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Altes Wissen

Die Inhalte auf altes-wissen.org dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultiere bei gesundheitlichen Beschwerden immer eine Ärztin oder einen Arzt.

Ätherische Öle

Ätherisches Öl · Ölbaumgewächse (Oleaceae)

Jasminöl.

Jasminum grandiflorum

Intensiv-blumig, warm und honigsüß mit einem tierisch-narkotischen Unterton (Indol) – schwer, betörend und von großer Tiefe.

Von Ralf Kluth · Zuletzt redaktionell geprüft:

Aromatradition Parfümerie Sinnlichkeit Blütenduft Naturkosmetik
Pflanzenfamilie
Ölbaumgewächse (Oleaceae)
Gewinnung
Lösungsmittelextraktion der Blüten (Absolue); historisch Enfleurage
Duftprofil
Herznote
Vor der Anwendung: Hinweise zu Sicherheit & Gegenanzeigen lesen
Jasminöl (Jasminum grandiflorum) — Illustration im Herbarium-Stil

Sicherheit auf einen Blick

Kinder

erst ab 12

Schwangerschaft

nicht geeignet

Haustiere

fernhalten

Phototoxisch

nein

Deklarationspflichtige Allergene

Benzylacetat Benzylbenzoat Linalool Farnesol Eugenol Isoeugenol Benzylalkohol

Kreuzallergie-Familie: Ölbaumgewächse

* in korrekter Verdünnung — siehe Verdünnungstabelle

Verdünnungsrichtlinien

Verdünnungsrichtlinien
Anwendung Konzentration
Gesichtspflege 1–2 Tropfen auf 10 ml Trägeröl 0,5–1 %
Körpermassage 2–6 Tropfen auf 10 ml Trägeröl 1–3 %
Vollbad 6–10 Tropfen auf Emulgator (Honig, Sahne) 3–5 %
Babys ab 3 Monaten max. 1 Tropfen auf 20 ml Trägeröl 0,1–0,25 %
Kinder 2–6 Jahre 1 Tropfen auf 10 ml Trägeröl 0,25–0,5 %
Auf dieser Seite16Abschnitte
  1. 01 Häufige Fragen
  2. 02 Geschichte & Tradition
  3. 03 Überlieferte Wirkung auf den Körper
  4. 04 Überlieferte Wirkung auf Seele & Gemüt
  5. 05 Basiswissen
  6. 06 Stammpflanze
  7. 07 Gewinnung
  8. 08 Duftbeschreibung
  9. 09 Inhaltsstoffe
  10. 10 Anwendung
  11. 11 Mischungen & Synergie
  12. 12 Sicherheit
  13. 13 Allergien & Kreuzallergien
  14. 14 Qualität & Einkauf
  15. 15 Querverweise
  16. 16 Quellen & Literatur

Häufige Fragen

Warum ist Jasminöl ein „Absolue“ und kein destilliertes Öl?
Der Duft der Jasminblüte ist hitzeempfindlich und würde bei der Wasserdampfdestillation zerstört. Deshalb löst man die Duftstoffe schonend mit einem Lösungsmittel aus den frischen Blüten und gewinnt so ein „Absolue“ – historisch übernahm die Enfleurage diese Aufgabe, das Einlegen der Blüten in kaltes Fett. Für ein einziges Kilogramm Absolue braucht es Millionen von Hand gepflückter Blüten, was den hohen Preis erklärt.
Wie wendet man Jasminöl richtig an?
Jasmin-Absolue wird stets stark verdünnt in einem Trägeröl wie Jojobaöl oder Mandelöl auf die Haut aufgetragen oder tropfenweise in Duftlampe und Diffuser verwendet. Wegen seiner Intensität genügen sehr kleine Mengen: für die Haut meist unter einem Prozent. Niemals unverdünnt auf die Haut auftragen und nie ins Bad- oder Trinkwasser geben.
Ist Jasminöl für Kinder oder in der Schwangerschaft geeignet?
Nein. Jasminöl in der gesamten Schwangerschaft nicht anwenden. Bei Kindern unter 12 Jahren wird das schwere, intensive Absolue ebenfalls nicht angewendet.
Warum riecht Jasminöl in Reinform fast animalisch?
Für die Tiefe des Jasmins ist unter anderem das Indol verantwortlich, ein Duftstoff mit einer schweren, tierisch anmutenden Note. In winziger Menge verleiht er dem Blütenduft seine lebendige, betörende Fülle; hoch konzentriert erscheint derselbe Stoff schwer und beinahe unangenehm. Diese Spannung macht den unverwechselbaren Charakter des Öls aus.
Worauf muss ich beim Kauf von Jasminöl achten?
Auf die botanische Bezeichnung Jasminum grandiflorum und den Zusatz „Absolue“ achten, denn günstige Fläschchen enthalten fast immer synthetische Nachbauten oder Duftöle. Wegen des hohen Preises bieten seriöse Händler das Absolue oft in Jojobaöl vorgelöst an – für den Hausgebrauch eine gute und ehrliche Wahl.

