und den Philippinen.

Die Blüten sind das Besondere: Sie hängen in Büscheln von den Zweigen, haben lange, bandförmige Blütenblätter und verändern ihre Farbe während der Reifung von Grün über Gelb zu einem tiefen Gold. Der intensivste Duft wird frühmorgens abgegeben – daher beginnt die Ernte im Morgengrauen.

Es existiert eine nahe Verwandte: Cananga odorata forma macrophylla, die das preiswertere „Canangaöl” liefert. Es hat einen gröberen Duft und wird hauptsächlich für Seife und preiswerte Kosmetik verwendet.

Gewinnung

Ylang-Ylang-Öl wird durch Wasserdampfdestillation der frisch gepflückten Blüten gewonnen. Die Blüten werden in den frühen Morgenstunden per Hand geerntet, wenn der Ölgehalt am höchsten ist. Nur vollständig gelbe bis goldene Blüten werden verwendet.

Das Einzigartige an der Ylang-Ylang-Destillation ist die fraktionierte Gewinnung: Die Destillation dauert insgesamt 15–20 Stunden, und in verschiedenen Zeitabschnitten werden unterschiedliche Qualitäten abgenommen:

  • Extra (erste 1–2 Stunden): Leichteste, feinste Fraktion. Höchster Ester- und Linalool-Gehalt. Für Haute Parfümerie.
  • I (2–3 Stunden): Ähnlich Extra, etwas voller.
  • II (3–5 Stunden): Ausgewogenes Profil, ideal für die Aromapraxis.
  • III (5–20 Stunden): Schwerste Fraktion, höchster Sesquiterpen-Gehalt.
  • Complete (gesamte Destillation, ungeteilt): Alle Fraktionen vereint. Im Hausgebrauch am vielseitigsten.

Die Ausbeute beträgt 1,5–2,5 % bezogen auf das Frischgewicht der Blüten. Für 1 Liter Öl werden 50–80 kg frische Blüten benötigt. Die Komoren und Madagaskar sind die Hauptproduzenten, wobei die Komoren fast 80 % der Weltproduktion liefern.

Duftbeschreibung

Ylang-Ylang hat einen der intensivsten und komplexesten Düfte unter den ätherischen Ölen. Die Kopfnote ist hell-fruchtig, leicht bananig und leicht jasminig – überraschend frisch. Die Herznote entfaltet eine opulente, blumig-süße Fülle, die an Gardenie, Jasmin und exotische Blütenmeere erinnert. Die Basisnote ist cremig, leicht pudrig und balsamisch, mit einem Hauch von Gummi und Vanille.

Als Herznote bildet Ylang-Ylang das emotionale Zentrum vieler Parfümkompositionen. Es ist Hauptbestandteil von Chanel No. 5, Joy von Jean Patou und zahlreichen anderen legendären Parfüms.

Wichtig: Ylang-Ylang ist eines der ätherischen Öle, die in zu hoher Konzentration Kopfschmerzen und Übelkeit auslösen können. Sparsame Dosierung ist der Schlüssel – weniger ist hier definitiv mehr.

Inhaltsstoffe

WirkstoffgruppeHauptvertreterGehalt (Complete)
SesquiterpeneGermacren D, β-Caryophyllen15–35 %
EsterBenzylacetat, Benzylbenzoat10–30 %
MonoterpenoleLinalool3–15 %
Phenylpropanoidep-Methylanisol, Methylbenzoat5–15 %
SesquiterpenoleFarnesol2–8 %
MonoterpeneGermacren, α-Humulen3–8 %

Germacren D und β-Caryophyllen prägen als Sesquiterpene vor allem die schweren Fraktionen II und III und geben dem Öl seine warme, balsamische Tiefe.

Benzylacetat und Benzylbenzoat verleihen dem Öl seine blumig-süße Note. In der Aromatradition gelten gerade die esterreichen Fraktionen als die „weichen” Qualitäten, denen man die entspannende Art des Ylang-Ylang zuschrieb.

