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Mondkalender

Mondkalender · Ratgeber

Zunehmender Mond: Bedeutung & Anwendung.

Was dem zunehmenden Mond in der Überlieferung zugeschrieben wird – von Garten und Ernte über aufbauende Kuren und Hautpflege bis zum Aufladen der Heilsteine im Mondlicht.

Kurz & knapp

Der zunehmende Mond gilt in der überlieferten Mondkalender-Tradition als aufsteigende Phase vom Neumond bis zum Vollmond: Kräfte, Säfte und Stimmungen streben nach altem Verständnis nach oben. Traditionell nutzte man ihn zum Säen und Pflanzen oberirdischer Kulturen, für aufbauende Kuren, für Pflege, die gut einziehen soll, und um Heilsteine im Mondlicht aufzuladen.

Auf dieser Seite8Abschnitte
  1. 01 Häufige Fragen
  2. 02 Was der zunehmende Mond in der Überlieferung bedeutet
  3. 03 Der zunehmende Mond im Garten
  4. 04 Aufnehmen und Kräftigen – die Zeit der aufbauenden Kuren
  5. 05 Cremes, Öle und Hautpflege im zunehmenden Mond
  6. 06 Heilsteine im zunehmenden Mondlicht aufladen
  7. 07 So nutzt du die Phase – eine kleine Anleitung
  8. 08 Der zunehmende Mond im Zyklus – die Gegenpole

Häufige Fragen

Was bedeutet der zunehmende Mond im Mondkalender?
Im überlieferten Mondkalender ist der zunehmende Mond die aufsteigende Phase vom Neumond bis zum Vollmond, in der die Sichel Abend für Abend voller wird. Ihm werden traditionell aufbauende, aufnehmende Kräfte zugeschrieben – er gilt als die Zeit des Wachsens, Säens und Kräftigens.
Was sollte man bei zunehmendem Mond im Garten tun?
Nach alter Gärtnerregel ist der zunehmende Mond die günstige Zeit, um oberirdische Kulturen zu säen und zu pflanzen – alles, was seine Frucht über der Erde trägt. Auch saftige Blätter und Blüten, die man frisch verbrauchen will, erntete man der Überlieferung nach gern in dieser aufsteigenden Phase.
Warum lädt man Heilsteine bei zunehmendem Mond auf?
Weil der zunehmende Mond in der Steinheilkunde für wachsende, sich sammelnde Kraft steht, gilt seine Zeit bis zum Vollmond traditionell als günstig, um Heilsteine mit frischer Energie zu füllen. Man legt sie dazu über Nacht ins Mondlicht ans Fenster oder ins Freie.

Was der zunehmende Mond in der Überlieferung bedeutet

In der überlieferten Mondkalender-Tradition beschreibt der zunehmende Mond die aufsteigende Hälfte des Zyklus: die Tage vom Neumond bis zum Vollmond, in denen die schmale Sichel Abend für Abend voller wird. Mit ihr steigen – so das alte Bild – die Säfte in den Pflanzen, die Kräfte im Körper und die Bereitschaft des Gemüts, Neues aufzunehmen. Alles strebt nach oben und nach außen, dem Höhepunkt des Vollmonds entgegen.

Diese Vorstellung zieht sich durch die bäuerliche Überlieferung und die Schriften von Johanna Paungger und Thomas Poppe, die das alte Erfahrungswissen im 20. Jahrhundert gesammelt haben; auch die Gärtnerin Maria Thun hat den zunehmenden Mond über Jahrzehnte in ihren Anbauversuchen beobachtet. Der zunehmende Mond galt darin als die Zeit des Aufbaus und des Aufnehmens: Was jetzt gesät, gepflanzt, aufgetragen oder eingenommen wird, soll nach altem Verständnis besonders gut anwachsen und einziehen. Er ist der Gegenpol zum abnehmenden Mond, der dem Loslassen und Ausleiten zugeordnet ist – die beiden Atemzüge, zwischen denen der alte Mondrhythmus seit jeher schwingt.

Der zunehmende Mond im Garten

Der Garten ist das Herzstück der Mondüberlieferung, und dem zunehmenden Mond fällt darin die Rolle des Anbauens zu. Nach alter Gärtnerregel ist dies die Zeit, um oberirdische Kulturen zu säen und zu pflanzen – alles, was seine Frucht über der Erde trägt: Salate, Kohl, Getreide, Blattgemüse und Blühendes. Die aufsteigende Kraft, so das Bild, zieht den Trieb nach oben und schenkt kräftiges Wachstum.

Auch für die Ernte kannte die Überlieferung eine feine Regel: Blätter und Blüten, die saftig und frisch verbraucht werden sollen, schnitt man gern bei zunehmendem Mond, wenn die Pflanze prall im Saft steht. Wer Kräuter für den Vorrat trocknen wollte, wählte dagegen eher andere Tage – ein Blick in den Erntekalender ordnet das für die einzelnen Pflanzenteile. Für die Aussaat im Detail, gestaffelt nach Blatt-, Blüten-, Frucht- und Wurzeltagen, führt der Ratgeber zur Aussaat nach dem Mond weiter.

Aufnehmen und Kräftigen – die Zeit der aufbauenden Kuren

Was für den Garten gilt, übertrug die Überlieferung auf den Menschen: Der zunehmende Mond ist die Zeit des Aufnehmens. Der Körper, hieß es, nehme in diesen Tagen leichter auf und lagere besser ein – darum galt die aufsteigende Phase seit jeher als guter Auftakt für aufbauende Kuren, für kräftigende Tees und für alles, was stärken und auffüllen soll.

