Zum Inhalt springen
Altes Wissen

Die Inhalte auf altes-wissen.org dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultiere bei gesundheitlichen Beschwerden immer eine Ärztin oder einen Arzt.

Ätherische Öle

Ätherisches Öl · Süßgräser (Poaceae)

Palmarosaöl.

Cymbopogon martinii

Weich rosig-blumig mit grüner, leicht grasiger Frische und einer geranienartigen Süße – der überraschend blütige Duft eines tropischen Grases, das lange als preiswerter Bruder des Rosenöls galt.

Von Ralf Kluth · Zuletzt redaktionell geprüft:

Hautpflege Gesichtspflege Rosenduft Aromatradition Entspannung
Pflanzenfamilie
Süßgräser (Poaceae)
Gewinnung
Wasserdampfdestillation des blühenden Grases
Duftprofil
Herznote
Vor der Anwendung: Hinweise zu Sicherheit & Gegenanzeigen lesen
Palmarosaöl (Cymbopogon martinii) — Illustration im Herbarium-Stil

Sicherheit auf einen Blick

Kinder

geeignet*

Schwangerschaft

nicht geeignet

Haustiere

fernhalten

Phototoxisch

nein

Deklarationspflichtige Allergene

Geraniol Linalool Citronellol Farnesol Limonene

Kreuzallergie-Familie: Süßgräser

* in korrekter Verdünnung — siehe Verdünnungstabelle

Verdünnungsrichtlinien

Verdünnungsrichtlinien
Anwendung Konzentration
Gesichtspflege 1–2 Tropfen auf 10 ml Trägeröl 0,5–1 %
Körpermassage 2–6 Tropfen auf 10 ml Trägeröl 1–3 %
Vollbad 6–10 Tropfen auf Emulgator (Honig, Sahne) 3–5 %
Babys ab 3 Monaten max. 1 Tropfen auf 20 ml Trägeröl 0,1–0,25 %
Kinder 2–6 Jahre 1 Tropfen auf 10 ml Trägeröl 0,25–0,5 %
Auf dieser Seite16Abschnitte
  1. 01 Häufige Fragen
  2. 02 Geschichte & Tradition
  3. 03 Überlieferte Wirkung auf den Körper
  4. 04 Überlieferte Wirkung auf Seele & Gemüt
  5. 05 Basiswissen
  6. 06 Stammpflanze
  7. 07 Gewinnung
  8. 08 Duftbeschreibung
  9. 09 Inhaltsstoffe
  10. 10 Anwendung
  11. 11 Mischungen & Synergie
  12. 12 Sicherheit
  13. 13 Allergien & Kreuzallergien
  14. 14 Qualität & Einkauf
  15. 15 Querverweise
  16. 16 Quellen & Literatur

Häufige Fragen

Wofür wird Palmarosaöl traditionell verwendet?
Palmarosaöl gilt in der Aromapraxis vor allem als sanftes Hautpflegeöl: verdünnt in Gesichts- und Körperölen für trockene oder unreine Haut sowie als preiswerter, rosig duftender Ersatz für kostbares Rosenöl. Dem weichen Blütenduft wird außerdem nachgesagt, an aufreibenden Tagen für ein ausgeglichenes Gemüt zu sorgen.
Wie wird Palmarosaöl auf der Haut verdünnt?
Palmarosaöl gilt als gut verträglich, wird aber wie jedes ätherische Öl nie unverdünnt aufgetragen. Für Erwachsene sind 1 bis 2 Prozent üblich, das entspricht etwa 6 bis 12 Tropfen auf 30 ml Trägeröl wie Jojoba- oder Mandelöl; im Gesicht bleibt man bei höchstens 1 Prozent. Vor der ersten Anwendung einen Verträglichkeitstest in der Armbeuge machen.
Ist Palmarosaöl für Kinder geeignet?
Bei Kindern unter sechs Jahren Palmarosaöl nicht ohne kinderärztlichen Rat anwenden. Ab sechs Jahren höchstens 0,5 Prozent und nur nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis.
Darf man Palmarosaöl in der Schwangerschaft anwenden?
Wegen des sehr hohen Geraniolgehalts wird Palmarosaöl in der Schwangerschaft vorsichtshalber gemieden. Wer während dieser Zeit ätherische Öle nutzen möchte, sollte dies nur nach Rücksprache mit Hebamme oder Ärztin tun.
Warum riecht Palmarosaöl nach Rosen, obwohl es ein Gras ist?
Palmarosa ist zwar ein tropisches Duftgras, doch sein Öl besteht ganz überwiegend aus Geraniol – demselben Riechstoff, der auch dem Rosen- und dem Geranienöl ihren Charakter gibt. Deshalb wurde es früher als „Indisches Geranienöl“ gehandelt und zum Strecken teuren Rosenöls verwendet.

