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Kräuter

Heilpflanze · Lippenblütler (Lamiaceae)

Rosmarin.

Rosmarinus officinalis

Der Rosmarin ist der immergrüne Mittelmeerstrauch, den die Klostermedizin als wärmendes Küchen- und Kreislaufkraut in die nördlichen Gärten holte – seit der Antike zugleich als Kraut der Erinnerung überliefert und bis heute für Tee, Wein, Einreibung und Bad gesammelt.

Von Ralf Kluth · Zuletzt redaktionell geprüft:

Kreislauf Konzentration & Gedächtnis Garten & Sammeln Küche & Gewürz Klostermedizin
Familie
Lippenblütler (Lamiaceae)
Synonyme
Antonkraut, Kranzenkraut, Weihrauchkraut, Brautkraut, Meertau
Vor der Anwendung: Hinweise zu Sicherheit & Gegenanzeigen lesen
Rosmarin (Rosmarinus officinalis) — botanische Illustration im Herbarium-Stil
Auf dieser Seite12Abschnitte
  1. 01 Häufige Fragen
  2. 02 Volksheilkunde & Geschichte
  3. 03 Überlieferte Wirkung
  4. 04 Basiswissen
  5. 05 Botanische Merkmale
  6. 06 Standort & Verbreitung
  7. 07 Ernte & Sammlung
  8. 08 Inhaltsstoffe
  9. 09 Anwendung
  10. 10 Sicherheit
  11. 11 Querverweise
  12. 12 Quellen & Literatur

Häufige Fragen

Wofür wird Rosmarin traditionell verwendet?
In der Volksheilkunde gilt der Rosmarin als wärmendes Kreislaufkraut: Sein Tee und der angesetzte Rosmarinwein wurden morgens gereicht, wenn der Kreislauf schwer in Gang kam, und der Rosmarinspiritus diente zum Einreiben kalter Hände und Füße. Seit der Antike trägt er zudem den Ruf eines Krautes der Erinnerung. Sebastian Kneipp griff die wärmenden Rosmarinbäder im 19. Jahrhundert auf, und in der Küche würzt das Kraut seit jeher schwere, fette Gerichte.
Wie bereitet man Rosmarintee zu?
Ein bis zwei Teelöffel getrocknete Rosmarinblätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, zugedeckt 8 bis 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Üblich sind zwei bis drei Tassen über den Tag verteilt, am besten morgens und mittags – wegen seines belebenden Rufs trinkt man ihn traditionell nicht am Abend. Wer ihn als Kur nutzt, macht nach etwa vier Wochen eine Pause.
Darf man Rosmarin in der Schwangerschaft verwenden?
In Schwangerschaft und Stillzeit Rosmarin nur als Küchengewürz in den üblichen kleinen Mengen verwenden. Auf arzneiliche Mengen – also Tee-Kuren, Rosmarinwein und das ätherische Öl – in dieser Zeit verzichten, da Rosmarin in höherer Dosierung als wehenanregend gilt. Im Zweifel vorher mit Hebamme oder Ärztin sprechen.
Welche Nebenwirkungen und Risiken hat Rosmarin?
Rosmarin gilt in arzneilichen Mengen als kreislaufanregend und kann den Blutdruck steigern – wer unter Bluthochdruck leidet, klärt die Anwendung vorher ärztlich ab. Das campherhaltige ätherische Öl ist bei Epilepsie zu meiden und wird bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet. In hoher Dosierung können Magenreizungen auftreten; das ätherische Öl niemals unverdünnt auf die Haut bringen und nicht innerlich einnehmen.

Volksheilkunde & Geschichte

Die Geschichte des Rosmarins als Kulturpflanze reicht weit zurück. Im Capitulare de villis, der Landgüterverordnung Karls des Großen um das Jahr 800, steht der Rosmarin auf der Liste der Pflanzen, die in den Gärten des Reiches zu ziehen seien – über die Klostergärten fand der Mittelmeerstrauch so seinen Weg in den kühlen Norden.

