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Lebenssituation

Geschenke aus der Kräuterküche: 6 Hausmittel zum Selbermachen.

Ein selbstgemachtes Badesalz, ein Lippenbalsam aus dem eigenen Topf, ein Kräutersalz im hübschen Glas – die schönsten Adventsgeschenke wachsen im Kräuterbeet und reifen auf der Fensterbank. Sechs Mini-Anleitungen, die du an einem ruhigen Nachmittag schaffst.

Redaktion Altes Wissen
Geschenke aus der Kräuterküche: 6 Hausmittel zum Selbermachen
Auf dieser Seite8Abschnitte
  1. Warum selbstgemacht das schönere Geschenk ist
  2. Badesalz mit Lavendel – Ruhe im Glas
  3. Lippenbalsam aus Bienenwachs – winterliche Pflege im Tiegel
  4. Kräutersalz – der Sommer im Streuer
  5. Kräuteröl und Kräuteressig – ein Duo für die Küche
  6. Ringelblumen-Öl und Kräutertinktur – die Hausapotheke zum Verschenken
  7. Pomander – die duftende Weihnachtskugel
  8. Wann besser zum Arzt oder zur Hautärztin?

Warum selbstgemacht das schönere Geschenk ist

In den Wochen vor Weihnachten roch es in den alten Bauernküchen nach Nelken, Orangenschale und warmem Wachs. Was zu verschenken war, kam selten aus dem Laden: Es kam aus dem eigenen Garten, vom Sommer aufgehoben, und wurde im Advent in Gläser, Säckchen und kleine Tiegel gefüllt. Ein Geschenk aus der Kräuterküche trägt diese Idee weiter. Du verschenkst nicht nur ein Badesalz oder ein Kräuteröl, sondern auch die Zeit, die darin steckt – und das Wissen, was wirklich drinsteckt.

Das Schöne daran: Die meisten dieser Hausmittel brauchen wenige Zutaten, kein Spezialgerät und keine ruhige Hand. Du kannst sie an einem einzigen Nachmittag vorbereiten, und viele halten sich Wochen bis Monate. Such dir aus den folgenden sechs Ideen die heraus, die zu den Menschen passen, die du beschenken willst – vom Vielbadenden bis zur Hobbyköchin.

Eine Bitte vorweg: Hausgemachte Kosmetik und Kräutermischungen sind eine liebevolle Geste, kein Heilmittel. Wer empfindliche Haut hat, sollte ein neues Produkt erst in der Armbeuge testen. Und wer die beschenkte Person nicht gut kennt, fragt im Zweifel nach Allergien, bevor Nuss- oder Bienenprodukte ins Geschenk wandern.

Badesalz mit Lavendel – Ruhe im Glas

Ein duftendes Badesalz ist das vielleicht dankbarste Mitbringsel: schnell gemacht, hübsch im Glas und ein kleiner Vorrat an Feierabend für graue Wintertage. Im Alpenraum nähte man Lavendelblüten einst in Säckchen unters Kopfkissen; hier wandern sie ins Badewasser.

Du brauchst: 300 g grobes Meersalz, 2–3 EL getrocknete Lavendelblüten, 10–15 Tropfen Lavendelöl, optional ein paar getrocknete Ringelblumenblüten als Farbtupfer.

So geht’s: Salz und Blüten in einer Schüssel vermengen. Das ätherische Öl tropfenweise dazugeben und gründlich durchmischen, damit es sich gleichmäßig verteilt. In ein sauberes, trockenes Bügelglas füllen, eine Lage Blüten obenauf für den schönen Blick. Fertig.

Die ausführliche Variante mit allen Mengen und Aufbewahrungstipps findest du in der Anleitung zum Lavendel-Badesalz. Wer mehr über die Pflanze selbst wissen möchte, schaut beim Lavendel vorbei.

Verpackung: Ein Bügelglas mit Stoffhäubchen aus Leinen, dazu ein Bändchen und ein handgeschriebenes Schildchen mit der Dosierung („2 Handvoll pro Bad”). Wer mag, legt einen kleinen Holzlöffel dazu.