Geschichte & Tradition

Palmarosa gehört zu den ältesten Handelsdüften Indiens. Schon lange bevor eine europäische Aromatradition entstand, wurde das rosig duftende Gras in den Hügeln des Subkontinents geschnitten, destilliert und über die alten Handelswege verschifft. Im Persischen und Arabischen fand das Öl früh Verwendung, wo man es der kostbaren Rose zur Seite stellte.

Auf den europäischen Märkten tauchte es unter irreführenden Namen auf: Als „Indisches Geranienöl” oder „Turkish Geranium Oil” gelangte es über die Häfen des Osmanischen Reiches in den Handel – ein Name, der die wahre Herkunft aus dem indischen Grasland verschleierte. Der Grund war ein handfestes Geschäft: Weil Palmarosaöl fast so rosig duftet wie echtes Rosenöl, aber nur einen Bruchteil kostet, wurde es über Generationen zum Strecken und Verfälschen des teuren Rosenöls benutzt. Mancher Flakon „Rosenöl” enthielt in Wahrheit einen guten Teil des tropischen Grases – eine Geschichte, die bis heute zur Vorsicht beim Einkauf von Rosenöl mahnt.

Der Gattungsname Cymbopogon stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus kymbe (Kahn) und pogon (Bart) zusammen – eine Anspielung auf die kahnförmigen Hüllblätter und den bärtig-federigen Blütenstand, den auch die verwandten Gräser Zitronengras und Citronella tragen. Das Artwort martinii erinnert an einen frühen Sammler. Mit dem Aufblühen der modernen Aromatherapie im 20. Jahrhundert rückte Palmarosaöl schließlich aus dem Schatten seines Rufs als bloßer Rosenöl-Ersatz und wurde als eigenständiges, besonders hautfreundliches Öl geschätzt.

Überlieferte Wirkung auf den Körper

Hinweis: Die folgenden Beschreibungen beruhen auf überlieferten Traditionen der Volksheilkunde und Aromapraxis. Sie ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung.

In der indischen Überlieferung war Palmarosa zuallererst ein Öl der Haut. In den feuchtwarmen Regionen des Subkontinents rieb man verdünntes Öl auf strapazierte, sonnengegerbte Haut, und der rosige Duft begleitete die Hautpflege in den Bädern wohlhabender Häuser. Diese Verbindung von Palmarosa und Hautpflege hat sich über Jahrhunderte gehalten und ist bis heute der Kern seines Rufs.

In der modernen Aromapraxis gilt Palmarosaöl als eines der ausgleichendsten Hautöle überhaupt: Ihm wird nachgesagt, den Feuchtigkeitshaushalt trockener wie fettiger Haut gleichermaßen zu ordnen, weshalb man es traditionell sowohl bei spröder, schuppiger Haut als auch bei unreinen, glänzenden Partien einsetzt. Verdünnt in einem Trägeröl tupfte man es der Überlieferung nach auf kleine Hautunreinheiten und mischte es in Pflegeöle für ein feineres Hautbild – eine Anwendung, die reife Haut ebenso begleiten soll wie junge.

