Anwendungen · Haut & Haare
Gereizte, juckende Haut: Kräuter und Hausmittel.
Bei gereizter und juckender Haut greift die Volksheilkunde traditionell zu den sanften Hautkräutern des Bauerngartens: Ringelblume als Salbe und Ölauszug, Kamille, Lavendel und Haferkraut für Umschläge und Bäder, dazu der gerbstoffreiche Sud der Eichenrinde. Auch ein Solebad nach altem Kurort-Vorbild und überlieferte Öle wie Kamillen- und Lavendelöl gehören zu dieser Pflegetradition. Ätherische Öle nur verdünnt in einem Trägeröl verwenden, für Kinder erst ab 12 Jahren. Bei großflächigen, nässenden oder anhaltenden Hautveränderungen gehört die Abklärung in ärztliche Hände.
Heilkräuter
11
Aloe vera
Das klare Blattgel der Aloe vera zählt seit der Antike zur überlieferten Hautpflege; schon in den alten Kräuterbüchern wurde es bei trockener, spannender und schuppender Haut frisch von Fensterbank und Garten geerntet und als kühlende Auflage verstrichen.
Mehr erfahren
Eichenrinde
Der stark zusammenziehende Sud der Eichenrinde zählt zu den gerbstoffreichsten Hausmitteln Mitteleuropas; traditionell wurde er für Umschläge und Sitzbäder bei nässender, gereizter Haut gesammelt — dieselbe gerbende Kraft, die die Eiche zum Baum der Lohgerber machte.
Mehr erfahren
Goldrute
Ihren alten Namen „Heidnisch Wundkraut“ trägt die Goldrute, weil man das frische Kraut früher äußerlich auf Wunden legte; auch ihr botanischer Name Solidago geht auf lateinisch „solidare“ – festigen, zusammenfügen – zurück. Wer auf Korbblütler wie Beifuß oder Arnika reagiert, meidet sie.
Mehr erfahren
Hafer
Aus Haferstroh und grünem Haferkraut bereitete man über Generationen Bäder und Aufgüsse, die in der bäuerlichen Hausapotheke der trockenen, juckenden Haut zugedacht waren — ein altes Hautkraut des nördlichen Europas.
Mehr erfahren
Kamille
Das Allerweltskraut der europäischen Volksheilkunde: Den apfelduftenden Blüten wurde eine besänftigende Art nachgesagt, weshalb sie traditionell für Umschläge und Auflagen auf gereizter Haut gesammelt wurden.
Mehr erfahren
Klette
Die Große Klette zählt zu den großen Hautkräutern der Volksheilkunde; ihre fleischige Pfahlwurzel galt der Überlieferung nach als Frühjahrskur-Kraut für eine zu Unreinheiten neigende Haut.
Mehr erfahren
Lavendel
Über die ruhigen Nächte hinaus zählt der Lavendel zu den klassischen Badekräutern: Seine Blütenähren wanderten in der Hausapotheke seit jeher auch ins Bade- und Waschwasser, wenn die Haut Beruhigung brauchte.
Mehr erfahren
Ringelblume
Die Ringelblume gilt als das sanfte Hautkraut des Bauerngartens schlechthin — seit Generationen die Grundlage für Salbe und Öl bei strapazierter Haut.
Mehr erfahren
Rotklee
Wo die Haut juckte oder schuppte, setzte die ländliche Überlieferung auf einen Sud aus Rotkleeblüten – als Waschung, als Umschlag oder zu einer Salbe eingekocht. In Schwangerschaft und Stillzeit nicht anwenden; wer Hormonpräparate oder blutverdünnende Mittel einnimmt, spricht vorher mit Ärztin oder Arzt.
Mehr erfahren
Spitzwegerich
Das zerriebene frische Blatt des Spitzwegerichs galt als erstes „Pflaster vom Wegesrand“ bei Insektenstichen, kleinen Schrammen und gereizten Hautstellen — ein Wandergriff, der über Generationen weitergegeben wurde.
Mehr erfahren
Vogelmiere
Das frische, zerdrückte Kraut legte man traditionell als kühlende Auflage auf juckende, gerötete Haut, und Hieronymus Bock rührte daraus im 16. Jahrhundert eine kühlende Salbe. Nur sicher bestimmtes, gewaschenes Kraut auf unverletzte Haut legen – der Acker-Gauchheil ist ein giftiger Doppelgänger.
Mehr erfahrenHausmittel
4
Kräutertinktur ansetzen (Basis-Rezept)
Das überlieferte Grundrezept der Hausapotheke: Hautkräuter wie Ringelblume in Alkohol ausgezogen ergeben eine tropfenweise dosierte, lange haltbare Tinktur — traditionell verdünnt für Umschläge auf gereizter Haut.
Mehr erfahren
Ringelblumen-Ölauszug
Der im Spätsommer aus Calendula-Blüten angesetzte Ölauszug ist das überlieferte Pflegeöl der Bauerngärten — den Winter über für trockene Hände und beanspruchte Haut hervorgeholt.
Mehr erfahren
Ringelblumensalbe
Der Klassiker der Hausapotheke für strapazierte Haut: Aus dem Ölauszug der Ringelblume gerührt, gehörte die Salbe seit jeher an raue, gereizte Hautstellen.
Mehr erfahren
Solebad
Das Salzbad nach dem Vorbild der alten Sole-Kurorte wird seit Generationen bei trockener, schuppender und gereizter Haut geschätzt — die Badekultur der Salinenstädte brachte die Sole in die heimische Wanne.
Mehr erfahrenHäufige Fragen
6Welche Kräuter gelten bei gereizter, juckender Haut traditionell als sanfte Hautpflege?
Welcher Heilstein wird in der Steinheilkunde der Haut zugeordnet?
Wie setzt man einen Ölauszug aus Ringelblüten für die Hautpflege an?
Woher stammt der Brauch des Solebads bei trockener und gereizter Haut?
Wie bereitet man einen Umschlag mit Eichenrinde zu?
Wann sollte man bei gereizter oder juckender Haut ärztlichen Rat suchen?
Wann zum Arzt?
Hausmittel und Überlieferung haben Grenzen. Ärztlichen Rat suchen, wenn eines dieser Zeichen zutrifft:
- Die Hautreizung breitet sich großflächig aus, nässt stark oder bildet Blasen
- Zeichen einer Entzündung wie zunehmende Rötung, Schwellung, Überwärmung oder Eiter
- Begleitendes Fieber, Schmerzen oder ein deutliches Krankheitsgefühl
- Die Reizung hält trotz schonender Pflege über mehrere Wochen an oder kehrt immer wieder
- Quälender Juckreiz, der Schlaf und Alltag dauerhaft beeinträchtigt
- Hautveränderungen, die ihre Form, Farbe oder Größe verändern
- Ekzeme oder juckende, nässende Hautstellen bei Säuglingen und Kleinkindern
- Schuppende, scharf begrenzte Hautstellen zusammen mit Gelenkschmerzen, Schwellungen oder Steifigkeit (mögliche Beteiligung der Gelenke)
- Verdacht auf eine allergische Reaktion mit Quaddeln, Atemnot oder Schwellung im Gesicht
Verwandte Anwendungsgebiete
Alle Anwendungsgebiete im Überblick.
71 Themen in 11 Kategorien — von Atemwegen bis Schlaf.