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Anwendungen

Anwendungen · Schmerzen

Gelenkschmerzen – überlieferte Hausmittel.

Bei Gelenkschmerzen greift die Volksheilkunde traditionell zur afrikanischen Teufelskralle und zu wärmenden Einreibungen aus Wacholder- und Latschenkiefernöl; bei Prellungen und Verstauchungen gelten Arnika und Beinwell seit Jahrhunderten als die klassischen Wundkräuter der Alpen. Aus der Küche kommen der kühle Quarkwickel und Gewürze wie Ingwer und Kurkuma, die Steinheilkunde ordnet Bernstein und Malachit dem Bewegungsapparat zu. Ätherische Öle nur verdünnt und erst ab 12 Jahren anwenden. Bei stark geschwollenen, geröteten oder dauerhaft schmerzenden Gelenken gehört die Ursache in ärztliche Abklärung.

23 Empfehlungen

Heilkräuter

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Arnika — botanische Illustration
Hausapotheke Muskeln & Gelenke Alpentradition

Arnika

In der Volksheilkunde der Alpen gilt die Arnika seit Jahrhunderten als das Wundkraut bei Prellungen, Verstauchungen und Blutergüssen — als „Fallkraut“ wurde sie ausschließlich äußerlich auf gestoßene und überlastete Gelenke aufgelegt.

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Beinwell — botanische Illustration
Muskeln & Gelenke Prellungen & Verstauchungen Äußerliche Anwendung

Beinwell

Der Echte Beinwell hieß in alten Kräuterbüchern „Wallwurz“, weil seine schleimige Wurzel der Überlieferung nach das Zusammenwachsen begünstigen sollte; aus ihr rührte man seit der Antike Salben und Breiumschläge für strapazierte Gelenke und Knochen.

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Birke — botanische Illustration
Frühjahrskur Bäume & Sträucher Garten & Sammeln

Birke

Wo es in den Gelenken zwickte und das Reißen in den Gliedern das Gehen schwer machte, gehörte der durchspülende Birkenblättertee über Generationen ins Repertoire der Kräuterfrauen. Nur mit reichlich Flüssigkeit trinken, keine Durchspülungskur in Schwangerschaft und Stillzeit und nicht bei Wassereinlagerungen infolge eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion; gerötete oder geschwollene Gelenke ärztlich abklären lassen.

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Brennnessel — botanische Illustration
Frühjahrskur Garten & Sammeln Teekräuter

Brennnessel

Das mineralstoffreiche Kraut der Frühjahrskur wurde traditionell als Tee zur inneren Reinigung getrunken, wenn Bewegungsbeschwerden den Winter überdauerten — mancherorts peitschte man schmerzende Gelenke sogar mit frischen Brennnesseln, ein alter Brauch der Reizbehandlung.

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Giersch — botanische Illustration
Wildkräuter Frühjahrskur Garten & Sammeln

Giersch

Wie die Volksnamen „Zipperleinskraut“ und „Podagrakraut“ verraten, war der Giersch über Jahrhunderte den schmerzenden Gelenken zugedacht: Man legte das frische, zerquetschte Kraut als Umschlag auf oder trank einen Tee aus den Blättern. Nur sammeln, wenn alle Merkmale passen, denn giftige Doldenblütler wie der Gefleckte Schierling sehen ihm ähnlich; akut gerötete oder geschwollene Gelenke gehören in ärztliche Hände.

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Goldrute — botanische Illustration
Teekräuter Wildkräuter Garten & Sammeln

Goldrute

Neben Wundauflage und Blasentee nutzte die Volksheilkunde die Goldrute auch bei Reißen in den Gliedern – als Umschlag und als Tee aus dem blühenden Kraut. Bei Korbblütler-Allergie meiden; Teekuren nur mit reichlich Flüssigkeit, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit und nicht bei Wassereinlagerungen infolge eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion.

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Hagebutte — botanische Illustration
Naturkosmetik Hautpflege Erkältungszeit

Hagebutte

Die rote Heckenfrucht der Hundsrose galt als Vitaminfrucht der kalten Jahreszeit; ihrem getrockneten, gemahlenen Fruchtfleisch wird in der Volksheilkunde traditionell ein Bezug zu Gelenken und Beweglichkeit nachgesagt.

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Ingwer — botanische Illustration
Magen & Verdauung Erkältungszeit Küche & Haushalt

Ingwer

Ingwer gilt in der Volksheilkunde Asiens und Europas seit jeher als die wärmende Wurzel schlechthin — die innere Wärme der Scharfwurzel wurde traditionell mit steifen, kalten Gliedern in Verbindung gebracht.

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Kurkuma (Gelbwurz) — botanische Illustration
Magen & Verdauung Küche & Haushalt Hautpflege

Kurkuma (Gelbwurz)

Die goldene Gelbwurz ist seit über 4000 Jahren ein Hausmittel des Ayurveda; dort wurde sie als „Goldene Milch“ getrunken und im Gelenkwickel aufgelegt, wenn die Beweglichkeit nachließ.