Auch dem Fußbad und der reinigenden Waschung war das Gras zugedacht: In den Tropen galt sein Duft als Begleiter gegen den strengen Geruch verschwitzter Haut, und bei feuchtwarmem Klima gehörte es zu den Ölen, die man der Frische wegen ins Waschwasser gab. Stets aber blieb die verdünnte, äußerliche Anwendung die Regel – das hochkonzentrierte Öl ist niemals zur Einnahme bestimmt.

Überlieferte Wirkung auf Seele & Gemüt

Hinweis: Die folgenden Zuschreibungen entstammen der überlieferten Volksheilkunde und Aromatradition. Sie ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung.

Dem weichen Rosenton des Palmarosaöls wird seit jeher eine ausgleichende, tröstende Art nachgesagt. Weil sein Duft dem der Rose so nahekommt, ordnete man ihm auch deren überlieferte Gemütswirkung zu: In der Aromatradition gilt Palmarosa als Öl, das an aufreibenden, überhitzten Tagen für eine ruhigere Mitte sorgen soll, ohne müde zu machen. Wer angespannt und gereizt ist, vertraut bis heute gern auf ein paar Tropfen in der Duftlampe.

Anders als schwere, süße Blütendüfte trägt Palmarosa eine grüne, klare Frische in sich – diese Mischung aus Blume und Gras hat ihm den Ruf eines „erdenden Rosenduftes” eingetragen. Man sagte ihm nach, das Herz zu wärmen und zugleich den Kopf klar zu halten, und zählte es so zu den harmonisierenden, mittigen Düften der Aromapraxis. Diese Zuschreibung reicht von den alten Rosenölräumen der indischen Häuser bis in heutige Diffuser und hat über Generationen kaum an Anziehungskraft verloren.

Schließlich begleitet der Duft in der Überlieferung Momente der Selbstpflege: Wo Palmarosa in Gesichts- und Körperölen zum Einsatz kam, verband man mit dem rosigen Aroma nicht nur die Pflege der Haut, sondern auch ein Stück Zuwendung zu sich selbst – ein sinnliches Ritual, das den kostbaren Rosenduft für viele überhaupt erst erschwinglich machte.

Basiswissen

Kaum ein ätherisches Öl führt die Nase so gründlich in die Irre wie Palmarosa: Es duftet weich, rosig und blumig – und stammt doch von einem hochaufschießenden tropischen Gras. Cymbopogon martinii ist ein naher Verwandter von Zitronengras und Citronella, teilt mit ihnen aber nicht deren scharfen Zitronenton, sondern gibt bei der Destillation ein überraschend blütiges Öl frei. Der Grund liegt in der Chemie: Palmarosaöl besteht ganz überwiegend aus Geraniol, jenem Riechstoff, der auch der Rose und der Duftgeranie ihren Charakter verleiht.

Aus dieser Ähnlichkeit erwuchs die ganze Geschichte des Öls. Über Generationen galt Palmarosa als preiswerter Bruder der Rose – ein Duft für alle, die sich echtes Rosenöl nicht leisten konnten, und leider auch ein beliebtes Mittel zu dessen Verfälschung. In der modernen Aromapraxis hat sich das Blatt gewendet: Heute schätzt man Palmarosaöl als eigenständiges, besonders gut verträgliches Hautpflegeöl, das seinen festen Platz zwischen den blumigen Herznoten gefunden hat. Wer den Rosenduft liebt, aber sparsam mit ihm umgehen möchte, beginnt traditionell hier.

Stammpflanze

Palmarosa (Cymbopogon martinii, var. motia) ist ein mehrjähriges, horstbildendes Süßgras aus der Familie der Poaceae. Es treibt aus einem faserigen Wurzelstock schlanke, bis zu drei Meter hohe Halme mit langen, schmalen, blaugrünen Blättern. Charakteristisch ist der lockere, federartige Blütenstand, der zur Reife von grünlich nach rötlich bis blaugrau umfärbt – erst zu diesem Zeitpunkt, wenn das Gras blüht und leicht antrocknet, ist der Ölgehalt am höchsten.

Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem tropischen Indien, wo sie in den Hügellandschaften des Subkontinents wild wächst und kultiviert wird; heute wird sie auch in Nepal, auf den Komoren, in Guatemala, Brasilien und weiteren tropischen Ländern angebaut. Palmarosa gedeiht in feuchtwarmem Klima auf gut durchlässigen Böden und liefert nach der Anpflanzung über mehrere Jahre Schnittgut.

Wichtig ist die Unterscheidung zweier Varietäten: Die Varietät motia liefert das feine, rosig-blumige Palmarosaöl des Handels, während die Varietät sofia (das sogenannte „Ginger-Grass”) ein herberes, weniger geschätztes Öl mit deutlich anderem Duftprofil ergibt. Nur die motia-Form trägt den charakteristischen Rosenton, auf den es in der Aromatradition ankommt.

Gewinnung

Palmarosaöl wird durch Wasserdampfdestillation des blühenden Grases gewonnen. Geerntet werden die oberirdischen Pflanzenteile, sobald der Blütenstand seine rötliche Reifefärbung annimmt – oft lässt man das geschnittene Gras vor der Destillation einige Tage antrocknen, weil der Geraniolgehalt dabei noch ansteigt und der Duft an Feinheit gewinnt.

Für die Destillation wandert das zerkleinerte Gras in große Kessel, durch die heißer Wasserdampf geleitet wird. Der Dampf löst die flüchtigen Inhaltsstoffe aus dem Pflanzenmaterial und führt sie in einen Kondensator, wo sich das Öl vom Pflanzenwasser (Hydrolat) trennt. Palmarosa gehört zu den Gräsern, aus denen das Öl vergleichsweise willig austritt; gleichwohl braucht eine gründliche Destillation ihre Zeit, damit auch die schwerer flüchtigen Ester mit übergehen.

Das fertige Öl ist dünnflüssig und von blassgelber bis leicht grünlich-gelber Farbe. Anders als viele Zitrusöle ist es nicht aus der Schale gepresst, sondern destilliert – und daher frei von den phototoxischen Furocumarinen, die kaltgepresste Öle lichtempfindlich machen. Die Ausbeute liegt je nach Herkunft und Trocknungsgrad im Bereich weniger Zehntelprozent des Pflanzengewichts.

Duftbeschreibung

Palmarosaöl ist ein ausgesprochenes Herznoten-Öl: Es eröffnet nicht so spritzig wie die Zitrusdüfte und klingt nicht so schwer aus wie die Harze, sondern trägt seinen Charakter in der Mitte. Der erste Eindruck ist weich und rosig, mit einer feinen grünen Frische, die an frisch geschnittenes Gras erinnert. Darunter liegt die geranienartige, leicht süße Blütennote, die dem Öl seinen Ruf als Rosenersatz eingetragen hat.

Weil der Duft so ausgewogen zwischen Blume und Grün steht, gilt Palmarosa in der Aromapraxis als besonders anschmiegsamer Mischpartner – es rundet scharfe Düfte und verleiht Kompositionen eine blumige Wärme, ohne sie zu überladen. Anders als das kostbare, fast betäubend süße Rosenöl bleibt es dabei stets frisch und klar.

In der Parfümerie wird Palmarosa den floralen Herznoten zugeordnet. Es harmoniert mit Rosen- und Geranienöl, denen es verwandt ist, ebenso wie mit Zitrusdüften, Holznoten wie Sandelholz und Zeder und den weichen Blütenölen von Ylang-Ylang und Jasmin.

Inhaltsstoffe

WirkstoffgruppeHauptvertreterGehalt
MonoterpenoleGeraniol70–85 %
EsterGeranylacetat5–15 %
Monoterpenole (weitere)Linalool, Citronellol, Nerol2–10 %
MonoterpeneLimonen, Myrcen, β-Ocimen1–4 %
SesquiterpenoleFarnesolSpuren–2 %

Der unbestrittene Hauptbestandteil ist Geraniol – ein Monoterpenol, das bei hochwertigem Palmarosaöl oft mehr als drei Viertel des gesamten Öls ausmacht. Geraniol ist zugleich der Schlüssel zum rosigen Duft: Es ist derselbe Riechstoff, der auch im Rosen-, Geranien- und Citronellaöl vorkommt und dort den blumigen Grundton stellt. Dieser außergewöhnlich hohe Anteil eines einzelnen, gut charakterisierten Stoffes macht Palmarosaöl chemisch ungewöhnlich klar strukturiert.