Begleitet wurde das gern mit Pflanzen, denen man eine aufbauende, kräftigende Kraft nachsagt: der Hafer als alte Nervennahrung und Stärkungsmittel, die vitaminreiche Hagebutte als saftige Frucht des Spätsommers. In vielen Familien gehörte eine solche Stärkungskur fest zum Jahreslauf – im Frühjahr, wenn der zunehmende Mond und das erste Grün zusammenfielen, setzte man sie besonders gern an. Wer eine Kur beginnen möchte, ob mit Tee, Kräutern oder guter Kost, findet in den Tagen des zunehmenden Mondes nach altem Verständnis den passenden Anfang – die Zeit, in der das Aufgenommene am besten seinen Platz findet.

Cremes, Öle und Hautpflege im zunehmenden Mond

Auch die Körperpflege richtete sich nach dem Mond. Weil die aufsteigende Phase als Zeit des Aufnehmens gilt, schrieb ihr die Überlieferung eine besondere Eignung für alles zu, was einziehen und nähren soll: Cremes, Öle, Salben, Masken und pflegende Bäder. Was in diesen Tagen auf die Haut kommt, hieß es, werde besonders willig aufgenommen – die Pflege ziehe tiefer ein und komme der Haut besser zugute.

So legten manche das Eincremen einer trockenen Haut, eine nährende Gesichtsmaske oder eine Ölkur für Haut und Haar bewusst in den zunehmenden Mond. Ein selbst gemachter Ringelblumen-Ölauszug oder eine Ringelblumensalbe aus Ringelblume sind klassische Begleiter für eine solche aufbauende Hautpflege. Für die Haare kannte die Überlieferung eine verwandte Regel – wer volles Nachwachsen wünschte, ging bei zunehmendem Mond zur Schere; mehr dazu im Ratgeber zum Haareschneiden nach dem Mond.

Heilsteine im zunehmenden Mondlicht aufladen

In der Steinheilkunde ist das Mondlicht seit jeher der klassische Weg, einen Heilstein wieder aufzuladen. Weil der zunehmende Mond für wachsende, sich sammelnde Kraft steht, gilt seine Zeit – bis hin zur vollen Scheibe – traditionell als günstig, um Steine mit frischer Energie zu füllen. Man legt sie über Nacht ans Fenster oder ins Freie, wo das Mondlicht sie erreichen kann.

Besonders dem Bergkristall als klarem Allrounder und dem Mondstein, der schon im Namen dem Mond verbunden ist, wird diese Verbindung nachgesagt. Nach altem Verständnis reinigt der abnehmende Mond den Stein und lädt der zunehmende ihn wieder auf – zwei Bewegungen, die einander ergänzen. Wer genauer nachvollziehen möchte, welcher Stein wann ans Licht gehört, findet die Einzelheiten im Ratgeber zum Heilsteine-Aufladen. Der Vollmond bildet dabei den Höhepunkt, an dem das Licht am vollsten auf die Steine fällt.

So nutzt du die Phase – eine kleine Anleitung

Wer den zunehmenden Mond bewusst nutzen möchte, braucht keinen strengen Kalender – ein Blick, ob die Sichel Abend für Abend voller wird, genügt. So gehst du vor:

  1. Anbauen statt abbauen. Nutze die aufsteigende Phase für alles, was wachsen und sich aufbauen soll: oberirdische Pflanzen säen, eine Stärkungskur beginnen, Vorräte anlegen.
  2. Frisch ernten. Schneide Blätter und Blüten, die du saftig verbrauchen willst – für den Salat, den frischen Tee, den Blumenstrauß –, in den Tagen des zunehmenden Mondes.
  3. Pflege auftragen. Lege Cremes, Öle und nährende Masken in diese Phase, in der die Haut nach altem Verständnis besonders aufnahmebereit ist.
  4. Steine ans Licht. Lege deine Heilsteine, die aufgeladen werden sollen, über Nacht ins zunehmende Mondlicht, dem Vollmond entgegen.

Das alles ist ein Ritual des Rhythmus, kein Rezept mit Wirkgarantie – ein Weg, den eigenen Alltag am alten Lauf des Mondes auszurichten und die Aufmerksamkeit für die Jahres- und Mondzeiten wachzuhalten.

Der zunehmende Mond im Zyklus – die Gegenpole

Seinen Sinn gewinnt der zunehmende Mond erst im Zusammenspiel mit seinem Gegenpol. Während die aufsteigende Phase dem Aufnehmen, Aufbauen und Kräftigen zugeordnet ist, steht der abnehmende Mond in der Überlieferung für das Umgekehrte: für das Loslassen, Ausleiten und Entschlacken. Wer in dieser Logik fasten oder eine Entschlackung beginnen möchte, wählte traditionell die abnehmende Phase – wer dabei unter Beschwerden leidet, schwanger ist oder es mit Kindern vorhat, lässt sich am besten ärztlich begleiten.

Zwischen den beiden Polen spannen sich die Wendepunkte. Der Neumond markiert den Tiefpunkt und den Beginn des Aufstiegs, der Vollmond den Höhepunkt der Fülle. Der zunehmende Mond ist der Weg dazwischen – die Atemphase des Einatmens, in der sich sammelt, was der Vollmond zur Reife bringt und der abnehmende Mond später wieder abgibt. So fügt sich die aufsteigende Zeit in den großen Kreis, den der Mond seit jeher Monat für Monat zieht.

Mondphasen-Empfehlungen basieren auf jahrhundertealter Erfahrung und Tradition (u.a. Paungger-Poppe, anthroposophische Landwirtschaft).