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Altes Wissen

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Ätherische Öle

Ätherisches Öl · Lippenblütler (Lamiaceae)

Muskatellersalbeiöl.

Salvia sclarea

Krautig-süß, warm und ein wenig nach Muskatellertraube, mit ambra-moschusartigem Nachklang und teeartiger Tiefe – das schwere, einhüllende Aroma der alten Frauenheilkunde.

Von Ralf Kluth · Zuletzt redaktionell geprüft:

Frauenheilkunde Zyklus Aromatradition Entspannung
Pflanzenfamilie
Lippenblütler (Lamiaceae)
Gewinnung
Wasserdampfdestillation der blühenden Triebspitzen
Duftprofil
Herznote
Vor der Anwendung: Hinweise zu Sicherheit & Gegenanzeigen lesen
Muskatellersalbeiöl (Salvia sclarea) — Illustration im Herbarium-Stil

Sicherheit auf einen Blick

Kinder

erst ab 12

Schwangerschaft

nicht geeignet

Haustiere

fernhalten

Phototoxisch

nein

Deklarationspflichtige Allergene

Linalool Limonene Geraniol

Kreuzallergie-Familie: Lippenblütler

* in korrekter Verdünnung — siehe Verdünnungstabelle

Verdünnungsrichtlinien

Verdünnungsrichtlinien
Anwendung Konzentration
Gesichtspflege 1–2 Tropfen auf 10 ml Trägeröl 0,5–1 %
Körpermassage 2–6 Tropfen auf 10 ml Trägeröl 1–3 %
Vollbad 6–10 Tropfen auf Emulgator (Honig, Sahne) 3–5 %
Babys ab 3 Monaten max. 1 Tropfen auf 20 ml Trägeröl 0,1–0,25 %
Kinder 2–6 Jahre 1 Tropfen auf 10 ml Trägeröl 0,25–0,5 %
Auf dieser Seite16Abschnitte
  1. 01 Häufige Fragen
  2. 02 Geschichte & Tradition
  3. 03 Überlieferte Wirkung auf den Körper
  4. 04 Überlieferte Wirkung auf Seele & Gemüt
  5. 05 Basiswissen
  6. 06 Stammpflanze
  7. 07 Gewinnung
  8. 08 Duftbeschreibung
  9. 09 Inhaltsstoffe
  10. 10 Anwendung
  11. 11 Mischungen & Synergie
  12. 12 Sicherheit
  13. 13 Allergien & Kreuzallergien
  14. 14 Qualität & Einkauf
  15. 15 Querverweise
  16. 16 Quellen & Literatur

Häufige Fragen

Wofür wurde Muskatellersalbeiöl traditionell verwendet?
Muskatellersalbeiöl ist das überlieferte Öl der Frauenheilkunde. In der Aromatradition wurde es vor allem rund um den weiblichen Zyklus verwendet: verdünnt als warme Bauchmassage an Tagen der Regel sowie als entspannender Duft in der Lampe, wenn der Tag nicht zur Ruhe kommen wollte. In der Schwangerschaft wird es konsequent gemieden.
Wie verdünnt man Muskatellersalbeiöl für eine Bauchmassage?
Für eine Körpermassage bei Erwachsenen werden 6 bis 12 Tropfen auf 30 ml Trägeröl gegeben, was einer Verdünnung von 1 bis 2 Prozent entspricht. Für den empfindlichen Bauchbereich genügt das untere Ende dieser Spanne. Niemals unverdünnt auf die Haut auftragen und vor der ersten Anwendung einen Verträglichkeitstest in der Armbeuge machen.
Darf man Muskatellersalbeiöl in der Schwangerschaft verwenden?
Nein. Muskatellersalbeiöl ist während der gesamten Schwangerschaft konsequent zu meiden – auf der Haut wie über die Raumluft. Das Öl gilt als wehen- und zyklusanregend und gehört genau deshalb zu den klassischen Warnhinweis-Ölen. Niemals eigenmächtig zur Geburtsvorbereitung oder Geburtseinleitung verwenden; Fragen dazu vorab mit Hebamme oder Ärztin klären.
Worin unterscheidet sich Muskatellersalbeiöl von gewöhnlichem Salbeiöl?
Beide stammen aus der Gattung Salvia, sind aber verschiedene Öle. Gewöhnliches Salbeiöl aus dem Echten Salbei (Salvia officinalis) ist reich an Thujon, einem Stoff, der besondere Vorsicht verlangt. Muskatellersalbeiöl aus Salvia sclarea enthält dagegen nur Spuren Thujon und ist von seinem esterreichen, süßlichen Charakter geprägt. Verwechseln darf man die beiden beim Einkauf keinesfalls.

