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Hausmittel-Ratgeber

Ameisen im Haus: alte Hausmittel im Faktencheck.

Essig, Zimt, Kreide, Lavendel oder Backpulver? Welche alten Hausmittel Ameisen aus Küche und Vorratskammer fernhalten, wie die Ameisenstraße entsteht und wann das Nest besser umzieht.

R. Josef Hubert Kluth
Ameisen im Haus: alte Hausmittel im Faktencheck
Auf dieser Seite8Abschnitte
  1. Wie die Ameisenstraße entsteht
  2. Vorbeugen: die Ameisen gar nicht erst einladen
  3. Alte Hausmittel im Faktencheck
  4. Das Nest umsiedeln statt vernichten
  5. Wann ein Fachbetrieb gefragt ist
  6. Kieselgur: nur gezielt und mit Vorsicht
  7. Welche Ameise ist es?
  8. Quellen

Eine Ameisenstraße quer über die Arbeitsplatte ist ärgerlich, aber meist harmlos. Das Informationsblatt „Ameisen“, das das Umweltbundesamt bereitstellt, hält fest: Ein Befall birgt in der Regel kein gesundheitliches Risiko, und zum Insektengift musst du deshalb nicht greifen. Die Mittel, die es stattdessen nennt, stehen zum großen Teil ohnehin in jeder Küche: Essig, Zimt, Zitrone, Kreide und duftende Kräuter.

Wie die Ameisenstraße entsteht

Hat eine Ameise eine lohnende Futterquelle entdeckt, markiert sie den Weg dorthin mit Duftstoffen. Je verlockender das Futter, desto mehr Ameisen folgen der Spur – und desto stärker wird der Duft. So entsteht die Ameisenstraße.

Die meisten Arten wohnen gar nicht im Haus. Ihre Nester liegen draußen unter Steinen und Platten, in Wandrissen, in Dämmschichten oder in morschem Holz; ins Haus kommen die Tiere nur auf Futtersuche, durch undichte Türen, Fenster oder Wandlücken. Eine Ausnahme ist die eingeschleppte Pharaoameise, die bei uns nur in beheizten Gebäuden überlebt (siehe unten).

Draußen sind Ameisen übrigens keine bloßen Plagegeister: Sie lockern mit ihren Gängen den Boden und tragen viel Biomasse ein. Waldameisen pflegen Rindenläuse, deren Honigtau die Grundlage des Waldhonigs ist. Umlenken ist deshalb meist die bessere Wahl als Vernichten.

Vorbeugen: die Ameisen gar nicht erst einladen

  • Schlupflöcher schließen: Fugen und Spalten, durch die Ameisen hereinkommen, mit Silikon oder Ähnlichem abdichten.
  • Nichts herumstehen lassen: keine Futterreste in Tiernäpfen.
  • Vorräte „ameisensicher“ aufbewahren: am besten in Behältern mit Gummidichtung am Deckel, etwa Gläsern mit fest schließendem Knipsdeckel.
  • Auch im Kühlschrank abdecken: Die Dichtung der Kühlschranktür ist für Ameisen in der Regel kein großes Hindernis.
  • Abfall dicht halten: Müll in dicht schließenden Behältern sammeln, Bioabfall täglich aus der Wohnung bringen, den Kompostbehälter fest verschließen.

Alte Hausmittel im Faktencheck

Essig

Essig gehört zu den Mitteln, die das Infoblatt ausdrücklich nennt: Sein intensiver Geruch vertreibt Ameisen. Im Haushalt wischt man damit Laufwege und Einschlupfritzen aus, am besten mehrere Tage hintereinander. Das Rezept dafür steht beim Essigreiniger.

Zimt

Ebenso nennt das Infoblatt Zimtpulver. Auch sein Duft vertreibt die Tiere. Ein Streifen Zimt dort, wo die Straße ins Haus führt, ist schnell gestreut und lässt sich ebenso schnell wieder wegsaugen.

Zitrone, Lavendel und duftende Kräuter

Stark riechende Kräuter verwirren den sonst so guten Orientierungssinn der Ameisen. Das Infoblatt zählt dazu Farnkraut, Wacholder, Tausendgüldenkraut, Kerbel, Zitronensaft sowie Lavendelöl oder Lavendelblüten, die immer wieder auf die Ameisenstraße gelegt werden. Zitronenschalen kommen vor die Zugänge, etwa vor die Terrassentür. Mehr zu den Pflanzen: Lavendel und Wacholder.