Geschichte & Tradition

Der Name „Jasmin” reist mit der Pflanze selbst: Er stammt aus dem persischen „yāsamīn”, das über das Arabische und Spanische in die europäischen Sprachen gelangte. In Persien und Indien trug der Jasmin seit jeher den Beinamen „König der Nacht” und „König der Düfte” – denn seine weißen Sternblüten öffnen sich erst nach Sonnenuntergang und verströmen ihren schweren Duft in der Dunkelheit.

In Indien gehört der Jasmin bis heute zu den heiligen Blumen. Frauen flechten die frischen Blüten zu duftenden Girlanden ins Haar, Tempel und Götterbilder werden mit ihnen geschmückt, und kein Hochzeitsfest kommt ohne den weißen Blütenschmuck aus – ein Brauch, der über Generationen weitergereicht wurde. Auch die persische Dichtung besang den Jasmin über Jahrhunderte als Sinnbild von Reinheit und sinnlicher Schönheit zugleich.

In Europa wurde der Großblütige Jasmin – auch Spanischer oder Königsjasmin genannt – ab dem 16. Jahrhundert im südfranzösischen Grasse kultiviert, das damit zur Welthauptstadt der Parfümerie aufstieg. Bis heute steht ein Jasminfeld bei Grasse für das Kostbarste, was ein Blütengarten hervorbringen kann.

Um die Seltenheit der Pflanze rankt sich eine toskanische Legende: Ein Großherzog soll seinem Gärtner bei Strafe verboten haben, auch nur einen Steckling des raren Jasmins herauszugeben. Der Gärtner aber schenkte seiner Liebsten am Namenstag einen blühenden Zweig; sie zog daraus neue Pflanzen, verkaufte die duftenden Sträußchen und wurde wohlhabend – seither, so erzählt man, trägt jede toskanische Braut am Hochzeitstag Jasmin. Ob wahr oder erdacht: Die Geschichte erzählt vom alten Ruf des Jasmins als Blume der Liebe und des Glücks.

In der Aromatradition gilt der Jasmin seit jeher als der warme, sinnliche Gegenpol zu den kühlen und klaren Blütendüften. Ihm wird eine wärmende, aufrichtende und harmonisierende Art nachgesagt – eine Zuschreibung, die sich über Generationen gehalten hat.

Überlieferte Wirkung auf den Körper

Hinweis: Die folgenden Beschreibungen beruhen auf überlieferten Traditionen der Volksheilkunde und Aromapraxis. Sie ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung.

In der Überlieferung ist der Jasmin zuerst ein Öl der Sinne und der Haut. In der indischen und arabischen Duftkultur wurden die frischen Blüten in fette Öle eingelegt – etwa in Sesamöl –, um deren Duft und Wärme für Salbungen und Einreibungen einzufangen. Diese kostbaren Blütenöle galten seit Jahrhunderten als Gunst für gepflegte, verwöhnte Haut, und die Naturkosmetik führt die Linie bis heute fort: Das stark verdünnte Absolue wird traditionell reifer, trockener und spannungsarmer Haut zugedacht, als sparsamer Zusatz in Körper- und Pflegeölen.