Linalool ist besonders in der Extra-Fraktion konzentriert – derselbe Monoterpenalkohol, der auch den Charakter des Lavendelöls mitprägt.

p-Methylanisol erzeugt die charakteristische süßlich-anisartige Note des Ylang-Ylang-Dufts.

Anwendung

Duft-Atempause

1–2 Tropfen Ylang-Ylang-Öl auf ein Taschentuch oder in den Diffuser geben und 10 Minuten lang langsam und tief atmen. Ein einfacher Handgriff für Momente, in denen Aufregung den Atem flach werden lässt.

Sinnliches Massageöl

  • 50 ml Mandelöl
  • 4 Tropfen Ylang-Ylang-Öl (Complete oder II)
  • 3 Tropfen Bergamotteöl (FCF)
  • 2 Tropfen Rosenöl

Alle Zutaten vermischen. Für eine sinnliche Partnermassage.

Haarpflegeöl

  • 30 ml Kokosöl
  • 4 Tropfen Ylang-Ylang-Öl
  • 3 Tropfen Lavendelöl
  • 2 Tropfen Rosmarinöl

In das feuchte Haar einmassieren, 30 Minuten einwirken lassen, auswaschen. Für Glanz und Geschmeidigkeit – die moderne Form der alten Blütenpomade.

Entspannungsbad

4–5 Tropfen Ylang-Ylang-Öl + 3 Tropfen Lavendelöl in 2 EL Sahne emulgieren. Dem Badewasser (37 °C) zusetzen. Ein Bad für Abende, an denen der Tag nicht loslassen will.

Raumduft für romantische Atmosphäre

2 Tropfen Ylang-Ylang-Öl + 3 Tropfen Orangenöl + 1 Tropfen Zedernöl im Diffuser. Erzeugt eine warme, einladende Atmosphäre.

Blüten-Gesichtsöl

  • 30 ml Jojobaöl
  • 2 Tropfen Ylang-Ylang-Öl (Extra oder I)
  • 2 Tropfen Rosenöl
  • 2 Tropfen Lavendelöl

Abends auf das gereinigte Gesicht auftragen. Für alle Hauttypen.

Mischungen & Synergie

Tropische Nacht: 2 Tropfen Ylang-Ylang-Öl + 3 Tropfen Bergamotteöl + 1 Tropfen Zedernöl. Im Diffuser für romantische Abende.

Abendfrieden: 2 Tropfen Ylang-Ylang-Öl + 3 Tropfen Lavendelöl + 2 Tropfen Bergamotteöl. Im Diffuser zur Abendstunde – eine klassische Mischung der Aromapraxis für aufreibende Tage.

Sommer-Euphorie: 2 Tropfen Ylang-Ylang-Öl + 3 Tropfen Orangenöl + 2 Tropfen Zitronenöl. Im Diffuser – eine sonnig-süße Duftkomposition für helle Stunden.

Luxus-Haaröl: 3 Tropfen Ylang-Ylang-Öl + 3 Tropfen Rosmarinöl + 2 Tropfen Zedernöl in 30 ml Arganöl.

Beste Mischpartner: Rosenöl, Bergamotteöl, Orangenöl, Lavendelöl, Zedernöl, Weihrauchöl, Zitronenöl, Nelkenöl.

Sicherheit

BfR-konforme Verdünnungsrichtlinien:

  • Erwachsene Körperanwendung: maximal 0,8–1 % (5–6 Tropfen auf 30 ml Basisöl) – Ylang-Ylang ist ein starker Sensibilisierer!
  • Gesichtsanwendung: maximal 0,5 % (3 Tropfen auf 30 ml Basisöl)
  • Badeanwendung: maximal 4–5 Tropfen in Emulgator
  • Diffuser: maximal 2–3 Tropfen (höhere Dosierung kann Kopfschmerzen auslösen)

WARNUNG – Überdosierung: Ylang-Ylang-Öl kann in zu hoher Konzentration Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel auslösen. Immer sparsam dosieren!