Geschichte & Tradition

Der Muskatellersalbei trägt seine Geschichte in seinen Namen. Der deutsche Name verweist auf die Muskatellertraube: Im Rheinland und anderswo setzten Weinhändler das Kraut – mitunter zusammen mit Holunderblüten – einfachen Weinen zu, um ihnen das begehrte Muskateller-Bukett anzudichten. In England wiederum mischten Brauer das „clary” dem Bier bei, um es „heady”, also benommen machend, zu machen – eine Praxis, vor der schon die alten Kräuterkundigen warnten.

Der lateinische Beiname sclarea leitet sich von clarus („klar”) ab und erinnert an eine ganz andere Verwendung: Die schleimig quellenden Samen legte man sich aufs Auge, um eingedrungene Fremdkörper auszuspülen. Daraus wurden die englischen Namen „clary” und „clear-eye” sowie das deutsche „Scharlachkraut” und „Scharlei”.

Der englische Kräuterkundige Nicholas Culpeper ordnete den Muskatellersalbei im 17. Jahrhundert dem Mond zu – jener zyklischen Zuordnung, die seine enge Verbindung zur Frauenheilkunde spiegelt und ihn bis heute mit dem Mondstein in eine Reihe stellt. In der Volksüberlieferung Europas galt das Öl über Jahrhunderte als Geburtsöl, und werdende Mütter mieden es bis zur Stunde der Geburt. Die Signaturenlehre deutete den schweren, weinig-süßen Duft als Zeichen seiner besonderen Nähe zu Wärme und Weiblichkeit – eine historische Denkweise, die Pflanzen nach Gestalt und Wesen las.

Überlieferte Wirkung auf den Körper

Hinweis: Die folgenden Beschreibungen beruhen auf überlieferten Traditionen der Volksheilkunde und Aromapraxis. Sie ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung.

Kaum ein anderes ätherisches Öl ist so eng mit der Frauenheilkunde verwoben wie das Muskatellersalbeiöl. In der Hausüberlieferung wurde dieses Wissen über Generationen weitergereicht, und in fast allen diesen Überlieferungen steht das Öl in der Nähe des weiblichen Zyklus. An Tagen der Regel rieben Frauen den Unterleib mit dem verdünnten Öl ein oder legten eine warme Kompresse auf – ein Hausbrauch, dem eine entkrampfende, wohltuende Art nachgesagt wurde.

Ein zweiter, weit älterer Strang betrifft die Geburt. In der Volksheilkunde galt der Muskatellersalbei als das Öl, das man der Gebärenden vorbehielt; der Überlieferung nach sollte es die Wehentätigkeit begleiten. Genau hier liegt seine Sonderstellung – und seine Gefahr: Was zur Stunde der Geburt als Hilfe galt, war in der Zeit davor gefürchtet. Deshalb mieden werdende Mütter das Öl die ganze Schwangerschaft hindurch konsequent.

Dem Muskatellersalbei wurde überdies eine den Zyklus anregende Art zugeschrieben: Alte Kräuterbücher führen ihn unter den Pflanzen, auf die Frauen bei ausbleibender oder verzögerter Regel traditionell vertrauten. All diese Anwendungen gehören in einen sehr engen Rahmen – ihre Schattenseite ist im Abschnitt zur Sicherheit ausführlich benannt.

Überlieferte Wirkung auf Seele & Gemüt

Hinweis: Die folgenden Zuschreibungen entstammen der überlieferten Volksheilkunde und Aromatradition. Sie ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung.

Dem schweren, einhüllenden Duft des Muskatellersalbeis wird seit jeher eine lösende, fast euphorisierende Art nachgesagt. In der Aromatradition gilt er als Öl für jene Stunden, in denen die Anspannung sich festgesetzt hat und die Gedanken im Kreis laufen: Wer abschalten möchte, vertraut traditionell auf ein paar Tropfen in der Duftlampe, deren weiche, weinig-süße Note den Raum erfüllt.