Ein zweiter, sehr alter Strang der Tradition gehörte der Geburtshilfe: In den Wochenstuben früherer Generationen legte man den Duft des Jasmins in der Zeit der Niederkunft auf. Daraus folgt heute keine Anwendung – Jasminöl in der gesamten Schwangerschaft nicht anwenden (siehe Sicherheit).

Schließlich vertraute man dem warmen Blütenduft bei den Beschwerden angespannter Tage: Eine sanfte Rücken- oder Schultermassage mit stark verdünntem Jasminöl galt als Wohltat für einen verspannten, müden Körper – eine Anwendung, die in der Aromapraxis bis heute gepflegt wird.

Überlieferte Wirkung auf Seele & Gemüt

Hinweis: Die folgenden Zuschreibungen entstammen der überlieferten Volksheilkunde und Aromatradition. Sie ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung.

Kaum einem Blütenduft wird so beharrlich eine aufrichtende, das Gemüt erwärmende Art nachgesagt wie dem Jasmin. Wo die Rose tröstet und der Lavendel beruhigt, gilt der Jasmin in der Aromatradition seit jeher als der warme, sinnliche Aufheller: Bei gedrückter Stimmung, bei Antriebslosigkeit und in schweren Stunden der Trauer griff man traditionell zu wenigen Tropfen in der Duftlampe. Sein Duft, so heißt es über Generationen, lege sich wie ein warmes Tuch um ein bekümmertes Herz.

Ebenso alt ist der Ruf des Jasmins als Blume der Sinnlichkeit. Als „König der Nacht” wurde er in Persien und Indien mit Liebe, Hochzeit und Nähe verbunden; Festgemächer und Brautzimmer wurden mit seinen Blüten geschmückt. In der Aromapraxis wird dem Öl bis heute nachgesagt, innere Zurückhaltung und Anspannung zu lösen und die Zuwendung zu sich selbst und anderen zu erleichtern.

Dass gerade der nachts erblühende Jasmin dem Gemüt zugedacht wurde, ist kein Zufall der Überlieferung: Sein Duft entfaltet sich, wenn der Tag zur Ruhe kommt. Wer sich nach einem langen Tag etwas Wärme und Zuversicht wünscht, vertraut in der Aromatradition traditionell auf ein, zwei Tropfen des kostbaren Absolue – ein Brauch, der von der alten Duftkultur des Orients bis in die heutigen Diffuser reicht.

Basiswissen

Jasminöl gehört zu den teuersten und begehrtesten Blütenprodukten, die die Parfümerie kennt. Streng genommen ist es kein destilliertes ätherisches Öl, sondern ein Absolue: ein Blütenextrakt, der die flüchtige, hitzeempfindliche Seele der Blüte einfängt, ohne sie der Gewalt des heißen Wasserdampfs auszusetzen. Für ein einziges Kilogramm dieses Absolue müssen Millionen von Hand gepflückter Blüten verarbeitet werden – jede einzelne in den Stunden vor Sonnenaufgang gesammelt.

In der Aromatradition trägt der Jasmin den Beinamen „König der Nacht”: Der Haut wurde er seit jeher als kostbares Pflegeöl zugedacht, dem Gemüt als wärmender, aufrichtender und sinnlicher Duft. Sein schwerer, honigsüßer Charakter mit dem tierisch-narkotischen Unterton macht ihn zu einem der eindrucksvollsten Naturdüfte überhaupt – und zugleich zu einem Öl, das man mit Bedacht und äußerst sparsam einsetzt.

Stammpflanze

Der Großblütige Jasmin (Jasminum grandiflorum), auch Königsjasmin oder Spanischer Jasmin genannt, ist ein rankender, kletternder Strauch aus der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Er bildet lange, biegsame Triebe, gefiederte Laubblätter und weiße, sternförmige Blüten mit langer Röhre, die einen intensiven, süßen Duft verströmen – am stärksten in den Nacht- und frühen Morgenstunden.