Kontraindikationen:

  • Schwangerschaft: Nicht verwenden (keine ausreichenden Sicherheitsdaten, potenziell blutdrucksenkend).
  • Niedriger Blutdruck: Ylang-Ylang kann den Blutdruck zusätzlich senken – bei Hypotonie nicht anwenden.
  • Blutdrucksenkende Medikamente: Vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.
  • Kinder unter 12 Jahren: Nicht anwenden (starker Duft, hohes Sensibilisierungspotenzial).

Phototoxizität: Ylang-Ylang-Öl ist NICHT phototoxisch.

Haustiere: Keine gesicherten Daten zur Verträglichkeit. Bei Katzen weder anwenden noch in Räumen mit Katzen vernebeln; bei Hunden nur nach tierärztlicher Rücksprache einsetzen.

Allergien & Kreuzallergien

Ylang-Ylang-Öl enthält zahlreiche EU-deklarationspflichtige Allergene: Linalool, Geraniol, Farnesol, Benzylbenzoat, Benzylsalicylat und Isoeugenol. Es gehört damit zu den ätherischen Ölen mit dem höchsten Sensibilisierungspotenzial.

Benzylbenzoat und Benzylsalicylat sind häufige Kontaktallergene in Kosmetikprodukten. Personen mit bekannter Duftstoffallergie sollten Ylang-Ylang besonders vorsichtig testen.

Isoeugenol ist eines der stärksten bekannten Kontaktallergene und in Ylang-Ylang-Öl in Spuren enthalten. Bei bekannter Isoeugenol-Allergie Ylang-Ylang meiden.

Perubalsam-Allergie: Perubalsam enthält ähnliche Ester wie Ylang-Ylang. Bei Perubalsam-Allergie ist eine Kreuzreaktion möglich.

Allergietest: Aufgrund des hohen Allergen-Potenzials besonders wichtig. 1 Tropfen in 20 ml (!) Basisöl auf die Arminnenseite auftragen. 48 Stunden auf Rötung, Juckreiz oder Schwellung beobachten.

Qualität & Einkauf

Fraktionsbezeichnung beachten: Extra (feinste, für Parfüm), I (für Parfüm und Aromapraxis), II (ideal für die Aromapraxis), III (günstigste Fraktion, für Seifen), Complete (alle Fraktionen – im Hausgebrauch am vielseitigsten). Für die Aromapraxis eignen sich Extra, I, II oder Complete.

GC/MS-Analyse: Je nach Fraktion variieren die Werte erheblich. Complete: Germacren D 15–30 %, Benzylacetat 10–25 %, Linalool 5–15 %.

Herkunft: Komoren (ca. 80 % Weltproduktion), Madagaskar, Philippinen, Réunion. Komorisches Öl gilt als Qualitätsreferenz.

Nachhaltigkeit: Die Ylang-Ylang-Produktion auf den Komoren ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für eines der ärmsten Länder der Welt. Auf Fair-Trade-Zertifizierung achten.

Preis: Extra: ca. 12–25 EUR/5 ml. Complete: ca. 8–15 EUR/10 ml. III: ca. 5–10 EUR/10 ml.

Lagerung: Dunkel, kühl, fest verschlossen. Haltbarkeit: 3–5 Jahre. Der Duft reift mit der Zeit.

Querverweise

Mischpartner: Rosenöl (sinnliche Duftharmonie), Bergamotteöl (elegante Ergänzung), Lavendelöl (klassischer Abendpartner), Zedernöl (erdende Balance), Orangenöl (fröhliche Aufhellung)

Verwandte Öle: Rosenöl (ähnliche sinnliche Qualität), Bergamotteöl (ähnlich sanfter Ruf in der Aromatradition)

Quellen & Literatur

  • René-Maurice Gattefossé : „Aromathérapie“ (1937) — Grundlagenwerk des Begründers der modernen Aromatherapie zu ätherischen Ölen.
  • Jean Valnet: „Aromathérapie“ (1964) — Standardwerk der französischen Aromatradition zur Anwendung ätherischer Öle.
  • Eberhard Teuscher: „Gewürzdrogen“ — Pharmazeutisch-kulturgeschichtliche Einordnung aromatischer Stammpflanzen.
Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenstoffe. Niemals unverdünnt anwenden. Beachte die Verdünnungsrichtlinien und Kontraindikationen.

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