Anwendungen · Verdauung
Appetitlosigkeit: Bitterkräuter & Öle.
Bei Appetitlosigkeit setzt die Volksheilkunde traditionell auf Bitterkräuter wie Wermut, Löwenzahn und Schafgarbe, die als Tee oder Tropfen vor dem Essen gereicht wurden, um den Gaumen zu wecken. Bockshornklee galt seit der Antike als kräftigendes Würzmittel, und in der Aromatradition begleiten heitere Zitrusdüfte wie Bergamotte- und Orangenöl die Mahlzeit. Hält die Appetitlosigkeit länger an oder geht sie mit unerklärlichem Gewichtsverlust einher, gehört sie in ärztliche Abklärung.
Heilkräuter
11
Alant
Alte Kräuterbücher führen die aromatisch-bittere Alantwurzel unter den Magenbittern: Ein kleines Glas Alantwein vor dem Essen sollte den Appetit wecken, woran noch der Volksname „Darmwurz“ erinnert. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern nicht anwenden.
Mehr erfahren
Beifuß
Als bitteres Würzkraut kam der Beifuß traditionell an fette Braten und in selbst angesetzte Bittertropfen – sein herbes Aroma sollte den Magen auf das schwere Mahl einstimmen. In Schwangerschaft und Stillzeit meiden und wegen des Thujons nur sparsam verwenden.
Mehr erfahren
Bockshornklee
Die würzig nach Heu duftenden Samen galten seit der Antike als kräftigendes Mittel; in den Klostergärten reichte man Bockshornklee traditionell, um nach Krankheit oder in Zehrzeiten wieder zu Kräften und zur Lust am Essen zu kommen.
Mehr erfahren
Engelwurz
Im Hausgebrauch war die Engelwurz zuerst eine Magenwurzel: Wer wenig Appetit hatte, bekam eine Tasse des bitter-würzigen Wurzeltees vor der Mahlzeit oder ein Gläschen Magenbitter, in dem die Angelikawurzel selten fehlte. In der Schwangerschaft und bei Magen- oder Darmgeschwüren nicht anwenden; nach der Anwendung intensive Sonne meiden.
Mehr erfahren
Knoblauchsrauke
Wenn im März die Vorräte zur Neige gingen, holte man die ersten Blätter der Knoblauchsrauke vom Heckensaum; in der Volksheilkunde galt das scharfe Grün als Appetitmacher der Frühjahrsküche. Nur sicher bestimmt sammeln – im Zweifel stehen lassen.
Mehr erfahren
Kümmel
Als aromatisches Gewürz gehörte der Kümmel zu den Kräutern, die man vor der Mahlzeit reichte, wenn der Appetit darniederlag und der Magen träge war – im Brot und in schweren Kohl- und Krautgerichten ist er bis heute zu Hause.
Mehr erfahren
Löwenzahn
Der Löwenzahn galt der Volksheilkunde als das große Bitterkraut für Leber und Galle — und ein bitterer Frühjahrstrunk aus Blatt und Wurzel sollte der alten Beobachtung nach den müden Magen anregen und den Appetit wecken.
Mehr erfahren
Sauerampfer
Nach Wintern mit Sauerkraut, Rüben und Gepökeltem galt das erste saure Grün als Weckruf: Die säuerliche Frische des Sauerampfers sollte die Esslust wecken, wenn sie nach Krankheit oder im Frühjahr ausblieb. Wegen der Oxalsäure nur als würzende Zutat in kleinen Mengen verwenden, bei Nierensteinen oder Nierenleiden gar nicht.
Mehr erfahren
Schafgarbe
Alte Kräuterbücher schätzten das bittere Wiesenkraut für Magen und Unterleib; der Schafgarbe wurde traditionell eine den Verdauungssäften zuträgliche Art nachgesagt, weshalb sie in Magenteemischungen vor der Mahlzeit ihren Platz fand.
Mehr erfahren
Wegwarte
Nach dem alten Grundsatz, dass Bitteres den Magen in Gang bringe, stand im Frühjahr die Schüssel mit den herben Rosettenblättern der Wegwarte neben dem Brot; in der Volksheilkunde galt sie als Kraut, das den Appetit wecke. Rosetten nur sicher bestimmt sammeln, denn das giftige Jakobs-Kreuzkraut sieht ihnen ähnlich; bei Gallensteinen Wurzel- und Krauttee nur nach ärztlicher Rücksprache trinken.
Mehr erfahren
Wermut
Das Inbegriff-Bitterkraut der europäischen Klostergärten: Seit der Antike galt Wermut als Magenbitter schlechthin, und ein Schluck Wermuttee oder -tinktur vor dem Essen gehörte zu den klassischen überlieferten Mitteln, um einen lustlosen Gaumen zu reizen.
Mehr erfahrenHäufige Fragen
5Welche Kräuter gelten bei Appetitlosigkeit traditionell als appetitanregend?
Welches ätherische Öl wird Appetitlosigkeit in der Aromatradition zugeordnet?
Wie wurde ein Bittertee gegen einen lustlosen Gaumen traditionell zubereitet?
Woher stammt der Brauch, Bitterkräuter vor dem Essen zu reichen?
Wann sollte man bei Appetitlosigkeit ärztlichen Rat suchen?
Wann zum Arzt?
Hausmittel und Überlieferung haben Grenzen. Ärztlichen Rat suchen, wenn eines dieser Zeichen zutrifft:
- Die Appetitlosigkeit hält länger als ein bis zwei Wochen an oder kehrt immer wieder
- Ungewollter Gewichtsverlust, ohne dass sich die Ernährung geändert hätte
- Begleitende Beschwerden wie anhaltende Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Schluckbeschwerden
- Appetitlosigkeit bei Kindern, älteren oder geschwächten Menschen mit drohendem Flüssigkeits- oder Nährstoffmangel
- Begleitend gedrückte Stimmung, anhaltende Müdigkeit oder Fieber unklarer Ursache
Verwandte Anwendungsgebiete
Alle Anwendungsgebiete im Überblick.
71 Themen in 11 Kategorien — von Atemwegen bis Schlaf.