Ursprünglich stammt der Großblütige Jasmin aus dem Raum Südasiens und des westlichen Himalaya. Für die Duftgewinnung wird er heute vor allem in Indien und Ägypten angebaut, daneben in Marokko sowie in der südfranzösischen Region um Grasse. Als Mitglied der Ölbaumgewächse ist der Jasmin botanisch mit dem Ölbaum (Olive), der Esche, dem Flieder und der Forsythie verwandt.

Wichtig ist die Abgrenzung von zwei häufig verwechselten Pflanzen. Der Arabische Jasmin (Jasminum sambac) ist ein naher Verwandter, dessen Blüten vor allem zum Aromatisieren von Jasmintee dienen. Der „Falsche Jasmin” oder Gartenjasmin (Pfeifenstrauch, Philadelphus) gehört dagegen einer ganz anderen Pflanzenfamilie an und liefert kein Jasmin-Absolue. Vorsicht ist zudem beim Gelben Jasmin (Gelsemium sempervirens) geboten – eine giftige Pflanze, die trotz ihres Namens nichts mit dem echten Jasmin gemein hat.

Gewinnung

Die Gewinnung des Jasminöls ist von einer Sorgfalt geprägt, die kaum ein anderes Blütenprodukt verlangt. Die Blüten öffnen sich nachts und werden vor Sonnenaufgang von Hand gepflückt, ehe die Wärme des Tages die flüchtigen Duftstoffe entweichen lässt. Diese Ernte ist reine Handarbeit und muss Blüte für Blüte geschehen.

Weil der Duftstoff der Jasminblüte hitzeempfindlich ist, kommt die sonst übliche Wasserdampfdestillation nicht in Frage – sie würde den feinen Duft zerstören. Historisch bediente man sich deshalb der Enfleurage: Die frischen Blüten wurden auf kaltes, gereinigtes Fett gelegt, das ihren Duft über Tage aufnahm. Die so entstandene duftgesättigte Pomade wurde anschließend mit Alkohol ausgewaschen, um das reine Blütenextrakt zu erhalten. Dieses aufwendige Verfahren ist heute weitgehend von der Lösungsmittelextraktion abgelöst worden: Ein flüchtiges Lösungsmittel löst die Duft- und Wachsanteile aus den Blüten, es entsteht zunächst eine wachsartige Masse (das „Concrète”), aus der mit Alkohol das eigentliche „Absolue” gewonnen wird.

Die Ausbeute ist verschwindend gering: Für ein einziges Kilogramm Jasmin-Absolue braucht es Millionen einzelner Blüten. Diese winzige Ausbeute in Verbindung mit der reinen Handarbeit erklärt, warum der Jasmin seit jeher zu den kostbarsten Duftstoffen der Welt zählt.

Duftbeschreibung

Jasmin-Absolue entfaltet einen der vielschichtigsten Blütendüfte überhaupt. Die erste, flüchtige Note wirkt frisch-blumig und leicht grün. Das Herz gehört ganz der Blüte: opulent, warm, honigsüß und schwer, mit einer fruchtigen Fülle. In der Tiefe klingt ein tierisch-narkotischer, fast wachsig-balsamischer Grundton mit – jene animalische Wärme, die den Jasmin so lebendig und betörend macht.

Verantwortlich für diese Tiefe ist unter anderem das Indol, ein Duftstoff mit einer schweren, tierischen Note. In winziger Spur verleiht er dem Blütenduft seine unverwechselbare Sinnlichkeit; für sich genommen wirkt derselbe Stoff beinahe unangenehm. Aus dieser Spannung zwischen blumiger Süße und animalischer Tiefe speist sich der Charakter des Jasmins.

Als Herznote ist der Jasmin ein Herzstück unzähliger Parfüms und gilt in der Parfümerie als „König der Blütendüfte”. Er harmoniert besonders mit Rose, Ylang-Ylang, Neroli und Sandelholz sowie mit hellen Zitrusdüften, denen er Wärme und Tiefe verleiht.