Leben Katzen oder Kinder unter zwölf Jahren im Haushalt, nimm getrocknete Lavendelblüten statt Lavendelöl: Katzen reagieren besonders empfindlich auf ätherische Öle (siehe Lavendelöl, Abschnitt „Sicherheit“).

Kreide

Ein kräftiger Kreidestrich lenkt die Ameisenstraße um, denn Ameisen laufen ungern über Kreide. Für Fensterbank und Türschwelle genügt der Griff in die Schublade: Kreide kostet nichts und lässt sich mit einem feuchten Lappen wieder entfernen.

Backpulver und Hirschhornsalz

Beide Backtriebmittel bezeichnet das Infoblatt als alte Hausmittel gegen Ameisen. Sie vertreiben die Tiere allerdings nicht, sie töten sie: Mit einem Lockstoff wie Zucker vermischt, fressen die Ameisen das Pulver, und es bläht sich in ihrem Magen auf. Wer die Tiere schonen möchte, greift deshalb zuerst zu Duft, Kreide und Vorbeugung. Zuckerköder gehören außer Reichweite von Kindern und Haustieren.

Staubsauger

Ameisen mit Zuckerwasser anzulocken und wegzusaugen, hilft nur kurzfristig. Danach den Staubbeutel tauschen und am besten in einer fest verschlossenen Plastiktüte aus der Wohnung bringen.

Das Nest umsiedeln statt vernichten

Liegt das Nest draußen, kann das ganze Volk umziehen: Stelle einen Blumentopf, gefüllt mit Erde oder Holzwolle, umgedreht auf das Nest. Ist der Topf voller Brut, schiebst du einen Spaten darunter und versetzt das Nest an einen anderen Ort. Sitzt das Nest in einem Blumenkübel, setze den Topf wiederholt unter Wasser – dann verlegen die Ameisen ihr Nest von selbst.

Wann ein Fachbetrieb gefragt ist

  • Nest im Gebäude: Sitzt das Nest in Holzwänden, Kabelschächten oder ähnlichen Verstecken, gehört es in die Hände eines sachkundigen Schädlingsbekämpfers, bei holzschädigenden Arten zusätzlich eines Bausachverständigen. Frag dabei nach nicht-chemischen Verfahren; holzschädigende Ameisen lassen sich zum Beispiel mit Heißluft oder Kälte bekämpfen.
  • Pharaoameise: Die sehr kleine, bernsteingelbe Art stammt ursprünglich aus Ostindien und lebt bei uns nur an beheizten Orten. Sie kann Keime verschleppen und ist schwer zu bekämpfen – hier ist von Anfang an ein Profi gefragt.
  • Elektrische Geräte: Ameisen können in Geräte eindringen, im schlimmsten Fall bis zum Kabelbrand.

Kieselgur: nur gezielt und mit Vorsicht

Kieselgur (Diatomeenerde) ist fein gemahlenes Pulver aus fossilen Kieselalgen. Es verletzt den Panzer der Insekten, die dann rasch austrocknen. Sinnvoll ist es nur gezielt in Schlupfwinkeln und an den Laufwegen. Das Pulver nicht einatmen, von Kindern und Haustieren fernhalten und die Anweisung auf der Packung genau befolgen.

Welche Ameise ist es?

Welches Vorgehen passt, hängt von der Art ab. Im Haus begegnen dir meist diese drei:

ArtGröße der ArbeiterinnenErkennungszeichen
Rasenameise2–3,5 mmgelbrot bis braun; Nester im Garten unter Platten und Steinen, oft lockere Erdkuppeln am Wegrand
Schwarzgraue Wegameise3–5 mmgrau bis dunkelbraun; frisst draußen vor allem den Honigtau von Blatt- und Schildläusen, nistet auch in morschem Holz an Gebäuden
Glänzend schwarze Holzameise4–6 mmauffallend glänzend schwarz; baut ihre Nester in hohle Baumstämme, zuweilen auch in Treppen, Fußböden oder Fensterholz

Zur Schwärmzeit zwischen Juni und August tauchen manchmal massenhaft geflügelte Ameisen auf. Das ist lästig, richtet aber keinen Schaden an: Es sind die Männchen und jungen Königinnen auf dem Hochzeitsflug.

Quellen

  • Pestizid Aktions-Netzwerk e. V. (PAN Germany): „Ameisen“. Informationsblatt, Hamburg 2010, bereitgestellt vom Umweltbundesamt. PDF beim Umweltbundesamt
Die Inhalte auf altes-wissen.org dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultiere bei gesundheitlichen Beschwerden immer eine Ärztin oder einen Arzt.