Berühmt wurde er durch das „Ungarische Wasser” (Aqua Reginae Hungariae), eines der ersten alkoholischen Duftwässer Europas. Der Legende nach erhielt die betagte Königin Elisabeth von Ungarn im 14. Jahrhundert von einem Einsiedler das Rezept einer Rosmarin-Essenz, die sie so frisch erhalten haben soll, dass ihr noch mit über siebzig Jahren ein Heiratsantrag gemacht worden sei. Ob Wahrheit oder Werbung der frühen Destillateure – das Ungarische Wasser blieb über Jahrhunderte ein Verkaufsschlager und machte den Rosmarin zum Inbegriff der belebenden Essenz.

In Zeiten der Pest räucherte man mit Rosmarin die Krankenstuben aus, und in den berüchtigten „Vier-Räuber-Essig”, mit dem sich Plünderer angeblich vor der Ansteckung schützten, gehörte das Kraut neben anderen hinein. Als Symbol für Treue und Gedenken begleitete der immergrüne Zweig zugleich Hochzeiten und Begräbnisse – ein Brauch, der bis in Shakespeares Hamlet nachklingt, wo Ophelia spricht: „Da ist Rosmarin, das ist für die Erinnerung.”

Diesen Ruf als Kraut der Erinnerung trug der Rosmarin schon aus der Antike: Im alten Griechenland sollen sich Studenten zur Prüfung Zweige ins Haar gesteckt haben. Im 19. Jahrhundert schließlich machte Sebastian Kneipp die wärmenden Rosmarinbäder und den Rosmaringeist in seiner Bäderlehre einem breiten Publikum bekannt – als Mittel für den, wie er es nannte, trägen Kreislauf.

Überlieferte Wirkung

Hinweis: Die folgenden Beschreibungen beruhen auf überlieferten Traditionen der Volksheilkunde. Sie ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung.

Über allem steht der Ruf des Rosmarins als wärmendes Kreislaufkraut. Wem morgens der Kreislauf nicht in Schwung kommen wollte, dem reichte man auf dem Land eine Tasse Rosmarintee oder ein Gläschen angesetzten Rosmarinwein. Der Überlieferung nach sollte das Kraut die müden Lebensgeister wecken und einem niedrigen Blutdruck auf die Sprünge helfen – ein belebendes Gegenstück zu den „kühlenden” Kräutern der alten Säftelehre. Sebastian Kneipp nahm diese Tradition im 19. Jahrhundert in seine Bäderlehre auf und empfahl warme Rosmarinbäder zur Belebung.

Eng damit verbunden ist der zweite Strang: die Durchblutung. Kalten Händen und Füßen, müden, schweren Beinen begegnete man traditionell mit kräftigen Einreibungen aus Rosmarinspiritus und mit wechselwarmen Bädern. In der überlieferten Schönheitspflege galten solche Einreibungen und Bürstenmassagen mit Rosmarin auch als Mittel, das straffe Bindegewebe zu pflegen, wie es bei Cellulite gewünscht ist.

Ein dritter, sehr alter Strang macht den Rosmarin zum Kraut der Erinnerung. Schon in der Antike sagte man ihm nach, das Gedächtnis wach zu halten; Studierende sollen sich der Überlieferung zufolge Rosmarinzweige ins Haar geflochten haben. Bis heute hält sich der Brauch, ein paar Tropfen in den Raum zu geben, wenn der Kopf bei der Arbeit klar bleiben soll.

Schließlich kannte die Hausapotheke den Rosmarin als verdauungsförderndes Gewürz: Zu schweren, fetten Speisen wurde er nicht nur des Geschmacks wegen gereicht, sondern weil ihm nachgesagt wurde, einen trägen Magen anzuregen.

Basiswissen

Kaum ein Küchenkraut trägt seine Herkunft so unverhohlen im Namen wie der Rosmarin: ros marinus, „Tau des Meeres”, nannten ihn die Römer – ein Bild für den frostempfindlichen Strauch, der im Mittelmeerraum an sonnenheißen Küstenhängen wächst und dort vom salzigen Dunst der Brandung benetzt wird. In den Gärten nördlich der Alpen ist er ein Zugereister, der hinter Mauern und in Kübeln überwintert werden muss, und doch hat er sich dort über Jahrhunderte tief eingenistet – in der Küche, in der Hausapotheke und im Brauchtum.