Inhaltsstoffe

Die Zusammensetzung des Jasmin-Absolue schwankt stark nach Herkunft, Erntezeit und Verfahren. Die folgenden Bestandteile prägen seinen Charakter, weshalb ihr Anteil hier qualitativ statt in festen Zahlen angegeben ist:

WirkstoffgruppeHauptvertreterGehalt
EsterBenzylacetatHauptbestandteil
EsterBenzylbenzoatreichlich (natürlicher Duftfixateur)
Ketonecis-JasmonSpuren – duftbestimmend, namensgebend
StickstoffverbindungenIndolSpuren – tierisch-narkotische Tiefe
MonoterpenoleLinaloolNebenbestandteil
DiterpenolePhytolNebenbestandteil
Aromatische AlkoholeBenzylalkoholNebenbestandteil

Benzylacetat ist der mengenmäßig führende Duftstoff und bringt die fruchtig-blumige Süße mit, die man sofort mit Jasmin verbindet. Benzylbenzoat ist schwerer und balsamischer und dient als natürlicher Fixateur, der den Duft am Körper hält.

cis-Jasmon kommt nur in Spuren vor, ist aber olfaktorisch entscheidend – es gab dem Duftstoff seinen Namen und prägt die typisch krautig-blumige Nuance. Indol liegt ebenfalls nur in geringer Menge vor und erzeugt jenen tierisch-narkotischen Grundton, der dem Jasmin seine Lebendigkeit gibt.

Mehrere dieser Verbindungen – Benzylacetat, Benzylbenzoat, Linalool, Farnesol, Eugenol, Isoeugenol und Benzylalkohol – gehören zu den nach EU-Kosmetikverordnung deklarationspflichtigen Duftstoffen (siehe Allergien & Kreuzallergien).

Anwendung

Jasmin-Absolue ist ein Öl der leisen Töne: Seine Intensität und sein Preis verlangen nach äußerster Sparsamkeit. Für die Haut liegt die übliche Verdünnung meist deutlich unter einem Prozent, und viele Anbieter verkaufen das Absolue bereits in Jojobaöl vorgelöst (3 % oder 5 %) – bei solchen Verdünnungen werden die Tropfenmengen entsprechend heruntergerechnet. Ätherische Öle und Absolues niemals unverdünnt oder ins Wasser geben.

Sinnliches Körperöl

  • 30 ml Jojobaöl (Basisöl)
  • 2 Tropfen Jasmin-Absolue
  • 2 Tropfen Sandelholzöl

Alle Zutaten mischen und sparsam auf Arme, Schultern und Dekolleté auftragen. Eine klassische Kombination der alten Duftkultur – der warme Blütenduft über der erdenden Basis des Sandelholzes.

Aufrichtende Duftmischung (Diffuser)

1 Tropfen Jasmin-Absolue + 2 Tropfen Bergamotteöl + 1 Tropfen Ylang-Ylang-Öl in den Diffuser geben. Eine überlieferte Mischung für Tage, an denen das Gemüt etwas Wärme und Zuversicht gebrauchen kann.

Natürliches Parfümöl (Roller)

  • 10 ml Jojobaöl
  • 2 Tropfen Jasmin-Absolue
  • 1 Tropfen Sandelholzöl
  • 1 Tropfen Bergamotteöl

In eine Roll-on-Flasche füllen und tropfenweise auf die Pulspunkte an Handgelenk und Hals auftragen – ein selbst gemischtes Blütenparfüm.

Pflegeöl für reife Haut

  • 30 ml Wildrosen- oder Arganöl
  • 1 Tropfen Jasmin-Absolue
  • 2 Tropfen Weihrauchöl

Abends sparsam auf das gereinigte Gesicht auftragen – ein kostbares Pflegeritual der Naturkosmetik für anspruchsvolle Haut.