Lippenbalsam aus Bienenwachs – winterliche Pflege im Tiegel

Wenn die Heizungsluft die Lippen spröde macht, ist ein selbstgerührter Balsam aus Bienenwachs und Pflanzenöl ein kleines, sehr praktisches Geschenk. Das Grundrezept ist uralt und kommt mit drei Zutaten aus.

Du brauchst: 10 g Bienenwachs (Pastillen oder gerieben), 40 ml Mandel- oder Olivenöl, optional 1 Tropfen Honig oder ein Hauch Vanille für den Duft. Ergibt etwa drei kleine Tiegel. Kein Honig für Säuglinge unter 12 Monaten, auch nicht im Lippenbalsam.

So geht’s: Wachs und Öl im Wasserbad bei kleiner Hitze schmelzen, bis alles klar ist. Vom Herd nehmen, kurz rühren und zügig in saubere Tiegel gießen, bevor es fest wird. Vollständig auskühlen lassen, ohne zu bewegen – dann wird die Oberfläche glatt.

Die genauen Mengen, Varianten und die Haltbarkeit stehen im Rezept für den Bienenwachs-Lippenbalsam.

Wichtig: Das Wasserbad nie unbeaufsichtigt lassen, und den heißen Balsam vorsichtig umfüllen – flüssiges Wachs ist heißer, als es aussieht. Bienenprodukte sind nichts für Menschen mit Bienen- oder Propolisallergie; das gehört auf das Geschenkschild.

Verpackung: Kleine Aluminium- oder Glastiegel, beklebt mit einem runden Etikett. Drei Stück in einem kleinen Stoffbeutel ergeben ein hübsches Set.

Kräutersalz – der Sommer im Streuer

Kräutersalz ist das Geschenk für alle, die gern kochen. Es bündelt die Ernte des Gartens in einem Glas und würzt das ganze Jahr über Suppen, Eintöpfe und Ofengemüse. Wer keinen eigenen Garten hat, nimmt getrocknete Kräuter aus dem Vorrat.

Du brauchst: 200 g grobes Meersalz, dazu eine Handvoll getrocknete Kräuter nach Geschmack – etwa Rosmarin, Thymian, Salbei und Liebstöckel. Wer es kräftiger mag, gibt etwas getrockneten Knoblauch oder Zitronenschale dazu.

So geht’s: Salz und gut getrocknete Kräuter im Mörser oder kurz im Mixer zerkleinern, bis eine grobkörnige Mischung entsteht. Nicht zu fein mahlen – die kleinen grünen Sprenkel machen den Reiz aus. Wichtig ist, dass die Kräuter wirklich trocken sind, sonst klumpt das Salz.

Verpackung: Ein schmales Reagenz- oder Gewürzglas mit Korken, beschriftet mit den enthaltenen Kräutern. Drei verschiedene Mischungen nebeneinander auf einem Holzbrettchen ergeben ein kleines Genießer-Set.

Kräuteröl und Kräuteressig – ein Duo für die Küche

Ein Kräuteröl und ein Kräuteressig gehören in jede gut sortierte Küche – und im Doppelpack sind sie ein elegantes Geschenk, das nach Süden schmeckt. Beide brauchen vor allem eines: ein paar Wochen Geduld, bis sich das Aroma entfaltet. Wer rechtzeitig im Advent ansetzt, hat sie pünktlich fertig.

Für das Kräuteröl: Eine saubere Flasche mit gutem Olivenöl füllen, ein paar Zweige Rosmarin oder Thymian, eine Knoblauchzehe und einige Pfefferkörner hineingeben. Kühl und dunkel zwei bis drei Wochen ziehen lassen.

Für den Essig: Frische oder getrocknete Kräuter in eine Flasche geben und mit Wein- oder Apfelessig aufgießen. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Mengen und Lagerung steht beim Kräuteressig.

Wichtig: Frische Kräuter müssen vollständig vom Öl bedeckt sein, sonst können sie verderben – beim Kräuteröl ist Sorgfalt geboten. Im Zweifel auf getrocknete Kräuter ausweichen, die sind unproblematischer. Beide Flaschen am besten innerhalb weniger Wochen verbrauchen.

Verpackung: Schlanke Glasflaschen mit Korken, ein Zweig des verwendeten Krauts sichtbar darin, dazu ein Anhänger mit Ansetzdatum und Verbrauchsempfehlung.