Man sagte dem Öl nach, dass es die Stimmung hebe und ein Gefühl gelöster Wärme hinterlasse – nicht von ungefähr trägt es in der englischen Überlieferung den Ruf eines „Wohlfühl-Öls”. Manchen Berichten zufolge soll es lebhafte, bunte Träume begünstigen, weshalb es in alten Quellen mit der Nacht und dem Mond verbunden wird.

Gerade in den Übergangszeiten des weiblichen Lebens – rund um die Regel und in den Wechseljahren – galt der Muskatellersalbei als ein Begleiter, dem eine ausgleichende, besänftigende Art zugeschrieben wurde. Es ist diese Verbindung von körpernaher Frauentradition und stimmungsvoller Wärme, die ihm seinen festen Platz unter den klassischen Frauenölen verschafft hat.

Basiswissen

Wo der Muskatellersalbei (Salvia sclarea) im Hochsommer seine mannshohen Blütenstände über die graufilzigen Blätter schiebt, hängt ein schwerer, süßlicher Duft in der Luft – ein Duft, den Winzer und Brauer einst begehrten. Eben dieser Beiklang nach Muskatellertraube gab dem Kraut seinen deutschen Namen: Im Rheinland setzte man die getrockneten Blätter dem Wein zu, um schlichten Tropfen ein muskatellerähnliches Bukett vorzutäuschen. Der lateinische Artname sclarea dagegen verweist auf clarus, „klar”: Die schleimigen Samen legte man sich aufs gereizte Auge, damit sie eingedrungene Stäubchen umhüllten und ausspülten – daher der englische Name „clary”, das „Klar-Auge”.

Unter den ätherischen Ölen nimmt das Muskatellersalbeiöl eine besondere Stellung ein. Es ist das traditionelle Geburts- und Frauenöl der europäischen Volksheilkunde – und galt gerade deshalb seit jeher als ein Öl, das man in der Schwangerschaft strikt mied. So steht es zugleich in zwei Listen: bei den überlieferten Frauenölen und bei den Düften, vor denen die werdende Mutter gewarnt wird.

Stammpflanze

Der Muskatellersalbei (Salvia sclarea L.) ist eine zweijährige bis kurzlebig ausdauernde Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Im zweiten Jahr treibt er kräftige, verzweigte Stängel, die eine Höhe von 80 bis 120 cm erreichen. Auffällig sind die großen, herzförmigen Blätter: runzelig, weich-filzig behaart und von kräftigem Aroma. Die zwittrigen Blüten stehen in lockeren Scheinquirlen; ihre lila bis bläulich getönten Hochblätter geben dem blühenden Bestand seinen charakteristischen Schimmer.

Ursprünglich stammt der Muskatellersalbei aus dem nördlichen Mittelmeerraum und Vorderasien. Heute wird er für die Ölgewinnung vor allem in Südfrankreich, Russland, Bulgarien, der Ukraine und in Teilen der USA angebaut. Er bevorzugt sonnige, trockene Lagen auf durchlässigen, kalkhaltigen Böden.

Wichtig ist die klare Unterscheidung vom Echten Salbei (Salvia officinalis), der Küchen- und Heilpflanze mit den schmalen, graugrünen Blättern. Beide gehören zur Gattung Salvia, liefern aber sehr verschiedene Öle: Das Öl des Echten Salbeis ist reich an Thujon, während der Muskatellersalbei davon nur Spuren enthält und stattdessen von esterreicher, blumig-süßer Note geprägt ist. Schon im Wuchs sind die beiden kaum zu verwechseln – der Muskatellersalbei ist mit seinen großen, samtigen Blättern und den hohen Blütentürmen die deutlich stattlichere Erscheinung.

Gewinnung

Muskatellersalbeiöl wird durch Wasserdampfdestillation der blühenden Triebspitzen gewonnen – also der oberen Pflanzenteile samt Blütenständen und den daran sitzenden Hochblättern. Geerntet wird zur Vollblüte im Hochsommer, wenn der Gehalt an duftgebenden Estern am höchsten ist. Häufig lässt man das geschnittene Kraut vor der Destillation kurz anwelken; das verändert das Verhältnis der Inhaltsstoffe und macht das Öl runder.