Entspannende Rückenmassage

  • 50 ml Mandelöl
  • 2 Tropfen Jasmin-Absolue
  • 3 Tropfen Lavendelöl

Vermischen und an angespannten Tagen sanft in Schultern und oberen Rücken einmassieren. Nicht in der Schwangerschaft anwenden.

Mischungen & Synergie

Schon ein einziger Tropfen Jasmin-Absolue verleiht einer Mischung Wärme, Tiefe und einen Hauch von Festlichkeit – als großzügiger, aber dominanter Mischpartner will er sehr sparsam dosiert werden.

Sinnliche Abendmischung: 1 Tropfen Jasmin-Absolue + 2 Tropfen Ylang-Ylang-Öl + 2 Tropfen Sandelholzöl. Im Diffuser für eine warme, intime Atmosphäre.

Blütenharmonie: 1 Tropfen Jasmin-Absolue + 1 Tropfen Rosenöl + 2 Tropfen Bergamotteöl. In 30 ml Basisöl als festliches Körperöl.

Aufrichtende Mischung: 1 Tropfen Jasmin-Absolue + 2 Tropfen Orangenöl + 1 Tropfen Neroliöl. Im Diffuser für graue, schwere Tage.

Orientalisches Duftöl: 1 Tropfen Jasmin-Absolue + 2 Tropfen Sandelholzöl + 1 Tropfen Weihrauchöl in 20 ml Jojobaöl. Ein warmes, tiefes Parfümöl in der Tradition orientalischer Blütendüfte.

Beste Mischpartner: Rosenöl, Ylang-Ylang-Öl, Sandelholzöl, Neroliöl, Zitrusöle (Bergamotte, Orange, Mandarine) sowie Weihrauch- und Patchouliöl.

Sicherheit

Verdünnungsrichtlinien:

  • Erwachsene Körperanwendung: sehr sparsam, meist unter 1 % (1–2 Tropfen reines Absolue auf 30 ml Basisöl)
  • Gesichtsanwendung: maximal etwa 0,5 % (1 Tropfen auf 30 ml Basisöl)
  • Raumbeduftung: 1–2 Tropfen im Diffuser genügen aufgrund der hohen Duftintensität
  • Bei vorgelösten Verdünnungen (3 % oder 5 % in Jojobaöl) die Tropfenmengen entsprechend anpassen
  • Niemals unverdünnt auf die Haut auftragen oder ins Bade- oder Trinkwasser geben

Kontraindikationen:

  • Schwangerschaft: In der gesamten Schwangerschaft nicht anwenden.
  • Kinder unter 12 Jahren: keine Anwendung – das schwere, intensive Absolue wird weder auf der Haut noch als Raumduft am Kind verwendet.
  • Empfindliche Personen: Der sehr intensive Duft kann bei Überdosierung Kopfschmerzen oder ein flaues Gefühl auslösen – im Zweifel niedriger dosieren.

Phototoxizität: Jasmin-Absolue ist nicht phototoxisch und kann daher auch vor Sonnenexposition angewendet werden.

Reinheit: Als Lösungsmittelextrakt kann ein Absolue geringe Lösungsmittelspuren enthalten. Es ist ausschließlich zur äußerlichen, verdünnten Anwendung und zur Raumbeduftung bestimmt, nicht zur Einnahme und nicht auf Schleimhäuten.

Haustiere: Katzen fehlt das Enzym zur Verstoffwechselung von Terpenen. Jasminöl nie an Katzen anwenden oder in geschlossenen Räumen mit Katzen vernebeln. Bei Hunden nur nach tierärztlicher Beratung und in stark verdünnter Form.

Allergien & Kreuzallergien

Jasmin-Absolue enthält mehrere nach EU-Kosmetikverordnung deklarationspflichtige Duftallergene: Benzylacetat, Benzylbenzoat, Linalool, Farnesol, Eugenol, Isoeugenol und Benzylalkohol. Es gehört damit zu den ätherischen Duftstoffen mit erhöhtem Sensibilisierungspotenzial.