Denn der Rosmarin war nie bloß Gewürz. Als Kranz aus seinen immergrünen Zweigen begleitete er Brautleute zum Altar und Verstorbene zu Grabe: ein Sinnbild für Treue und Gedenken, weil das Kraut auch im Winter nicht welkt. Aus diesem Ruf erklären sich Volksnamen wie „Kranzenkraut” und „Brautkraut”; als „Weihrauchkraut” wanderte es in die Räucherpfanne, als „Antonkraut” stand es unter dem Schutz des heiligen Antonius. In der Volksheilkunde galt es seit jeher als das wärmende Kraut für einen müden Kreislauf – ein Ruf, der den Rosmarin bis in die Badekuren des 19. Jahrhunderts begleitet hat.

Botanische Merkmale

Der Rosmarin (Rosmarinus officinalis, in der neueren Systematik Salvia rosmarinus) ist ein immergrüner, stark aromatischer Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Er wird zwischen 50 und 150 cm hoch und bildet mit dem Alter verholzende, grau berindete Stängel, aus denen dicht beblätterte Jungtriebe austreiben.

Blätter: Die schmalen, nadelförmigen Blätter sind ledrig und sitzen ungestielt am Zweig. Ihre Oberseite ist dunkelgrün und glänzend, die Unterseite weißlich-filzig behaart, der Blattrand nach unten eingerollt – eine Bauweise, die den Wasserverlust am Trockenstandort verringert. Zwischen den Fingern zerrieben, setzen sie ihren kräftigen, kampferartig-harzigen Duft frei.

Blüten: Die zweilippigen Blüten sind hellblau bis violett, seltener weiß oder rosa, und stehen in kleinen Trauben in den oberen Blattachseln. In milden Lagen erscheinen sie schon ab Februar, sonst von März bis Mai; sie sind eine geschätzte frühe Bienenweide.

Verwechslungsgefahr: Im belaubten Zustand kann junger Rosmarin mit Lavendel verwechselt werden, der zur selben Familie gehört, dessen Blätter aber graugrün und nicht glänzend sind. Heikler ist eine andere Pflanze, die unter dem irreführenden Namen „Wilder Rosmarin” kursiert: der Sumpfporst (Rhododendron tomentosum, früher Ledum palustre), ein Heidekrautgewächs der Moore mit ähnlich schmalen, unterseits filzigen Blättern. Er ist giftig und hat mit dem echten Rosmarin nichts gemein – wer in der Natur sammelt, achtet auf den eindeutigen Rosmarinduft und meidet jede Pflanze aus moorigem Gelände.

Standort & Verbreitung

Der Rosmarin ist im gesamten Mittelmeerraum heimisch und besiedelt dort trockene, sonnige, kalkreiche Hänge, Macchien und Küstenfelsen. Er liebt magere, durchlässige Böden und volle Sonne; Staunässe und schwere, nasse Erde verträgt er nicht.

In Mitteleuropa wird er als Gewürz- und Gartenpflanze kultiviert, gilt hier aber als frostempfindlich und übersteht nur milde Winter im Freiland (Winterhärtezone 8). In rauen Lagen zieht man ihn deshalb im Topf und überwintert ihn hell und kühl, aber frostfrei.

Anbau im Garten: Rosmarin braucht den wärmsten, sonnigsten Platz des Gartens, gern an einer geschützten Südwand. Der Boden sollte durchlässig und eher kalkhaltig sein; eine Drainageschicht aus Sand oder Splitt beugt Wurzelfäule vor. Die Anzucht aus Samen ist langwierig – einfacher gelingt die Vermehrung über Stecklinge, die man im Sommer von nicht blühenden Trieben schneidet. Gegossen wird sparsam, gedüngt kaum.

Ernte & Sammlung

Erntezeit: Da der Rosmarin immergrün ist, lassen sich Triebspitzen und Blätter das ganze Jahr über frisch schneiden. Den höchsten Gehalt an ätherischem Öl tragen die Blätter kurz vor und während der Blüte; wer auf Vorrat trocknet, erntet daher am besten im späten Frühjahr an einem trockenen, sonnigen Vormittag.

Pflanzenteil: Verwendet werden die beblätterten jungen Triebspitzen. Beim Schnitt nur in den grünen, nicht verholzten Bereich gehen – aus altem Holz treibt der Strauch nur zögerlich wieder aus.