Der Geraniolgehalt ist auch der wichtigste Qualitätsmarker: Ein feines motia-Öl weist im Analysezertifikat in der Regel 75 Prozent und mehr Geraniol aus, dazu einen merklichen Anteil an Geranylacetat, das dem Duft seine weiche, esterhafte Süße gibt. Die geringen Mengen an Citronellol und Farnesol treten geruchlich kaum hervor, sind aber als deklarationspflichtige Allergene für empfindliche Anwender von Bedeutung.

Anwendung

Gesichtspflegeöl für trockene oder reife Haut

  • 30 ml Jojobaöl oder Hagebuttenkernöl
  • 4 Tropfen Palmarosaöl
  • 2 Tropfen Geranienöl

Alle Zutaten in einer dunklen Flasche mischen. Abends einige Tropfen in die gereinigte Gesichtshaut einklopfen. Entspricht einer Verdünnung von rund 1 Prozent – eine sanfte Pflege, der in der Aromapraxis ein feineres Hautbild nachgesagt wird.

Ausgleichendes Pflegeöl für fettige Haut

  • 30 ml Jojobaöl (zieht leicht ein und verstopft die Poren nicht)
  • 5 Tropfen Palmarosaöl
  • 1 Tropfen Teebaumöl

Sparsam auf die betroffenen Partien auftragen. Palmarosaöl gilt traditionell als das mildere, hautfreundlichere Öl für glänzende, zu Unreinheiten neigende Haut, während der Teebaum die klärende Spitze setzt.

Rosiges Körperöl

  • 50 ml Mandel- oder Sesamöl
  • 8 Tropfen Palmarosaöl
  • 2 Tropfen Ylang-Ylang-Öl

Nach dem Baden auf die noch leicht feuchte Haut auftragen. Ein preiswertes, blumiges Pflegeöl in der Tradition der alten Rosenöl-Rituale (Verdünnung ca. 1 %).

Raumbeduftung (Diffuser)

3–4 Tropfen Palmarosaöl in einen Ultraschall-Diffuser geben und im Wohnraum vernebeln – allein oder mit einem Tropfen Zitrusöl kombiniert. Der weiche Rosenton soll an aufreibenden Tagen für eine ruhigere Stimmung sorgen.

Pflegebad

5–8 Tropfen Palmarosaöl in 2 Esslöffel Sahne, Honig oder Meersalz emulgieren (ätherische Öle nie direkt ins Wasser geben!) und dem warmen Badewasser zusetzen. Ein blumiges Wohlfühlbad für die Abendstunden.

Duftendes Haarwasser

2 Tropfen Palmarosaöl auf einen Holz- oder Naturborstenkamm geben und durch das Haar ziehen – ein alter Kniff, um dem Haar einen zarten Rosenduft mitzugeben. Nicht auf die Kopfhaut träufeln.

Mischungen & Synergie

Palmarosaöl ist ein dankbarer, anschmiegsamer Mischpartner: Sein rosig-grüner Ton verbindet blumige, holzige und zitrische Düfte, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Als preiswerte Blütennote ist es zudem der klassische Verlängerer teurer Rosen- und Jasminöle.

Rosen-Sparmischung: 4 Tropfen Palmarosaöl + 1 Tropfen Rosenöl. Streckt den kostbaren Rosenduft und behält doch die blumige Anmutung – die moderne Fortführung einer sehr alten Praxis.

Hautpflege-Mischung: 3 Tropfen Palmarosaöl + 2 Tropfen Geranienöl + 1 Tropfen Lavendelöl in 30 ml Trägeröl. Eine ausgleichende Komposition für die tägliche Pflege.