Kontaktallergien: Besonders Eugenol und Isoeugenol gelten als starke Kontaktallergene. Personen mit bekannter Duftstoffallergie sollten das Öl vor der ersten Anwendung besonders sorgfältig an einer kleinen Hautstelle testen.

Kreuzallergien innerhalb der Ölbaumgewächse: Der Jasmin gehört botanisch zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae), zu der auch Olive, Esche, Flieder und Liguster zählen. Eine Kreuzreaktion ist theoretisch denkbar, in der Praxis aber selten von Bedeutung, da Duftstoffreaktionen meist auf die einzelnen Inhaltsstoffe zurückgehen, die in vielen Pflanzenfamilien vorkommen.

Allergietest: Vor der ersten Anwendung 1 Tropfen Jasmin-Absolue in 10 ml Basisöl mischen, auf die Arminnenseite auftragen und 48 Stunden auf Rötung, Juckreiz oder Schwellung beobachten.

Qualität & Einkauf

Echtes Jasminöl erkennt man an folgenden Merkmalen:

Bezeichnung: Auf die botanische Bezeichnung Jasminum grandiflorum und den Zusatz „Absolue” achten. „Jasminöl” ohne weitere Angabe ist häufig ein synthetischer Nachbau oder ein einfaches Duftöl. Der eng verwandte Jasminum sambac (Arabischer Jasmin) liefert ein etwas anderes, ebenfalls hochwertiges Absolue.

Echt vs. synthetisch: Aufgrund des hohen Preises ist Jasmin eines der am häufigsten nachgebauten Blütenprodukte. Auffällig günstige Angebote sind mit größter Wahrscheinlichkeit synthetisch. Seriöse Anbieter machen transparente Angaben zu Herkunft und Gewinnung.

Herkunft: Geschätzte Qualitäten stammen aus Indien, Ägypten, Marokko und dem südfranzösischen Grasse.

Vorgelöste Verdünnungen: Viele Anbieter verkaufen das Absolue in Jojobaöl vorgelöst (3 % oder 5 %). Diese sind eine gute, ehrliche und deutlich preiswertere Wahl für den Hausgebrauch, da man das reine Absolue ohnehin nur stark verdünnt verwendet.

Farbe & Konsistenz: Echtes Jasmin-Absolue ist eine zähflüssige, dunkel-orangebraune bis bernsteinfarbene Flüssigkeit mit sehr intensivem Duft.

Lagerung: Dunkel, kühl und fest verschlossen aufbewahren. Bei guter Lagerung ist ein Absolue lange haltbar und reift wie ein guter Wein.

Querverweise

Mischpartner: Ylang-Ylang-Öl (sinnliche Duftharmonie), Rosenöl (opulente Blütenpracht), Sandelholzöl (erdende, warme Basis)

Heilsteine: Karneol – der warme, kräftige Stein wird in der Steinheilkunde traditionell denselben Themen von Lebenswärme und Sinnlichkeit zugeordnet wie der Jasmin · Rosenquarz – der „Stein der Liebe” begleitet in der Überlieferung dieselben Herzensthemen

Verwandte Öle: Neroliöl (heller, feiner Blütenduft als Gegenpol), Rosenöl (die „Königin” neben dem „König” der Blütendüfte)

Quellen & Literatur

  • René-Maurice Gattefossé : „Aromathérapie“ (1937) — Grundlagenwerk des Begründers der modernen Aromatherapie; würdigt auch die kostbaren Blütenabsolues der südfranzösischen Parfümerie.
  • Jean Valnet: „Aromathérapie“ (1964) — Standardwerk der französischen Aromatradition zur Anwendung ätherischer Öle und Blütenextrakte.
  • Dietrich Wabner, Christiane Beier (Hrsg.): „Aromatherapie“ (Urban & Fischer) — Deutschsprachiges Standardwerk zu Gewinnung, Duftprofilen und Anwendung ätherischer Öle.
Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenstoffe. Niemals unverdünnt anwenden. Beachte die Verdünnungsrichtlinien und Kontraindikationen.

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