Trocknung: Die Zweige locker zu kleinen Büscheln binden und kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort aufhängen, oder die abgestreiften Blätter dünn auf einem Gitter ausbreiten. Bei höchstens 35 °C trocknen, damit das ätherische Öl erhalten bleibt. Anschließend die spröden Blättchen von den Stängeln streifen.

Haltbarkeit: In dunklen, luftdicht verschlossenen Gläsern bleibt getrockneter Rosmarin etwa ein Jahr aromatisch. Lässt das Aroma beim Zerreiben nach, ist die Ware überlagert und gehört auf den Kompost.

Inhaltsstoffe

WirkstoffgruppeHauptvertreterGehalt
Ätherisches Öl1,8-Cineol, Campher, α-Pinen, Borneol, Verbenon1,0–2,5 %
DiterpenphenoleCarnosolsäure, Carnosol, Rosmanol1,5–4,5 %
PhenolcarbonsäurenRosmarinsäure, Chlorogensäure, Kaffeesäure1–4 %
TriterpeneUrsolsäure, Oleanolsäure, Betulinsäure2–4 %
FlavonoideApigenin, Luteolin, DiosminSpuren
GerbstoffeLamiaceen-Gerbstoffe3–8 %

Rosmarinsäure trägt den Rosmarin sogar im Namen, weil sie zuerst aus ihm beschrieben wurde – tatsächlich kommt sie aber in der gesamten Familie der Lippenblütler vor, etwa in Melisse und Salbei. Sie zählt zu den Phenolcarbonsäuren und ist gut wasserlöslich, geht also in den Teeaufguss über.

Carnosolsäure und die übrigen Diterpenphenole schützen das fetthaltige Pflanzengewebe vor dem Ranzigwerden. Auf dieser rein technischen Eigenschaft beruht es, dass Rosmarinextrakt als Lebensmittelzusatzstoff (E 392) zur Haltbarmachung von Fetten und Ölen zugelassen ist.

Campher und 1,8-Cineol prägen den durchdringenden, kühl-würzigen Geruch des Krautes. Ihr Anteil schwankt je nach Herkunft und Standort erheblich – derselbe botanische Rosmarin bildet je nach Klima unterschiedliche Duftprofile (Chemotypen) aus, was sich vor allem im daraus destillierten ätherischen Öl bemerkbar macht.

Anwendung

Rosmarintee (innerlich)

Zubereitung: 1–2 Teelöffel (etwa 2 g) getrocknete Rosmarinblätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, zugedeckt 8–10 Minuten ziehen lassen, abseihen.

Dosierung: 2–3 Tassen täglich, vorzugsweise morgens und mittags. Wegen der belebenden Tradition nicht am späten Abend trinken. Als Kur über höchstens vier Wochen, dann eine Pause einlegen.

Traditionell verwendet bei: niedrigem Blutdruck am Morgen, Kreislaufschwäche, Müdigkeit und nachlassender Konzentration.

Rosmarinwein (innerlich)

Zubereitung: Eine Handvoll frische Rosmarinzweige (etwa 20–30 g) in 1 Liter Weißwein einlegen, verschlossen 5 Tage an einem kühlen Ort ziehen lassen, gelegentlich schwenken, dann abseihen.

Dosierung: Morgens ein kleines Likörglas (etwa 2–4 cl). Kühl und dunkel gelagert einige Wochen haltbar.

Hinweis: Der Rosmarinwein ist eines der ältesten Hausrezepte für einen matten Kreislauf und findet sich schon in mittelalterlichen Kräuterbüchern. Wegen des Alkohols ungeeignet für alle, die Alkohol meiden müssen.

Rosmarinspiritus zum Einreiben (äußerlich)

Zubereitung: 50 g getrocknete Rosmarinblätter mit 250 ml Weingeist (70 %) übergießen, verschlossen 2 Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen, täglich schütteln, abseihen.

Anwendung: Sparsam auf kalte Hände und Füße oder müde, schwere Beine geben und kräftig einreiben, bei den Beinen von unten nach oben in Richtung Herz.

Traditionell verwendet bei: Kältegefühl in Händen und Füßen, müden Beinen und zur belebenden Massage.