Bei der Destillation durchströmt heißer Wasserdampf das aufgeschichtete Pflanzenmaterial, löst die flüchtigen Bestandteile und führt sie in einen Kühler. Dort kondensiert das Gemisch; das leichtere ätherische Öl trennt sich vom Pflanzenwasser (Hydrolat) und wird abgenommen. Das fertige Öl ist farblos bis blassgelb, mitunter mit leicht grünlichem Stich.

Die Ausbeute ist gering und schwankt je nach Herkunft, Erntezeit und Anwelkgrad. Für die Parfümerie wird aus dem Kraut zusätzlich das Sclareol gewonnen – ein Diterpen, das als Ausgangsstoff für ambraartige Riechstoffe dient und den Muskatellersalbei zu einer wirtschaftlich bedeutenden Duftpflanze macht.

Duftbeschreibung

Muskatellersalbeiöl entfaltet ein vielschichtiges, eher schweres Duftbild. Über einer krautig-frischen ersten Anmutung liegt rasch eine süßlich-blumige Wärme mit teeartigen, leicht nussigen Zügen. Im Ausklang zeigt sich der typische ambra-moschusartige Ton, den das enthaltene Sclareol mitbringt – jene weiche, fast tabakartige Tiefe, die Parfümeure so schätzen.

Charakteristisch ist der namensgebende Beiklang nach Muskatellertraube: ein weinig-süßer Schimmer, der das Öl von allen anderen Salbei-Ölen abhebt. In der Parfümerie wird Muskatellersalbeiöl als Herznote geführt, die zwischen frischen Kopfnoten und schweren Basisnoten vermittelt und Kompositionen eine fixierende, runde Fülle gibt.

Es harmoniert besonders gut mit Lavendel, Rose, Ylang-Ylang, Bergamotte, Geranie und Sandelholz. Schon wenige Tropfen prägen eine Mischung deutlich – der Duft ist intensiv und sollte sparsam dosiert werden.

Inhaltsstoffe

WirkstoffgruppeHauptvertreterGehalt
EsterLinalylacetat45–75 %
MonoterpenoleLinalool7–24 %
SesquiterpeneGermacren D, β-Caryophyllen2–14 %
Monoterpenoleα-Terpineol1–7 %
EsterGeranylacetat, Nerylacetat1–6 %
DiterpeneSclareol0,4–2,6 %
KetoneThujonnur Spuren

Das esterreiche Linalylacetat und das Linalool prägen Charakter und Sanftheit des Öls; gemeinsam machen sie oft mehr als zwei Drittel der Zusammensetzung aus. Der hohe Esteranteil ist es, der das Muskatellersalbeiöl in der Aromatradition zu den „weichen”, gut verträglichen Salbei-Ölen zählen lässt.

Mineralogisch wie aromatisch bedeutsam ist das Sclareol: ein Diterpenalkohol, der dem Öl seinen moschus-ambraartigen Nachklang verleiht und ihm eine Nähe zum weiblichen Zyklus-Brauchtum eingetragen hat. Hervorzuheben ist schließlich, was das Öl gerade nicht enthält: Anders als das Öl des Echten Salbeis führt Muskatellersalbeiöl Thujon nur in Spuren. Dieser Unterschied ist der wichtigste Schlüssel zum Verständnis seiner Verträglichkeit – und ein Grund, beim Einkauf genau auf den botanischen Namen zu achten.

Anwendung

Raumbeduftung (Diffuser)

2–4 Tropfen Muskatellersalbeiöl in einen Ultraschall-Diffuser geben und für etwa 30 Minuten vernebeln. Der intensive Duft sollte sparsam dosiert werden – weniger ist hier mehr. Ein überlieferter Abendbrauch, wenn der Kopf nach einem aufreibenden Tag nicht zur Ruhe kommt.

Bauchmassageöl an Tagen der Regel

  • 30 ml Mandel- oder Jojobaöl (Basisöl)
  • 4 Tropfen Muskatellersalbeiöl
  • 2 Tropfen Lavendelöl

Alle Zutaten mischen. Sanft im Uhrzeigersinn in die Bauchdecke einmassieren, gern in Verbindung mit Wärme. Entspricht einer Verdünnung von rund 1 % – geeignet für Erwachsene, nicht in der Schwangerschaft.