Ausgleichs-Mischung (Diffuser): 3 Tropfen Palmarosaöl + 2 Tropfen Bergamotteöl. Der blumige Grund und die sonnige Zitrusspitze für einen angespannten Tag.

Erdender Blütenduft: 2 Tropfen Palmarosaöl + 2 Tropfen Sandelholzöl. Das warme Holz fängt die grüne Frische auf und macht den Duft tragfähiger.

Beste Mischpartner: Rosen- und Geranienöl (verwandte Blütennoten), Sandelholz und Zeder (erdende Basis), Zitrusöle wie Bergamotte und Orange, Ylang-Ylang und Jasmin (blumige Ergänzung) sowie Lavendel als sanfter Ausgleich.

Sicherheit

Palmarosaöl zählt zu den vergleichsweise gut verträglichen ätherischen Ölen und gilt in korrekter Verdünnung als mild. Dennoch gelten die üblichen Vorsichtsregeln für hochkonzentrierte Öle.

Verdünnungsrichtlinien (an den BfR-Empfehlungen orientiert):

  • Erwachsene Körperanwendung: maximal 1–2 % (6–12 Tropfen auf 30 ml Trägeröl).
  • Gesichtsanwendung: maximal 0,5–1 % (3–6 Tropfen auf 30 ml Trägeröl).
  • Kinder ab 6 Jahren: maximal 0,5 % (etwa 3 Tropfen auf 30 ml Trägeröl), nur nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis.
  • Säuglinge und Kleinkinder unter 6 Jahren: keine Anwendung ohne ärztliche Rücksprache.
  • Niemals unverdünnt auf die Haut auftragen und niemals einnehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit: Wegen des sehr hohen Geraniolgehalts wird Palmarosaöl in der Schwangerschaft vorsichtshalber gemieden. Eine Anwendung in dieser Zeit nur nach Rücksprache mit Hebamme oder Ärztin.

Kinder: Unter sechs Jahren nicht ohne kinderärztlichen Rat anwenden. Ab sechs Jahren höchstens 0,5 % und nur nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis.

Hautverträglichkeit: Vor der ersten Anwendung einen Verträglichkeitstest in der Armbeuge machen. Nicht auf verletzte oder entzündete Haut auftragen.

Phototoxizität: Palmarosaöl wird wasserdampfdestilliert und enthält keine phototoxischen Furocumarine – es ist nicht lichtempfindlich und kann daher auch vor Sonnenexposition angewendet werden.

Haustiere: Katzen fehlt das Enzym zur Verstoffwechslung von Terpenen; ätherische Öle können für sie giftig sein. Palmarosaöl nicht an Katzen anwenden und nicht in geschlossenen Räumen mit Katzen vernebeln. Bei Hunden nur nach tierärztlicher Beratung und stark verdünnt.

Allergien & Kreuzallergien

Palmarosaöl enthält mehrere gemäß EU-Kosmetikverordnung deklarationspflichtige Allergene: Geraniol, Linalool, Citronellol, Farnesol und Limonen. Geraniol steht dabei mengenmäßig im Vordergrund – es ist zwar ein weit verbreiteter Blütenriechstoff, zählt aber zu den Duftstoffen, die bei entsprechend veranlagten Personen Kontaktallergien auslösen können.

Sensibilisierung durch Geraniol: Wer bereits auf geraniolhaltige Duftstoffe empfindlich reagiert, sollte Palmarosaöl besonders zurückhaltend dosieren und vorab testen. Auch oxidiertes Öl (durch falsche Lagerung) besitzt ein erhöhtes Sensibilisierungspotenzial.

Kreuzreaktionen mit geraniolreichen Ölen: Wer Palmarosaöl schlecht verträgt, reagiert häufig auch auf andere geraniolreiche Düfte empfindlich – etwa Geranien-, Rosen- oder Citronellaöl. Diese Öle dann ebenfalls meiden oder vorab testen.