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Meerrettich — botanische Illustration
Erkältungszeit Wurzelkräuter Garten & Sammeln

Meerrettich

Wo es in Kreuz, Schulter oder Gelenken zog, legte man einen Brei aus frisch geriebener Meerrettichwurzel auf ein Tuch und dieses kurz auf die Stelle – ein Umschlag, dem man eine durchwärmende Art nachsagte. Nur wenige Minuten auflegen, bei Brennen sofort abnehmen, nicht auf offene oder gereizte Haut, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit und nicht bei Kleinkindern.

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Teufelskralle — botanische Illustration
Gelenke & Knochen Rücken & Bewegung Bitterkräuter

Teufelskralle

Die knolligen Wurzeln der afrikanischen Teufelskralle gelten in der Naturheilkunde des südlichen Afrikas als Bittermittel und werden in Europa der Überlieferung nach bei Gelenk- und Rückenbeschwerden geschätzt — eine der bekanntesten Pflanzen der traditionellen Anwendung am Bewegungsapparat.

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Häufige Fragen

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Welche Kräuter nennt die Volksheilkunde bei Gelenkschmerzen?
In der Volksheilkunde zählt die afrikanische Teufelskralle zu den bekanntesten überlieferten Pflanzen am Bewegungsapparat, während in den Alpen Arnika und Beinwell seit Jahrhunderten als die klassischen Wundkräuter bei Prellungen und Verstauchungen galten. Aus der Küche kamen die wärmende Ingwerwurzel und die goldene Kurkuma hinzu, und Brennnessel wie Hagebutte wurden seit jeher der Frühjahrskur und der Beweglichkeit zugeordnet.
Welcher Heilstein und welches ätherische Öl werden dem Bewegungsapparat zugeordnet?
In der Steinheilkunde gilt der „wärmende“ Bernstein seit jeher als dem Bewegungsapparat zugeordnet, und auch dem tiefgrünen Malachit sowie dem Tigerauge werden sinnbildlich Entlastung und Halt zugeschrieben. Unter den Ölen ist in der Alpentradition das harzig duftende Latschenkiefernöl die klassische Einreibung für Muskeln und Gelenke, während dem würzigen Wacholderöl in der Aromatradition eine durchwärmende Art nachgesagt wird.
Wie legt man einen Quarkwickel an oder rührt eine wärmende Einreibung an?
Für den kühlen Quarkwickel strich man in der Bauernküche zimmerwarmen Speisequark fingerdick auf ein Tuch, legte es auf und gönnte sich eine halbe Stunde Ruhe. Für eine wärmende Einreibung mischt man in der Hausapotheke überliefert einige Tropfen Latschenkiefern- oder Wacholderöl in ein neutrales Trägeröl und verstreicht die Mischung auf steifen, müden Gliedern. Ätherische Öle nie unverdünnt auftragen und erst ab 12 Jahren anwenden.
Woher stammen die alten Namen von Arnika und Beinwell?
Die Arnika trug in den Alpen den Namen „Fallkraut“, weil sie der Überlieferung nach nach Stürzen und Stößen ausschließlich äußerlich auf die Gelenke gelegt wurde. Der Beinwell hieß in alten Kräuterbüchern „Wallwurz“, da seine schleimige Wurzel dem Volksglauben nach das Zusammenwachsen begünstigen sollte — aus ihr rührte man seit der Antike Salben und Breiumschläge.
Wann sollte man bei Gelenkschmerzen ärztlichen Rat suchen?
Ist ein Gelenk stark geschwollen, gerötet, überwärmt oder lässt es sich nicht mehr normal bewegen, treten die Schmerzen nach einem Sturz auf oder kommen Fieber, ein allgemeines Krankheitsgefühl oder eine ungeklärte Gewichtsabnahme hinzu, gehört die Ursache in ärztliche Abklärung. Das Gleiche gilt, wenn die Beschwerden länger als etwa zwei Wochen anhalten, immer wiederkehren, mehrere Gelenke betreffen oder Kinder betroffen sind, die hinken oder das Gelenk schonen.

Wann zum Arzt?

Hausmittel und Überlieferung haben Grenzen. Ärztlichen Rat suchen, wenn eines dieser Zeichen zutrifft:

  • Ein Gelenk ist stark geschwollen, gerötet, überwärmt oder lässt sich nicht mehr normal bewegen
  • Die Schmerzen treten nach einem Sturz oder Unfall auf oder das Gelenk fühlt sich instabil an
  • Begleitend Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl oder eine ungeklärte Gewichtsabnahme
  • Die Beschwerden halten länger als etwa zwei Wochen an oder kehren immer wieder
  • Mehrere Gelenke sind gleichzeitig betroffen oder morgens lange steif
  • Bei Kindern mit Gelenkschmerzen, die hinken oder das Gelenk schonen
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