Warme Bauchkompresse

1–2 Tropfen Muskatellersalbeiöl in 1 Esslöffel Trägeröl verrühren, auf ein Tuch geben und mit einer Wärmflasche oder einem Kirschkernkissen auf den Unterleib auflegen. Ein altes Hausrezept für Tage, an denen der Bauch nach Wärme verlangt.

Entspannungsbad

3–5 Tropfen Muskatellersalbeiöl in 2 Esslöffel Sahne, Honig oder Meersalz emulgieren (ätherische Öle nie direkt ins Wasser geben!) und dem warmen Badewasser zusetzen. Badedauer 15–20 Minuten. Danach Ruhe einplanen – das Öl kann angenehm schläfrig machen.

Mischungen & Synergie

Muskatellersalbeiöl ist ein charaktervoller, aber dominanter Mischpartner – es trägt eine Mischung eher, als dass es sich unterordnet. Wenige Tropfen genügen, um einer Komposition Fülle und einen warmen, fixierenden Ausklang zu geben.

Abendmischung zum Loslassen: 2 Tropfen Muskatellersalbeiöl + 3 Tropfen Lavendelöl + 1 Tropfen Bergamotteöl. Im Diffuser am späten Abend.

Frauen-Pflegeöl: 3 Tropfen Muskatellersalbeiöl + 2 Tropfen Rosenöl + 1 Tropfen Ylang-Ylang-Öl in 30 ml Mandelöl. Als Körper- oder Bauchöl für Erwachsene (nicht in der Schwangerschaft).

Wärmemischung für die Regel: 3 Tropfen Muskatellersalbeiöl + 2 Tropfen Lavendelöl in 30 ml Johanniskrautöl. Mit Wärme auf den Unterleib auftragen.

Beste Mischpartner: Lavendel, Rose, Ylang-Ylang, Bergamotte, Geranie, Sandelholz und Zedernholz.

Sicherheit

Verdünnungsrichtlinien (BfR-konform):

  • Erwachsene Körperanwendung: maximal 1–2 % (6–12 Tropfen auf 30 ml Basisöl)
  • Bauch- und Brustbereich: am unteren Ende bleiben (rund 1 %)
  • Badeanwendung Erwachsene: 3–5 Tropfen in Emulgator
  • Raumbeduftung: sparsam, 2–4 Tropfen – der Duft ist intensiv
  • Kinder und Jugendliche: keine Anwendung
  • Säuglinge und Kleinkinder: keine Anwendung

Schwangerschaft – strikt meiden: Muskatellersalbeiöl ist während der gesamten Schwangerschaft konsequent zu meiden, in jedem Trimester, äußerlich wie über die Raumluft. Das Öl regt der Überlieferung nach die Gebärmutter an und wurde früher gezielt zur Geburt eingesetzt – genau das macht es für die Schwangerschaft ungeeignet.

Geburt: Niemals eigenmächtig zur Geburtsvorbereitung, Wehenförderung oder Geburtseinleitung verwenden. Fragen dazu vorab mit Hebamme oder Ärztin klären.

Benommenheit und Alkohol: Muskatellersalbeiöl kann schläfrig und benommen machen. Nicht vor dem Autofahren, vor dem Bedienen von Maschinen oder in Verbindung mit Alkohol anwenden.

Hormonell empfindliche Situationen: Bei hormonell empfindlichen Beschwerden, in der Stillzeit sowie nach gynäkologischen Eingriffen vor jeder Anwendung ärztlichen oder hebammenkundlichen Rat einholen.

Verwechslungsgefahr: Muskatellersalbeiöl (Salvia sclarea) nicht mit Salbeiöl (Salvia officinalis) verwechseln. Das thujonreiche Salbeiöl unterliegt strengeren Vorsichtsregeln – beide Öle sind nicht austauschbar.

Grundregeln: Niemals unverdünnt auf die Haut auftragen. Nicht in Augennähe anwenden. Von Kindern fernhalten.

Haustiere: Katzen fehlt das Enzym zur Verstoffwechselung vieler Terpene. Muskatellersalbeiöl nie an Katzen anwenden oder in geschlossenen Räumen mit Katzen vernebeln. Bei Hunden nur nach tierärztlicher Beratung.