Belebendes Rosmarinbad (äußerlich)

Zubereitung: 50 g getrocknetes Rosmarinkraut mit 1 Liter Wasser aufkochen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und den Sud ins Badewasser geben. Alternativ ein fertiges Rosmarin-Badeöl nach Packungsangabe verwenden.

Anwendung: Bei 35–37 °C etwa 15 Minuten baden, am besten morgens oder am frühen Nachmittag – nicht vor dem Schlafengehen, da das Bad als anregend gilt.

Traditionell verwendet bei: Kreislaufschwäche, Müdigkeit und zur Belebung nach dem Aufstehen.

Sicherheit

Kontraindikationen:

  • Schwangerschaft und Stillzeit: Arzneiliche Mengen – Tee-Kuren, Rosmarinwein und das ätherische Öl – meiden, da Rosmarin in höherer Dosierung als wehenanregend gilt. Rosmarin nur als Küchengewürz in üblichen kleinen Mengen verwenden.
  • Bluthochdruck: Rosmarin gilt in arzneilichen Mengen als kreislaufanregend und kann den Blutdruck steigern. Bei bekanntem Bluthochdruck Tee-Kuren, Rosmarinwein und Bäder nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden.
  • Epilepsie: Das campherhaltige ätherische Öl kann Krampfanfälle begünstigen und ist bei Epilepsie strikt zu meiden.

Ätherisches Öl: Niemals unverdünnt auf die Haut auftragen und nicht innerlich einnehmen. Vor der ersten äußeren Anwendung einen Verträglichkeitstest in der Armbeuge machen. Nicht in der Nähe von Augen und Schleimhäuten anwenden.

Kinder: Das ätherische Rosmarinöl wird wegen seines Campher- und Cineolgehalts bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet – bei Säuglingen und Kleinkindern kann es zu Atemnot bis hin zu einem Verkrampfen des Kehlkopfs führen. Rosmarinbäder bei kleinen Kindern höchstens als mild dosierter Kräutersud und nur nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis, nie mit Rosmarin-Badeöl.

Magen und Nieren: In hoher Dosierung kann Rosmarin den Magen reizen. Bei bestehenden Nierenleiden sind anhaltende Tee-Kuren zu meiden.

Haustiere: Das ätherische Öl ist für Katzen giftig – in Haushalten mit Katzen weder vernebeln noch auf erreichbaren Flächen anwenden.

Grenzen des Hausgebrauchs: Anhaltend niedriger Blutdruck mit Schwindel, Schwächeanfällen oder Ohnmacht gehört ärztlich abgeklärt und ist kein Fall für die Teekanne allein. Dauerhafte Konzentrationsstörungen ebenso.

Querverweise

Ätherische Öle: Rosmarinöl – aus den blühenden Triebspitzen destilliert, in der Aromatradition das Öl der wachen Stunden

Hausmittel: Kräutertinktur – der Rosmarinspiritus folgt demselben überlieferten Ansatzprinzip

Verwandte Kräuter: Salbei (gleiche Familie, ebenfalls ein würziges Küchen- und Heilkraut des Südens), Thymian (gleiche Familie, mediterranes Würz- und Hausmittelkraut), Weißdorn (traditionell rund um Herz und Kreislauf geschätzt)

Heilsteine: Hämatit – der „Blutstein” wird in der Steinheilkunde traditionell dem Kreislauf und der Durchblutung zugeordnet und passt zur belebenden Welt des Rosmarins

Anwendungen: Durchblutung, Cellulite, Kreislaufschwäche und Konzentration – überliefertes Wissen rund um die Symptom-Themen des Rosmarins

Quellen & Literatur

  • Pedanios Dioskurides : „De materia medica“ (1. Jh. n. Chr.) — antikes Standardwerk der Arzneipflanzenkunde mit umfassender Beschreibung der Mittelmeerflora
  • Pier Andrea Mattioli (Matthiolus): „Kreutterbuch“ (16. Jh.) — verbreitetes Kräuterbuch der Renaissance mit ausführlichem Pflanzenteil
  • Sebastian Kneipp : „Meine Wasserkur“ (19. Jh.) — Grundwerk der Kneipp’schen Bäder- und Kräuterlehre
Heilpflanzen können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben. Die hier genannten Anwendungen ersetzen keinen Arztbesuch. Beachte die Sicherheitshinweise im Abschnitt „Sicherheit“.

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