Gräserbezug: Da Palmarosa botanisch zu den Süßgräsern gehört, ist bei stark ausgeprägter Gräserpollen-Empfindlichkeit ein vorsichtiger Test ratsam, auch wenn das destillierte Öl selbst keine Pollen enthält.

Allergietest: Vor der ersten Anwendung 1 Tropfen Palmarosaöl in 10 ml Trägeröl mischen, auf die Arminnenseite auftragen und 24 Stunden auf Rötung, Juckreiz oder Schwellung beobachten.

Qualität & Einkauf

Gutes Palmarosaöl erkennt man an folgenden Merkmalen:

Bezeichnung: Auf die botanische Angabe Cymbopogon martinii var. motia achten. Die Varietät sofia („Ginger-Grass”) ergibt ein herberes, geringerwertiges Öl. „Palmarosaöl” ohne Varietätsangabe lässt offen, welche Qualität in der Flasche ist.

Herkunft: Geschätzte Qualitäten stammen aus Indien und Nepal; weitere Anbaugebiete sind Guatemala, Brasilien und die Komoren. Bio-zertifizierte Ware aus kontrolliertem Anbau ist vorzuziehen, da sich Rückstände im ätherischen Öl anreichern können.

Analysezertifikat (GC/MS): Seriöse Anbieter legen eine Gaschromatografie-Analyse vor. Richtwert: Geraniol mindestens 70–75 %, dazu ein merklicher Anteil Geranylacetat.

Abgrenzung zu „Rosenöl”: Historisch wurde Palmarosa zum Strecken teuren Rosenöls benutzt. Wer echtes Rosenöl (Rosa damascena) sucht, sollte auf einen entsprechend hohen Preis und ein Analysezertifikat achten – ein auffällig günstiges „Rosenöl” enthält oft Palmarosa.

Farbe und Konsistenz: Blassgelb bis leicht grünlich-gelb, dünnflüssig, mit weichem, rosig-grünem Duft. Ein nachgedunkeltes, streng riechendes Öl ist überlagert.

Preis: Palmarosaöl ist ein vergleichsweise günstiges Öl (etwa 6–14 EUR pro 10 ml) – gerade das machte es seit jeher zum erschwinglichen Rosenersatz.

Lagerung: Dunkel, kühl und fest verschlossen aufbewahren. Nach Anbruch innerhalb von etwa 12 bis 24 Monaten aufbrauchen, da die Monoterpenole mit der Zeit oxidieren.

Querverweise

Verwandtes Kraut: Ringelblume – klassische Hautpflanze, deren Öle und Salben sich mit Palmarosa in der Hautpflege ergänzen

Mischpartner: Geranienöl (verwandte Rosennote, geraniolreich), Rosenöl (das kostbare Vorbild, das Palmarosa traditionell streckte), Zitronengrasöl (naher Verwandter aus derselben Gattung, frischer Gegenpol)

Heilsteine: Rosenquarz und Rhodonit werden in der Steinheilkunde traditionell für Herz, Selbstzuwendung und zarte Hautpflege aufgelegt

Passende Hausmittel: Ringelblumensalbe und Honig-Gesichtsmaske – überlieferte Hautpflege, die sich mit dem rosigen Duft des Palmarosaöls gut verbindet

Anwendungsbereiche: Trockene Haut, Unreine Haut, Gesichtspflege und Anspannung

Quellen & Literatur

  • René-Maurice Gattefossé : „Aromathérapie“ (1937) — Grundlagenwerk des Begründers der modernen Aromatherapie.
  • Jean Valnet: „Aromathérapie“ (1964) — Standardwerk der französischen Aromatradition zur Anwendung ätherischer Öle.
  • Monika Werner / Ruth von Braunschweig: „Praxis Aromatherapie“ — Deutschsprachiges Praxiswerk zu Hautpflege und Anwendung ätherischer Öle.
Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenstoffe. Niemals unverdünnt anwenden. Beachte die Verdünnungsrichtlinien und Kontraindikationen.

Thema statt Pflanze suchen?

Alle Kräuter, Öle, Heilsteine und Hausmittel — geordnet nach 71 Themen.