Ringelblumen-Öl und Kräutertinktur – die Hausapotheke zum Verschenken

Wer jemandem eine Freude machen will, der gern mit Pflanzen arbeitet, greift zu einem Klassiker der überlieferten Hausapotheke: einem Ölauszug oder einer Tinktur. Beide sind alte Verfahren, um die Kräfte einer Pflanze haltbar zu machen.

Der Ringelblumen-Ölauszug wird traditionell als Basis für Salben und zur Hautpflege geschätzt. Dafür werden getrocknete Ringelblumenblüten mit einem guten Pflanzenöl übergossen und einige Wochen an einem warmen Ort ausgezogen. Anschließend abseihen – fertig ist ein goldgelbes Öl, das hübsch in der Flasche leuchtet.

Die Kräutertinktur folgt demselben Prinzip, nur mit hochprozentigem Alkohol statt Öl. Sie ist ein schönes Geschenk für alle, die sich für die Tradition der Kräuterkunde interessieren. Beide brauchen Vorlauf – plane sie für das nächste Weihnachten ein, wenn der Advent schon vor der Tür steht.

Verpackung: Apothekerfläschchen aus Braunglas mit Pipette oder Korken, ein schlichtes Etikett im Stil alter Arzneigläser, dazu eine kleine Karte mit dem Ansetzdatum und den verwendeten Pflanzen.

Pomander – die duftende Weihnachtskugel

Zum Schluss ein Geschenk, das mehr Brauchtum als Hausmittel ist und herrlich nach Weihnachten riecht: der Pomander, eine mit Gewürznelken gespickte Orange. Schon im Mittelalter trug man solche Duftkugeln gegen üble Gerüche bei sich; an Höfen waren sie aus Edelmetall, im einfachen Haus genügte die Frucht selbst.

So geht’s: Eine feste, unbehandelte Orange dicht mit Gewürznelken bestecken – mit einer Stricknadel vorstechen, wenn die Schale hart ist. Anschließend in einer Mischung aus Zimt und Orris- oder Nelkenpulver wälzen und an einem luftigen Ort einige Wochen trocknen lassen, bis sie leicht und hart wird. Die genaue Anleitung steht beim Orangen-Nelken-Pomander.

Verpackung: Mit einem Samtband umwickelt zum Aufhängen, in Seidenpapier gebettet in eine kleine Schachtel. Im Kleiderschrank oder am Adventskranz verströmt der Pomander wochenlang seinen warmen Duft.

Wann besser zum Arzt oder zur Hautärztin?

Geschenke aus der Kräuterküche sind für gesunde Haut und den gemütlichen Hausgebrauch gedacht. Bei den körpernahen Mitteln – Badesalz, Lippenbalsam, Ölauszug – lohnt der Hinweis an die beschenkte Person, achtsam zu sein. Wer Folgendes bemerkt, lässt das Selbstgemachte stehen und sucht ärztlichen Rat:

  • Hautrötungen, Juckreiz oder Quaddeln nach der Anwendung – dann liegt vermutlich eine Allergie oder Unverträglichkeit vor.
  • Offene, nässende oder entzündete Hautstellen – auf solche gehört kein selbstgemachtes Öl, sondern ärztliche Einschätzung.
  • Bekannte Allergien gegen Bienenprodukte, Korbblütler (etwa Ringelblume) oder ätherische Öle – im Zweifel vorher abklären.

Für Schwangere, Stillende, Säuglinge und Kleinkinder gilt besondere Vorsicht: Ätherische Öle und manche Kräuter sind für sie nicht geeignet. Lavendel-Badesalz und Kräutertinktur in der Schwangerschaft nicht verwenden, die Tinktur wegen des Alkohols auch nicht in der Stillzeit. Hier ist ein Geschenk ohne Duftöle die sichere Wahl – ein schlichtes Kräutersalz etwa freut jede Küche und macht keine Sorgen.

So wird aus ein paar Zutaten, etwas Zeit und ein wenig Wissen ein Geschenk, das nach altem Brauch das Beste mitbringt: dass jemand an dich gedacht und etwas mit den eigenen Händen gemacht hat.

Die Inhalte auf altes-wissen.org dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultiere bei gesundheitlichen Beschwerden immer eine Ärztin oder einen Arzt.