Anwendungen · Haut & Haare
Wunden & Narben: alte Hautkräuter und Salben.
Bei kleinen Schrammen und Narben greift die Volksheilkunde traditionell zu den klassischen Wundkräutern: zur Ringelblume als Salbe und Öl, zur Schafgarbe – dem alten „Soldatenkraut“ – und zum frischen Spitzwegerichblatt, das als „erstes Pflaster vom Wegrand“ galt. In der Aromatradition begleiten Lavendel- und Teebaumöl die Hautpflege, während die Steinheilkunde dem Rhodonit eine tröstende, „narbenglättende“ Symbolik zuschreibt. Ätherische Öle nicht auf offene Wunden geben und bei Kindern erst ab 12 Jahren verwenden. Bei tiefen, stark blutenden, schmutzigen oder schlecht heilenden Wunden gehört die Versorgung in ärztliche Hände.
Heilkräuter
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Bärentraube
Neben ihrem Platz im Blasentee kannte die Volksheilkunde die gerbstoffreichen Blätter der Bärentraube auch äußerlich: Ein Sud galt als zusammenziehende Waschung für kleine, nässende Hautstellen. Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit und nicht für Kinder unter 12 Jahren anwenden.
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Echinacea
Der Purpur-Sonnenhut kam aus der nordamerikanischen Prärie nach Europa, wo ihn die indigene Überlieferung auch äußerlich auf Schürfungen und Bisswunden auflegte. In der europäischen Hausapotheke fand er als Umschlag mit starkem Tee seinen Platz bei kleinen Schürfungen; bei Allergie gegen Korbblütler nicht verwenden.
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Frauenmantel
Das gerbstoffreiche „Frauenkraut“ der Klostergärten wurde der Überlieferung nach nicht nur in der Frauenheilkunde, sondern auch als zusammenziehendes Wundkraut für Umschläge und Waschungen geschätzt. Alte Kräuterbücher zählten den Frauenmantel zu den Pflanzen, mit denen man kleine Hautrisse versorgte.
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Gänseblümchen
Als „Consolida minor“ stellten die Kräuterbücher der Renaissance das Gänseblümchen neben die großen Wundkräuter, und auf dem Land legte man das frisch zerdrückte Kraut auf Schrammen. Nur auf oberflächliche Schrammen geben; tiefe, verschmutzte oder entzündete Wunden ärztlich versorgen lassen. Bei Allergie gegen Korbblütler verzichten.
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Goldrute
Ihren lateinischen Namen Solidago, von „solidare“ für festigen, verdankt die Goldrute ihrem alten Ruf als „Heidnisch Wundkraut“: Man legte das zerquetschte frische Kraut auf Wunden und nutzte einen Sud als Waschung. Offene oder größere Wunden gehören in ärztliche Hände; bei Allergie gegen Korbblütler meiden.
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Gundermann
Schon der Name verweist auf die Wundpflege: Das althochdeutsche „gund“ bedeutete wahrscheinlich „Eiter“ oder „Geschwür“. Auf schlecht heilende Wunden legte man die frisch zerquetschten Blätter, ein Brauch, der über Generationen weitergegeben wurde. Schlecht heilende oder entzündete Wunden ärztlich abklären lassen; bei Allergie gegen Lippenblütler wie Thymian oder Minze verzichten.
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Johanniskraut
Das in Olivenöl angesetzte „Rotöl“ aus den Blüten der Sonnenwendpflanze gehört zu den ältesten überlieferten Hautölen Europas. Traditionell wurde das Johannisöl auf strapazierte Haut und kleine Narben aufgetragen. Nicht auf offene Wunden geben und die eingeriebene Haut nicht der Sonne aussetzen, denn das Öl macht sie lichtempfindlich.
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Kamille
Die Echte Kamille ist das milde Allerweltskraut der Hausmedizin; ihrem Aufguss wurde eine besänftigende Art für gereizte Haut nachgesagt. Über Generationen diente der Kamillentee als Waschung und feuchter Umschlag bei kleinen Schrammen.
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Ringelblume
Die Ringelblume ist das Hautkraut des Bauerngartens und in der Volksheilkunde die sanfteste unter den überlieferten Wundpflanzen. Aus ihren Blüten setzte man traditionell Salbe und Öl für strapazierte Haut und kleine Schrammen an.
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Schachtelhalm
Das Zinnkraut gehörte in der Landapotheke fest zum Repertoire der Umschläge: Kompressen mit dem starken, abgekühlten Sud legte man auf schlecht heilende Wunden und nässende Hautstellen. Schlecht heilende Wunden ärztlich abklären lassen; beim Sammeln den giftigen Sumpfschachtelhalm sicher ausschließen.
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Schafgarbe
Die Schafgarbe trägt mit dem Namen „Achillea“ ihre Wundsage im Botanik-Eintrag: Der Held Achilles soll der Überlieferung nach die Wunden seiner Krieger mit ihr versorgt haben. Alte Kräuterbücher führten das bittere Wiesenkraut als blutstillendes „Soldatenkraut“ für kleine Wunden.
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Spitzwegerich
Das zerriebene frische Blatt des Spitzwegerichs galt als das „erste Pflaster vom Wegrand“ – aufgelegt auf Insektenstiche, Schürfungen und kleine Schrammen. In der Volksheilkunde wird seinen Blättern seit Jahrhunderten eine zusammenziehende, hautberuhigende Art nachgesagt.
Mehr erfahrenHäufige Fragen
5Welche Kräuter gelten bei Wunden traditionell als Wundkräuter?
Welcher Heilstein wird Wunden und Narben zugeordnet?
Wie setzt man Johannisöl an und wie werden die überlieferten Wundöle verwendet?
Warum trägt die Schafgarbe den Beinamen „Soldatenkraut“?
Wann sollte man bei Wunden ärztlichen Rat suchen?
Wann zum Arzt?
Hausmittel und Überlieferung haben Grenzen. Ärztlichen Rat suchen, wenn eines dieser Zeichen zutrifft:
- Tiefe, klaffende oder stark blutende Wunden, die genäht werden müssten
- Anzeichen einer Entzündung: zunehmende Rötung, Schwellung, Überwärmung, Eiter oder rote Streifen Richtung Körpermitte
- Verschmutzte Wunden, Biss- oder Stichwunden sowie unklarer Tetanus-Impfschutz
- Wunden, die nach ein bis zwei Wochen nicht abheilen oder bei bekannten Durchblutungs- und Stoffwechselstörungen schlecht verheilen
- Fieber, Schüttelfrost oder allgemeines Krankheitsgefühl im Zusammenhang mit einer Wunde
- Verbrennungen, die größer als die Handfläche sind, Blasen bilden oder Gesicht, Hände und Gelenke betreffen
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