Phototoxizität: Muskatellersalbeiöl ist nicht phototoxisch und kann auch vor Sonnenexposition angewendet werden.

Allergien & Kreuzallergien

Muskatellersalbeiöl enthält mehrere gemäß EU-Kosmetikverordnung deklarationspflichtige Allergene: Linalool, Limonene und Geraniol. Besonders oxidiertes Linalool – etwa durch zu lange oder falsche Lagerung – zeigt ein erhöhtes Allergisierungspotenzial.

Kreuzallergien innerhalb der Lippenblütler-Familie: Wer auf andere Vertreter der Lamiaceae wie Salbei, Lavendel, Minze, Thymian, Rosmarin oder Basilikum empfindlich reagiert, sollte Muskatellersalbeiöl zunächst an einer kleinen Hautstelle testen.

Kontaktdermatitis: Bei unsachgemäßer Lagerung (Licht, Wärme, offene Flasche) können Linalool und Limonene zu hautreizenden Verbindungen oxidieren. Das Öl daher stets dunkel, kühl und fest verschlossen aufbewahren.

Allergietest: Vor der ersten Anwendung 1 Tropfen Muskatellersalbeiöl in 5 ml Basisöl mischen, auf die Arminnenseite auftragen und 24 Stunden auf Rötung, Juckreiz oder Schwellung beobachten.

Qualität & Einkauf

Bezeichnung: Auf die korrekte botanische Bezeichnung Salvia sclarea achten. Sie ist der entscheidende Unterschied zum thujonreichen Salbeiöl (Salvia officinalis). „Salbeiöl” ohne genaue Artangabe kann beides bedeuten – im Zweifel nachfragen.

Herkunft: Geschätzte Qualitäten stammen aus Südfrankreich, Bulgarien, Russland und der Ukraine. Anbau in sonnigen, trockenen Lagen begünstigt einen hohen Esteranteil.

Analysezertifikat (GC/MS): Seriöse Anbieter stellen eine Gaschromatografie-Analyse bereit. Richtwerte: Linalylacetat deutlich über 45 %, Linalool im Bereich von 7–24 %, ein nachweisbarer Sclareol-Anteil und nur Spuren Thujon.

Bio-Zertifizierung: Bio-zertifiziertes Öl (EU-Bio-Siegel, Demeter, Ecocert) gewährleistet den Verzicht auf synthetische Pestizide, die sich im ätherischen Öl anreichern könnten.

Reinheit: Der vergleichsweise hohe Wert des Sclareols macht Muskatellersalbeiöl zu einem Ziel für Streckung mit synthetischem Linalylacetat. Auffällig günstige Angebote sind ein Warnzeichen.

Lagerung: Dunkel, kühl und fest verschlossen aufbewahren. Nach dem Öffnen innerhalb von etwa zwölf Monaten aufbrauchen.

Querverweise

Verwandte Pflanzen: Salbei (verwandte Art derselben Gattung), Frauenmantel und Schafgarbe (klassische Frauenkräuter), Himbeerblätter (altes Frauenkraut)

Mischpartner: Lavendelöl (sanfter Ausgleich), Rosenöl (Frauenöl-Klassiker), Ylang-Ylang-Öl (warm-blumige Ergänzung), Bergamotteöl (frischer Gegenpol)

Hausmittel: Himbeerblättertee (herber Frauentee), Kirschkernkissen (Wärme für den Unterleib), Melissentee (überlieferter Abendtee)

Heilsteine: Mondstein und Rosenquarz – in der Steinheilkunde traditionell den Zyklus- und Frauenthemen zugeordnet

Anwendungen: Regelschmerzen · Kräuter & Öle in der Schwangerschaft meiden

Quellen & Literatur

  • René-Maurice Gattefossé : „Aromathérapie“ (1937) — Grundlagenwerk des Begründers der modernen Aromatherapie.
  • Jean Valnet: „Aromathérapie“ (1964) — Standardwerk der französischen Aromatradition zu ätherischen Ölen.
  • Nicholas Culpeper: „The English Physician“ (17. Jh.) — Englisches Kräuterstandardwerk, das den Muskatellersalbei dem Mond zuordnete.
Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenstoffe. Niemals unverdünnt anwenden. Beachte die Verdünnungsrichtlinien und Kontraindikationen.

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